DER CHRONIST
Zwischen Spartakusaufstand und Versailler Unterschrift, zwischen Münchner Räterepublik und der ersten Luftpost nach Weimar hat dieses Jahr das Deutsche Reich neu vermessen. Die Nationalversammlung gab sich eine Verfassung, die Straße gab noch lange keine Ruhe.
Versailler Vertrag: Deutschland unterschreibt unter Protest

Am 7. Mai wird der deutschen Delegation in Versailles der Vertragstext vorgelegt — verhandeln darf sie nicht, nur schriftliche Einwände einreichen. Vor der Nationalversammlung ruft Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann am 12. Mai aus: „Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legte?" Als die Nationalversammlung am 22. Juni dennoch mit 237 gegen 138 Stimmen für die Annahme votiert, ist das Kabinett Scheidemann bereits zwei Tage zuvor zurückgetreten, weil es nicht unterzeichnen wollte. Reichsministerpräsident Gustav Bauer (SPD) erklärt vor der Versammlung: „Wir stehen hier aus Pflichtgefühl, in dem Bewußtsein, daß es unsere verdammte Schuldigkeit ist, zu retten zu suchen, was zu retten ist […]."
Am 28. Juni unterzeichnen Außenminister Hermann Müller (SPD) und Verkehrsminister Johannes Bell (Zentrum) unter Protest im Spiegelsaal von Versailles. Das Reich verliert Elsaß-Lothringen, den größten Teil Westpreußens und Posens, Nordschleswig (dort soll noch abgestimmt werden) sowie sämtliche Kolonien, muss abrüsten und Reparationen zahlen — die erste Rate von 20 Milliarden Goldmark ist bis April 1921 fällig. In Deutschland macht das Schlagwort vom „Versailler Diktat" die Runde, da die Siegermächte jede Verhandlung verweigert hatten. Am 19. November lehnt der US-Senat die Ratifizierung des Vertrags ab.
Aus heutiger Sicht
Neuere Forschung, etwa von Jörn Leonhard und Margaret MacMillan, sieht den Vertrag differenzierter als das reine „Diktat" der zeitgenössischen deutschen Wahrnehmung — er habe im Rahmen des 1919 Möglichen immerhin eine neue internationale Ordnung geschaffen. In Kraft tritt er erst 1920, seine Reparationslast wird das kommende Jahrzehnt prägen.
Spartakusaufstand: Straßenkämpfe im Berliner Zeitungsviertel

Als der Rat der Volksbeauftragten am 4. Januar den USPD-Polizeipräsidenten Emil Eichhorn entlässt, rufen USPD und Revolutionäre Obleute für den folgenden Tag zur Demonstration auf — die Beteiligung übertrifft alle Erwartungen. Bewaffnete besetzen am 5. Januar die Druckereien von Vorwärts, Berliner Tageblatt, Scherl, Ullstein, Mosse und das Wolffsche Telegraphenbüro im Zeitungsviertel; ein provisorischer Revolutionsausschuss unter Ledebour, Liebknecht und Scholze ruft zum Sturz der Regierung auf.
Nach dem Scheitern der Verhandlungen am 7. Januar überträgt Friedrich Ebert Gustav Noske den Oberbefehl über die Truppen um Berlin; Freikorps ziehen zusammen. Am 10./11. Januar erobert die Brigade Reinhard das Spartakisten-Hauptquartier in Spandau, das Freikorps Potsdam erstürmt das Vorwärts-Gebäude mit Flammenwerfern und Artillerie. Sieben unbewaffnete Parlamentäre werden am 11. Januar von den Freikorps erschossen. Ein in hoher Auflage verbreitetes Flugblatt, unterzeichnet „Die Frontsoldaten", fordert: „Das Vaterland ist dem Untergang nahe. Rettet es! […] Schlagt ihre Führer tot! Tötet Liebknecht!" Amtlichen Angaben zufolge kostet die Niederschlagung mehr als hundert Tote auf Seiten der Aufständischen und Zivilisten sowie 13 gefallene und 20 verwundete Militärangehörige.
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet

Am Abend des 15. Januar werden beide in einer Wohnung in Berlin-Wilmersdorf von der Wilmersdorfer Bürgerwehr entdeckt, verhaftet und ins Hotel Eden gebracht. Im Eden-Hotel, dem Stabsquartier der Garde-Kavallerie-Schützen-Division, werden sie stundenlang verhört und misshandelt. Liebknecht wird noch am selben Abend im Tiergarten erschossen, seine Leiche zunächst als „unbekannt" abgeliefert. Luxemburg wird beim Verlassen des Hotels von Soldat Otto Runge niedergeschlagen, im Auto erschossen und ihre Leiche in den Landwehrkanal geworfen; gefunden wird sie erst am 31. Mai.
Nach amtlicher Darstellung, die die Berliner Presse am 16. Januar übernahm, sei Liebknecht „auf der Flucht erschossen" worden und Luxemburg von einer „aufgebrachten Menge" gelyncht. Der Kriegsgerichtsprozess gegen die beteiligten Offiziere und Soldaten findet bereits im Mai statt: Runge erhält zwei Jahre, Vogel 28 Monate Haft, die Offiziere Heinz und Horst von Pflugk-Harttung werden freigesprochen, Pabst selbst gar nicht erst angeklagt. Die Morde lösen reichsweit schwere Unruhen aus; Noske setzt Freikorps und Reichswehr bis Ende Mai gegen weitere Umsturzversuche ein — zuletzt gegen die Münchner Räterepublik.
Aus heutiger Sicht
Erst 1962, in einem Spiegel-Interview, gestand Waldemar Pabst öffentlich seine Rolle bei den Morden und dass Noske sie gebilligt habe. Ein 1970 in seinem Nachlass gefundener Brief bestätigt die Abstimmung mit dem Umfeld von Noske und Ebert — der Doppelmord gilt seither als eines der schwersten politischen Verbrechen der jungen Republik.
Erste Wahl mit Frauenwahlrecht, Nationalversammlung tagt in Weimar

Am 19. Januar findet die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung statt — die erste Reichswahl nach Verhältniswahlrecht und zugleich die erste mit Frauenwahlrecht. Die SPD wird mit 37,9 % (165 von 423 Sitzen) stärkste Kraft, es folgen Zentrum/BVP mit 19,7 % (90 Sitze), die DDP mit 18,5 % (75 Sitze), die DNVP mit 10,3 % (43 Sitze), die USPD mit 7,6 % (22 Sitze) und die DVP mit 4,4 % (22 Sitze). Erstmals ziehen 37 Frauen als Abgeordnete in ein deutsches Parlament ein.
Wegen der Berliner Unruhen tagt die Nationalversammlung nicht in Berlin, sondern ab dem 6. Februar im Nationaltheater Weimar. Am 11. Februar wählt sie Friedrich Ebert (SPD) zum vorläufigen Reichspräsidenten; ein Kabinett aus SPD, Zentrum und DDP bildet sich unter Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann. Am 19. Februar spricht Marie Juchacz als erste Frau am Rednerpult eines deutschen Parlaments: „Meine Herren und Damen! […] Es ist das erste Mal, dass eine Frau als Freie und Gleiche im Parlament zum Volke sprechen darf, und ich möchte hier feststellen, ganz objektiv, dass es die Revolution gewesen ist, die auch in Deutschland die alten Vorurteile überwunden hat."
Auch Berlin wählt in diesem Winter neu: Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung am 23. Februar wird die USPD mit 33,0 % (47 Sitze) knapp stärkste Kraft vor der SPD mit 31,7 % (46 Sitze), es folgen DDP (14,5 %, 21 Sitze), DNVP (10,5 %, 16 Sitze), die als „Christliche Volkspartei" antretende Zentrumsliste (5,7 %, 8 Sitze) und die DVP (4,6 %, 6 Sitze); die Wahlbeteiligung liegt bei 57,55 %.
Die übrigen Wahlgänge des Jahres:
- Baden, 5. Januar — Zentrum 36,6 %, SPD 32,1 %, DDP 22,8 %.
- Bayern, 12. Januar — BVP 35,0 %, SPD 33,0 %, DDP 14,0 %.
- Württemberg, 12. Januar — SPD 34,4 %, DDP 25,0 %, Zentrum 20,8 %.
- Hessen, 26. Januar — SPD 44,5 %, DDP 18,9 %, Zentrum 17,6 %.
- Mecklenburg-Schwerin, 26. Januar — SPD 47,9 %, DDP 27,3 %, DNVP 13,1 %.
- Preußen, 26. Januar — SPD 36,4 %, Zentrum 20,6 %, DDP 16,2 %.
- Lippe, 26. Januar — SPD 50,1 %, DNVP 22,3 %, DDP 19,8 %.
- Schwarzburg-Sondershausen, 26. Januar — USPD rund 63 % (10 von 16 Sitzen), DDP 16,05 %, DNVP 15,32 %.
- Sachsen-Altenburg, 19. Januar (verfassunggebende Landesversammlung) — SPD rund 56 %, DDP 24,26 %, DNVP 16,97 %.
- Sachsen-Altenburg, 26. Januar (ordentlicher Landtag) — SPD 58,55 % (24 Sitze), DDP 24,64 % (10 Sitze), DNVP 16,82 % (6 Sitze).
- Reuß älterer Linie (Greiz), 2. Februar — USPD 44,5 %, DDP 22,7 %, DNVP 16,8 %.
- Reuß jüngerer Linie (Gera), 2. Februar — USPD 62,2 %, DVP 21,0 %, DDP 16,8 %.
- Sachsen, 2. Februar — SPD 41,6 % (42 Sitze), DDP 22,9 % (22 Sitze), USPD 16,3 % (15 Sitze).
- Lübeck, 9. Februar — SPD 52,5 %, DDP 36,3 %, DNVP 11,2 %.
- Sachsen-Coburg, 9. Februar — SPD 58,6 % (7 Sitze), bürgerliche Liste 41,4 % (4 Sitze).
- Schaumburg-Lippe, 16. Februar — SPD 54,1 %, DDP 15,8 %, DNVP 11,0 %.
- Oldenburg, 23. Februar — SPD 33,4 %, DDP 31,1 %, Zentrum 22,0 %.
- Sachsen-Gotha, 25. Februar — USPD rund 51 %, DDP 21,0 %, DVP 15,0 %.
- Waldeck, 9. März — SPD 30,4 %, DNVP 23,2 %, DDP 21,2 %.
- Sachsen-Meiningen, 9. März — SPD 52,2 %, DNVP 18,3 %, DDP 15,4 %.
- Sachsen-Weimar-Eisenach, 9. März — SPD 40,4 %, DDP 21,6 %, DNVP 19,5 %.
- Bremen, 9. März — SPD 32,7 % (67 Sitze), DDP 19,9 % (39 Sitze), USPD 19,3 % (38 Sitze).
- Schwarzburg-Rudolstadt, 16. März — SPD 54,1 %, DDP 14,7 %, BL 13,6 %.
- Hamburg, 16. März — SPD 50,5 %, DDP 20,5 %, DVP 8,4 %.
- Mecklenburg-Strelitz, 30. März — bürgerliche Sammelliste 51,4 %, SPD 48,6 %.
Aus heutiger Sicht
Das 1919 eingeführte Frauenwahlrecht gilt als einer der dauerhaftesten Erfolge der Revolution von 1918/19 — unabhängig vom späteren Scheitern der Republik bleibt es bis heute in Kraft.
Erste deutsche Fluglinie: Luftpost Berlin–Weimar

Die Deutsche Luft-Reederei, treibende Kraft Walther Rathenau/AEG, erhält am 8. Januar die Zulassung für zivilen Luftverkehr. Am 6. Februar nimmt sie den Luftpostdienst zwischen dem Flugplatz Johannisthal bei Berlin und dem Flugplatz Weimar-Lindenberg auf — passend zur dort tagenden Nationalversammlung. Schon am Vortag hatte ein Testflug für Aufsehen gesorgt: Pilot Gunther Plüschow brachte 4.000 Exemplare der „B.Z. am Mittag" (rund 120 Kilogramm) per Doppeldecker nach Leipzig und Weimar — die erste per Luftpost beförderte europäische Zeitung. Weitere Kurierflüge übernehmen die früheren Kampfflieger Alfred Keller und Ernst Udet.
Ab dem 1. März startet regulärer Passagierverkehr Berlin–Hamburg und Berlin–Warnemünde, ab dem 15. April Berlin–Gelsenkirchen, dazu Flüge zur Leipziger Messe; die erste Auslandsstrecke führt über Hamburg und Bremen nach Amsterdam.
Eisner ermordet, Münchner Räterepublik blutig niedergeschlagen

Kurt Eisner (USPD), seit dem 8. November 1918 erster bayerischer Ministerpräsident, erleidet bei der Landtagswahl vom 12. Januar eine schwere Niederlage — die USPD kommt nur auf 2,53 %. Auf den Rat, wegen Morddrohungen einen sicheren Weg zu nehmen, antwortet er: „Man kann einem Mordanschlag auf die Dauer nicht ausweichen, und man kann mich ja nur einmal totschießen." Auf dem Weg zum Landtag, wo er seinen Rücktritt erklären will, wird Eisner am 21. Februar von Leutnant Anton Graf von Arco auf Valley in der Münchner Promenadestraße erschossen; Arco wird von Eisners Leibwächtern schwer verletzt festgenommen und vom Chirurgen Ferdinand Sauerbruch gerettet. Zwei Stunden später schießt der Kellner Alois Lindner aus Rache im Landtag auf SPD-Chef Erhard Auer (überlebt schwer verletzt), tötet Major Paul von Jahreiß; ein weiterer Schütze erschießt den Abgeordneten Heinrich Osel.
Am 7. April rufen Zentralrat und Revolutionärer Arbeiterrat die Bayerische Räterepublik aus — unter anderem mit Gustav Landauer, Erich Mühsam und Ernst Toller, später KPD-dominiert unter Eugen Leviné. Anfang Mai schlagen Freikorps und Reichswehr im Auftrag der nach Bamberg ausgewichenen bayerischen Regierung Hoffmann (mit Reichswehr aus Berlin) die Räterepublik blutig nieder. Im Zuge der Kämpfe erschießen KPD-Rotgardisten zehn Geiseln, darunter sechs Mitglieder der Thule-Gesellschaft, im Luitpold-Gymnasium; danach fallen mehrere hundert tatsächliche und vermeintliche Räterepublik-Anhänger der Rache der Freikorps zum Opfer.
Märzkämpfe: Generalstreik und blutige Straßenschlachten

Am 3. März beschließt die Berliner Arbeiterschaft den Generalstreik — Forderung ist die Sozialisierung der Schlüsselindustrien, gesetzliche Räte und eine Demokratisierung des Militärs. Die Regierung verhängt noch am selben Tag den Belagerungszustand über Berlin, Oberbefehlshaber Gustav Noske erhält die vollziehende Gewalt. Der Streik wird am 8. März abgebrochen, die Straßenkämpfe gehen bis zum 16. März weiter und konzentrieren sich um den Alexanderplatz und vor allem in Lichtenberg. Noske erlässt am 9. März einen Schießbefehl, jeder mit Waffe Angetroffene sei sofort zu erschießen.
Am 10. März verbreiten sämtliche bürgerlichen Zeitungen und auch der Vorwärts ungeprüft die Meldung, Aufständische hätten in Lichtenberg 60, später angeblich bis zu 200 Polizeibeamte ermordet — tatsächlich starben nur zwei bis fünf Polizisten. Am 13. März berichtigten B.Z., Vossische Zeitung und Vorwärts die Meldungen. Am 11. März werden 29 Matrosen der Volksmarinedivision aus rund 250 Festgesetzten ausgewählt und mit Maschinengewehren erschossen, obwohl sie zur Waffenabgabe erschienen waren; Lichtenberg fällt am 12./13. März. Noske selbst beziffert die Bilanz auf rund 1.200 Tote, andere Schätzungen gehen bis 2.000 — darunter der KPD-Mitbegründer Leo Jogiches, kurz nach seiner Verhaftung erschossen. Rund 4.500 Menschen werden verhaftet.
Bauhaus gegründet

Am 12. April entsteht in Weimar aus der Vereinigung der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst mit der ehemaligen Kunstgewerbeschule das „Staatliche Bauhaus". Auf Vorschlag Henry van de Veldes wird Walter Gropius Gründungsdirektor und gibt der Schule ihren Namen. Im Bauhaus-Manifest schreibt Gropius: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! […] Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück!" Als Aufnahmebedingung gilt: „Als Lehrling aufgenommen wird jede unbescholtene Person ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht" — das Bauhaus zählt damit zu den ersten Kunstschulen mit kostenfreiem Zugang für Frauen, wenn diese in der Praxis oft auf Weberei und Töpferei verwiesen werden. Noch im Gründungsjahr gewinnt Gropius Lyonel Feininger, Johannes Itten und Gerhard Marcks als Lehrer; der Unterricht besteht aus Vorkurs und Werkstattarbeit.
Aus heutiger Sicht
Aus der kleinen Weimarer Kunstschule wurde binnen weniger Jahre eine der einflussreichsten Ausbildungsstätten für Architektur und Design des 20. Jahrhunderts — ihre Formensprache prägt bis heute Möbel, Gebäude und Typografie weltweit.
Erster Skandalfilm zur Homosexualität, erstes Sexualforschungs-Institut der Welt

Seitdem der Rat der Volksbeauftragten am 12. November 1918 die Theaterzensur aufgehoben hat, kann Regisseur Richard Oswald gemeinsam mit dem Sexualforscher Magnus Hirschfeld den Aufklärungsfilm „Anders als die Andern" mit Conrad Veidt drehen. Die Uraufführung als Sondervorstellung findet am 28. Mai im Berliner Apollo-Theater statt, ab dem 30. Mai läuft er regulär im Prinzeß-Theater, gestartet mit immerhin 40 Kopien. Der Film gilt als erster, der Homosexualität offen thematisiert, und entfacht eine Kulturdebatte: Konservative Kreise fordern die Wiedereinführung der Zensur, teils mit antisemitischen Untertönen gegen die jüdischen Filmemacher Hirschfeld und Oswald.
Am 6. Juli eröffnet Hirschfeld in der Villa Joachim an der Ecke Beethovenstraße/In den Zelten im Tiergarten sein Institut für Sexualwissenschaft — weltweit das erste Institut dieser Art, mit Beratungsstelle, Archiv, Lehrbetrieb und eigenem Filmatelier.
Einsteins Theorie durch Sonnenfinsternis bestätigt

Arthur Stanley Eddington und Frank Watson Dyson organisieren zwei Expeditionen zur Sonnenfinsternis vom 29. Mai — nach Príncipe in Westafrika und nach Sobral in Brasilien —, um die von Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie vorhergesagte Lichtablenkung durch die Sonne zu messen. Die Ergebnisse werden am 6. November in London auf einer gemeinsamen Sitzung der Royal Society und der Royal Astronomical Society vorgestellt und als Bestätigung von Einsteins Theorie gewertet. J. J. Thomson, Präsident der Royal Society, kommentiert: „Dieses Resultat ist eine der größten Errungenschaften des menschlichen Denkens." Die Nachricht macht weltweit Schlagzeilen — zuerst in der britischen, dann in der amerikanischen Presse (New York Times am 10. November) und schließlich in Deutschland — und macht Einstein über Nacht zum international gefeierten Star.
Die Flotte versenkt sich selbst: Scapa Flow

74 Schiffe der ehemaligen kaiserlichen Hochseeflotte liegen seit November 1918 im britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow interniert, unter Führung von Konteradmiral Ludwig von Reuter. Als sich abzeichnet, dass Artikel 184 des Versailler Vertrags die Auslieferung aller Schiffe an die Sieger vorsieht, ordnet von Reuter am 17. Juni die Vorbereitung zur Selbstversenkung an. Gegen 10 Uhr meldet Fregattenkapitän Oldekop von Reuter, dass der englische Admiral mit Linienschiffen und Zerstörern den Hafen seewärts verlassen habe. Um 11 Uhr gibt von Reuter per Signal den codierten Befehl „Paragraph Elf. Bestätigen." — daraufhin versenken die deutschen Besatzungen fast gleichzeitig ihre Schiffe; mit wenigen Ausnahmen sinken alle.
Britische Bewachungsschiffe eröffnen das Feuer auf die in Rettungsbooten flüchtenden deutschen Matrosen: Kommandant Walther Schumann und mindestens acht Matrosen werden getötet, mehrere verwundet. Von Reuter und 1.773 Offiziere und Mannschaften werden als Kriegsgefangene nach Invergordon in Schottland gebracht.
Die neue Reichsverfassung tritt in Kraft

Die Nationalversammlung nimmt die neue Reichsverfassung am 31. Juli mit 262 gegen 75 Stimmen an, bei 84 abwesenden Abgeordneten; zugestimmt haben SPD, DDP und Zentrum, abgelehnt haben DVP, DNVP, der Bayerische Bauernbund und die USPD. Reichspräsident Friedrich Ebert unterzeichnet sie am 11. August an seinem Urlaubsort Schwarzburg in Thüringen — nach einer Schilderung „lediglich an seinem Esstisch". Mit ihrer Verkündung im Reichsgesetzblatt Nr. 152 tritt sie am 14. August in Kraft: Das Deutsche Reich wird eine föderative Republik mit gemischt präsidial-parlamentarischem System. Erstmals sind reichsweite Grundrechte, das Verhältniswahlrecht, das Frauenwahlrecht und ein Reichspräsident mit Notverordnungsrecht (Art. 48) verfassungsrechtlich verankert.
Das „Badehosenfoto": Ebert und Noske blamieren sich

Am 16. Juli besuchen Reichspräsident Friedrich Ebert und Reichswehrminister Gustav Noske ein Kindererholungsheim der Hamburger Konsumgenossenschaft in Haffkrug an der Ostsee und lassen sich vom Fotografen Wilhelm Steffen beim Baden in unvorteilhaft sitzenden Badehosen ablichten. Erstveröffentlicht wird das Foto am 9. August in der konservativen „Deutschen Tageszeitung", zum Skandal wird die beschnittene Aufnahme aber erst durch ihre Zweitverwertung als Titelbild der Berliner Illustrirten Zeitung am 21. August — ausgerechnet an dem Tag, an dem Ebert als erster Reichspräsident auf die neue Reichsverfassung vereidigt wird. Das rechte Witzblatt „Kladderadatsch" dichtet zur Melodie der Kaiserhymne: „Heil dir am Badestrand / Herrscher im Vaterland / Heil, Ebert, dir! / Du hast die Badebüx, / sonst hast du weiter nix / als deines Leibes Zier. / Heil, Ebert, dir!" Das Foto wird in der Folge zur Ikone republikfeindlicher Polemik; im September geht Ebert erstmals gerichtlich gegen die Verbreiter vor.
Zeppelin „Bodensee" fliegt Linienverkehr Friedrichshafen–Berlin

LZ 120 „Bodensee", erstmals geflogen am 20. August, ist das erste deutsche Nachkriegs-Verkehrsluftschiff der DELAG. Am 24. August nimmt es unter Kommandant Hugo Eckener den fahrplanmäßigen Linienverkehr zwischen Friedrichshafen und Staaken bei Berlin auf, teils mit Zwischenlandung in München. Die 600 Kilometer dauern per Zeppelin nur vier bis sechs Stunden, mit der Bahn wegen der chaotischen Nachkriegsverhältnisse rund 24 Stunden. Bis zum 5. Dezember absolviert die „Bodensee" 103 Passagierfahrten mit 532 Flugstunden, 51.258 Kilometern und 4.050 beförderten Personen, davon 2.379 Passagieren; am 8. Oktober fliegt sie testweise Berlin–Stockholm und zurück.
Am 2. November wird die Gondel bei der Landung in Staaken bei Berlin im Schneetreiben beschädigt, das Schiff treibt führerlos ab und muss bei Cröchern nördlich von Wolmirstedt nahe Magdeburg (Provinz Sachsen) notlanden; ein Mitglied der Bodenmannschaft in Berlin stürzt dabei tödlich ab, weil er das Schiff zu spät losließ.
Nobelpreise für Haber und Planck bekanntgegeben

Fritz Haber, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für physikalische Chemie in Dahlem bei Berlin, wird 1919 nachträglich der Chemie-Nobelpreis des Jahres 1918 für die katalytische Ammoniaksynthese zugesprochen; die Bekanntgabe erfolgt im November. Die Ehrung löst vor allem in Frankreich und Belgien Kritik aus, weil Haber dort als „Erfinder des Gaskrieges" gilt — er hatte 1915 persönlich den ersten deutschen Chlorgasangriff bei Ypern geleitet. Ebenfalls für 1918 erhält Max Planck (Berlin) in diesem Jahr den Physik-Nobelpreis „für die Entdeckung der Energiequanten".
Hindenburg vor dem Untersuchungsausschuss

Vor dem von der Nationalversammlung eingesetzten, öffentlich tagenden Untersuchungsausschuss für die Schuldfragen des Weltkriegs sagt Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg am 18. November aus: „In dieser Zeit setzte eine planmäßige Zersetzung von Flotte und Heer […] ein. […] Ein englischer General sagte mit Recht: 'Die deutsche Armee ist von hinten erdolcht worden.' Den guten Kern des Heeres trifft keine Schuld." Die Formel geht auf eine Meldung der Neuen Zürcher Zeitung vom 17. Dezember 1918 zurück, die sie dem britischen General Sir Frederick Maurice zuschrieb. Nach Hindenburgs Auftritt greifen Medien und Parteien des konservativen Bürgertums die Formel vom „Dolchstoß" auf; der Berliner Theologe Ernst Troeltsch beschreibt im Dezember bereits kritisch, wie daraus eine „große historische Legende" und „Dogma und Fahne der Unzufriedenen" werde.
Aus heutiger Sicht
Als „Dolchstoßlegende" ist der Vorwurf, das im Feld ungeschlagene Heer sei von der Heimatfront „erdolcht" worden, bis heute der Kampfbegriff der Rechten gegen die junge Republik schlechthin — Hindenburgs Auftritt vor dem Ausschuss gilt als sein wirkungsmächtigster öffentlicher Auftritt in dieser Sache. Maurice selbst widersprach dieser Deutung seiner Äußerung ausdrücklich: Es stehe außer Frage, dass die deutschen Armeen im Feld vollständig und entscheidend besiegt worden seien.
Reinhardts „Tropfsteinhöhle": Großes Schauspielhaus eröffnet

Architekt Hans Poelzig baut 1918/19 mit Marlene Moeschke den ehemaligen Circus Schumann Am Zirkus im Auftrag der Deutschen National-Theater AG expressionistisch zum Revue- und Theaterbau um. Die stuckverkleidete Decke mit tropfenförmig herabhängenden „Zapfen" bringt dem Haus im Volksmund den Spitznamen „Tropfsteinhöhle" ein. Die feierliche Neueröffnung findet am 28. November mit der „Orestie" des Aischylos (Bearbeitung Karl Gustav Vollmoeller) unter der Regie von Max Reinhardt statt, der ab diesem Jahr auch Direktor des Hauses ist.
AM RANDE NOTIERT
- 5. Februar — Ein Testflug der Deutschen Luft-Reederei bringt 4.000 Exemplare der „B.Z. am Mittag" per Doppeldecker nach Leipzig und Weimar — die erste per Luftpost beförderte europäische Zeitung.
- 15. Juli — Der Verkauf der Großen Berliner Straßenbahn an den kommunalen Verband wird besiegelt, Kaufpreis rund 100 Millionen Mark Aktienkapital plus 37,5 Millionen Mark.
- 7. August — Der französische Flieger Charles Godefroy durchquert mit einem Doppeldecker den Pariser Arc de Triomphe.
- 13. August — Im Berliner Karl-Schultz-Verlag erscheint die Wochenzeitschrift „Die Freundschaft" mit einer Startauflage von 20.000 Exemplaren — die neue Wochenzeitschrift für Homosexuelle.
- 24. Oktober — Auf dem Gasplatz Breloh bei Munster explodiert ein mit rund 1.000 Tonnen zur Seeversenkung vorgesehenen Kampfstoffen beladener Eisenbahnzug; Giftwolken bedrohen die umliegenden Ortschaften.
- 28. Oktober — John A. Miller erhält in den USA ein Patent auf unter die Schiene greifende Räder, die moderne, steilere Achterbahnen ermöglichen.
- 21. Dezember — Die Reichspost teilt amtlich mit, ab dem 1. Januar 1920 die neue Sendungsart „Päckchen" anzunehmen.
WIRTSCHAFT · 1919
Das Wirtschaftsjahr steht im Zeichen von Nachkriegsnot und den ersten großen Finanzreformen der jungen Republik. Die alliierte Seeblockade wirkt bis weit ins Jahr fort: Erst das Lebensmittelabkommen vom März erlaubt unter alliierter Aufsicht monatliche Einfuhren von 300.000 Tonnen Getreide und 70.000 Tonnen Pökelfleisch — Bedingung dafür war am 14. März die Übergabe der deutschen Handelsflotte an die Alliierten. Zu Jahresbeginn liegt die Kalorienration in den deutschen Großstädten im Reichsdurchschnitt bei nur rund 1.500 Kilokalorien täglich. Am 21. Juni übernimmt Matthias Erzberger (Zentrum) das Reichsfinanzministerium und beginnt mit der Zentralisierung der Reichsfinanzen: Artikel 14 der neuen Reichsverfassung überträgt am 14. August die Finanzverwaltung auf das Reich, am 10. September folgt das Gesetz über die Reichsfinanzverwaltung, am 13. Dezember die von Enno Becker entworfene Reichsabgabenordnung und am 24. Dezember ein neues Umsatzsteuergesetz mit Luxussteuer. Am 4. Februar/12. April schließen sich drei Industrieverbände zum Reichsverband der Deutschen Industrie zusammen. Mitte August flammt in Oberschlesien ein von Alfons Zgrzebniok geführter Aufstand für den Anschluss an Polen auf, ausgelöst durch die Tötung von zehn streikenden polnischen Bergleuten der Myslowitzer Grube; Freikorpsverbände schlagen ihn nieder. Zum Jahresende hat die Mark weiter an Wert verloren: Eine Goldmark kostet bereits rund 11 Mark Papiermark.
Der Preisspiegel:
- Straßenbahn Berlin, Einzelfahrschein — 17,5 Pfennig (ab 20. Januar)
- Roggenbrot (1 kg) — 1,72 Mark (Reichsdurchschnitt)
- Kartoffeln (1 kg) — 0,33 Mark (Reichsdurchschnitt)
- Butter (1 kg) — 9,91 Mark (Reichsdurchschnitt)
- Milch (1 l) — 0,49 Mark (Reichsdurchschnitt)
- Ei (1 Stück) — 0,23 Mark (Reichsdurchschnitt)
- Zucker (1 kg) — 0,90 Mark (Reichsdurchschnitt)
- Arbeiter-Monatslohn — 127,00 Mark (Reichsdurchschnitt)
STIMMEN DER PRESSE · 1919
Zum Friedensvertrag von Versailles äußern sich Blätter unterschiedlicher Richtung mit Sorge — die eine um die deutschen Ostgebiete, die andere um die eigene Partei:
„…wird der Friedensvertrag so verwirklicht, wie ihn die allpolnischen Nationalisten bei der willfährigen Entente durchgesetzt haben, so wird hier ein permanenter Kriegszustand geschaffen, und die polnische Frage wird dann für einen unabsehbaren Zeitraum die europäische Politik nicht zur Ruhe kommen lassen." — Berliner Tageblatt, 24. Mai 1919
„Das Bestehen dieser Sozialdemokratischen Partei ist in Gefahr. Der Friedensvertrag, der uns schwerste wirtschaftliche Bedingungen auferlegt, wird zur notwendigen Folge eine wesentliche Einschränkung unserer industriellen Produktion herbeiführen …" — Vorwärts, 27. Mai 1919
SPORT · 1919
Der Berliner Turnlehrer Carl Schelenz entwickelt das von Oberturnwart Max Heiser für Mädchen entworfene Handballspiel weiter — Zweikämpfe werden erlaubt, der Ball verkleinert, das Prellen eingeführt — und macht es auch für Männer attraktiv: die Geburtsstunde des modernen Handballs in Berlin. Am 2. Juni entsteht durch den Zusammenschluss von SC Germania 1887, Hamburger FC 1888 und FC Falke 06 der Hamburger SV.
MODE · 1919
Die anhaltende Seeblockade verlängert Rationierung und Stoffknappheit der Kriegsjahre bis weit in dieses Jahr hinein; das Warenangebot in Kaufhäusern und Geschäften bleibt entsprechend äußerst begrenzt. In Berlin richtet Charlotte Siebert-Wernekink am Lette-Verein eine eigene Klasse für Modezeichnen ein.
KULTUR · 1919
Am 4. August wird in Berlin im Kronprinzenpalais Unter den Linden die „Neue Abteilung der Nationalgalerie" gegründet — weltweit die erste öffentliche Sammlung zeitgenössischer moderner Kunst des 20. Jahrhunderts. Am 30. September wird am politisch-expressionistischen Berliner Theater „Tribüne" Ernst Tollers Kriegsheimkehrer-Stück „Die Wandlung" uraufgeführt, Regie Karlheinz Martin, mit Fritz Kortner in der Hauptrolle. Am 5. April hat das Singspiel „Das Dorf ohne Glocke" von Eduard Künneke am Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater Berlin Premiere.
KINO & FUNK · 1919
Am 18. September eröffnet der Ufa-Palast am Zoo mit der Uraufführung von Ernst Lubitschs „Madame DuBarry", in der Hauptrolle Pola Negri. Bereits im Mai hatte „Anders als die Andern" von Richard Oswald und Magnus Hirschfeld für Aufsehen gesorgt. Am 31. Juli wird eine drahtlose Funkverbindung zwischen Berlin und New York eröffnet.
GESTORBEN · 1919
- Theodore Roosevelt (60), 26. US-Präsident 1901–1909 — 6. Jan., USA.
- Gustav Landauer (49), Theoretiker und Aktivist des deutschen Anarchismus, führende Figur der Münchner Räterepublik — 2. Mai, München.
- Ernst Haeckel (85), deutscher Biologe und Darwinist — 9. Aug., Jena.
- Hugo Haase (56), Vorsitzender der USPD, Mitglied des ersten Rats der Volksbeauftragten — 7. Nov. (Attentat am 8. Okt.), Berlin.
- Pierre-Auguste Renoir (78), französischer Maler des Impressionismus — 3. Dez., Cagnes-sur-Mer.
- John Alcock (27), britischer Pilot, Erstüberquerung des Atlantiks im Juni 1919 — 18. Dez., bei Rouen.
LICHTBLICKE · Gutes aus dem Jahr 1919
- Erste Nonstop-Atlantiküberquerung (14./15. Juni, Neufundland–Clifden, Irland). John Alcock und Arthur Whitten Brown fliegen in einer umgebauten Vickers Vimy als erste Menschen nonstop über den Atlantik und werden dafür von König Georg V. zu Rittern geschlagen.
- Gründung von „Save the Children" (19. Mai, London). Die Britin Eglantyne Jebb gründet mit ihrer Schwester das Kinderhilfswerk zur Unterstützung von Kindern in Deutschland und Österreich, die unter den Kriegsfolgen leiden.
- Gründung der Liga der Rotkreuz-Gesellschaften (5. Mai, Paris). Die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Japans und der USA schließen sich zusammen.
- Erste Waldorfschule (7. Sept., Stuttgart). Als Betriebsschule für Arbeiterkinder der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik eröffnet die erste Waldorfschule.
DAS WETTER · 1919 in Berlin
Am 13. Juli erreichte das Thermometer an der Station Dahlem bei Berlin ein Tagesmaximum von 18,5 °C, das Minimum lag bei 11,5 °C; das Mittel aus beiden Werten ergibt 15,0 °C (ein amtliches Tagesmittel liegt für diesen Tag nicht vor). Niederschlag fiel an diesem Tag keiner, während es zwei Tage später, am 15. Juli, mit 8,5 mm bereits wieder regnete.
Der heißeste Tag des Jahres war der 12. September mit 34,2 °C, der kälteste (gemessen am Tagesminimum) der 29. Dezember mit −15,1 °C. Berlin zählte 113 Frosttage und 34 Eistage, dazu 32 Sommertage mit mindestens 25 °C, davon elf heiße Tage über 30 °C. Der Jahresniederschlag summierte sich auf 541,0 mm. Im Mittel erreichte das Tagesmaximum 12,1 °C, das Tagesminimum 3,8 °C.
(Messwerte der Station Berlin-Dahlem. Quelle: Meteostat / DWD.)
DIE HITS DES JAHRES · Top 20 1919
Amtliche Verkaufscharts gibt es in Deutschland noch nicht; die Liste stützt sich auf eine Operetten-Musiknummer sowie die Otto-Reutter-Diskografie (August 1919). Von zwanzig vorgesehenen Plätzen ließen sich trotz erweiterter Recherche nur 8 Titel mit konkretem Liedtitel und Jahresbeleg finden.
- Wenn die Knospen sprießen — Liednummer aus dem Singspiel „Das Dorf ohne Glocke", Musik: Eduard Künneke, Libretto: August Neidhart, UA 5. April 1919, Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater Berlin
- Der kranke Michel — Musik & Text: Otto Reutter, Couplet, aufgenommen Berlin August 1919 (DGG/Polyphon 16289)
- Der weiß nicht, daß Krieg war — Otto Reutter, Couplet, aufgenommen Berlin August 1919 (DGG/Polyphon 16547)
- Schilder-Couplet — Otto Reutter, Couplet, aufgenommen Berlin August 1919 (DGG/Polyphon 16547)
- Er stand nach Tabak, sie stand nach Butter — Musik & Text: Otto Reutter, Couplet, aufgenommen Berlin August 1919 (DGG/Polyphon 16548)
- Der Kriegsgewinnler — Musik & Text: Otto Reutter, Couplet, aufgenommen Berlin August 1919 (DGG/Polyphon 16290)
- Laß' sie hungern! — Musik & Text: Otto Reutter, Couplet, aufgenommen Berlin August 1919 (DGG/Polyphon 16548)
- Der Lorbeerkranz der Tiere — Musik & Text: Otto Reutter, Couplet, aufgenommen Berlin August 1919 (DGG/Polyphon 16288)