DER CHRONIST
Nach dem Attentat auf Walther Rathenau im Juni verschärft der Reichstag mit dem Republikschutzgesetz die Verfolgung politischer Gewalt, während sich der Dollarkurs von rund 190 Mark im Januar auf mehrere Tausend Mark im Dezember vervielfacht. Im Oktober verlängert der Reichstag die Amtszeit von Reichspräsident Friedrich Ebert bis 1925, um eine Volkswahl in unruhiger Zeit zu vermeiden, während in Rom Benito Mussolinis Marsch auf die Hauptstadt ihn zum Ministerpräsidenten macht. Zwischen Notgeld aus Seide, einem nie entschiedenen Fußball-Endspiel und der Premiere von „Nosferatu" im Marmorsaal am Zoo sucht Berlin auch Ablenkung vom Ernst der Lage.
Mord an Walther Rathenau

Am Vormittag des 24. Juni, gegen 11 Uhr, wird Außenminister Walther Rathenau auf dem Weg von seinem Wohnhaus in der Königsallee in Berlin-Grunewald zum Auswärtigen Amt mit Schüssen und einer Handgranate angegriffen und stirbt noch am Tatort. Rathenau war seit dem 31. Januar Außenminister und hatte im April mit dem Vertrag von Rapallo für Aufsehen gesorgt; die nationalistische Presse hatte ihn monatelang offen als „den Juden Rathenau" angefeindet.
Als Täter werden die Studenten Erwin Kern, der die Schüsse abgab, und Hermann Fischer, der die Granate warf, ermittelt, als Fahrer diente Ernst-Werner Techow — alle drei Mitglieder der rechtsradikalen Untergrundorganisation „Consul". Reichskanzler Joseph Wirth ruft am 25. Juni im Reichstag aus: „Der Feind steht rechts!" Am 17. Juli werden Kern und Fischer auf der Burg Saaleck aufgespürt; Kern wird bei der Festnahme erschossen, Fischer erschießt sich selbst.
Noch im Juli verabschiedet der Reichstag das „Gesetz zum Schutze der Republik", das unter anderem einen eigenen Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik schafft. Im Prozess wird Techow zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, sein Mittäter Ernst von Salomon zu fünf Jahren.
Aus heutiger Sicht
Der Mord an Rathenau gilt als Fanal des Rechtsterrors der frühen Weimarer Republik, dem bereits Matthias Erzberger und Karl Gareis zum Opfer gefallen waren. Ernst von Salomon verarbeitet seine Beteiligung an dem Attentat literarisch. (Quelle: en.wikipedia.org — Walther Rathenau)
Vertrag von Rapallo

Am Rande der Wirtschaftskonferenz von Genua, an der vom 10. April bis 19. Mai 34 Staaten teilnehmen, schließen das Deutsche Reich und Sowjetrussland im Küstenort Rapallo einen bilateralen Vertrag. Unterzeichner sind Außenminister Walther Rathenau und Volkskommissar Georgi Tschitscherin. Beide Seiten verzichten gegenseitig auf Reparations- und Kriegsschadensersatz, nehmen diplomatische Beziehungen wieder auf und gewähren sich Meistbegünstigung im Handel.
Frankreich kündigt bereits am 22. April an, den Vertrag für nichtig erklären zu wollen; auch die übrigen Genua-Teilnehmer begegnen dem deutsch-sowjetischen Alleingang mit Misstrauen.
Die Mark stürzt: Inflation eskaliert

Im Januar kostet ein US-Dollar noch rund 190 bis 200 Mark. Am 1. August, nach einer Börsenpanik, steigt der Kurs auf 643 Mark (ein Pfund kostet 2.850 Mark), am 5. September auf 1.440 Mark (Pfund: 6.525 Mark). Im Dezember bewegt sich der Dollarkurs zwischen rund 7.000 und 9.000 Mark, das Pfund zwischen 30.000 und 40.000 Mark. Die schwebende Reichsschuld wächst von 247 Milliarden Mark zu Jahresbeginn auf 1.494 Milliarden Mark zum Jahresende — bei einem ursprünglichen Budget von nur 103,2 Milliarden Mark.
Im November werden allein in Berlin 468 neue Aktiengesellschaften gegründet, ein Spekulationsfieber, dem die Behörden nach Worten der „Frankfurter Zeitung" hilflos gegenüberstehen. Am 14. November tritt Reichskanzler Joseph Wirth zurück; am 22. November bildet der parteilose Wilhelm Cuno ein Kabinett der „Wirtschaft".
Aus heutiger Sicht
Das Jahr 1922 gilt als Vorstufe zur Hyperinflation von 1923, die im November jenes Jahres mit der Einführung der Rentenmark endet. (Quelle: Berliner Zeitung)
Überfall auf Maximilian Harden

Am Abend des 3. Juli wird der Publizist Maximilian Harden, Herausgeber der Zeitschrift „Die Zukunft", vor seinem Haus in Berlin-Grunewald von hinten niedergeschlagen. Er erleidet acht Kopfwunden und schwebt zwei Wochen in Lebensgefahr, überlebt aber. Als Täter gelten der 22-jährige Herbert Weichhardt und der 30-jährige Paul Ankermann; als Hintermann wird der Oldenburger Buchhändler Albert Grenz vom „Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund" genannt.
Harden muss seine Zeitschrift daraufhin einstellen — die letzte Ausgabe erscheint am 30. September nach 30 Jahren. Der Überfall reiht sich neben den Anschlägen auf Scheidemann und Rathenau in eine Serie rechtsradikaler Gewalttaten des Jahres ein.
Giftanschlag auf Philipp Scheidemann

Bei einem Spaziergang mit Tochter und Enkelin im Bergpark Wilhelmshöhe bei Kassel wird der frühere Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann (SPD) mit einer Blausäure-Sprühvorrichtung angegriffen. Starker Wind verhindert, dass das Gift ihn trifft — Scheidemann überlebt. Die Täter, Kaufmann Hans Hustert und Landwirt Karl Oehlschläger von der Organisation „Consul", werden Anfang August in Schlesien gefasst, gestehen und werden zu je zehn Jahren Haft verurteilt.
Es ist ein Anschlag der Organisation Consul auf einen Spitzenpolitiker, nach dem Mord an Erzberger im Vorjahr und vor dem Mord an Rathenau drei Wochen später.
Streiks im Februar: Reichsbahn und Berlins Versorgung

Vom 1. bis 8. Februar legen rund 700.000 Reichsbahn-Beschäftigte für sieben Tage die Arbeit nieder, nachdem Reichskanzler Joseph Wirth eine Teuerungszulage abgelehnt hatte. Parallel dazu streiken vom 5. bis 8. Februar erfolglos die Berliner Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerker. Auch süddeutsche Metallarbeiter legen bis zum 27. Mai 13 Wochen lang die Arbeit nieder — ein Zeichen für die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Das Deutschlandlied wird Nationalhymne

Am dritten Verfassungstag der Republik erklärt Reichspräsident Friedrich Ebert in einer „Bekanntmachung" indirekt das „Lied der Deutschen" — den Text von Hoffmann von Fallersleben zur Haydn-Melodie — zur Nationalhymne. Das Lied solle, so Ebert, „nicht im Parteikampf missbraucht werden, es solle nicht zum Kampflied derer werden, gegen die es einmal gerichtet war, und es solle auch nicht zum Ausdruck nationalistischer Überhebung werden." Am 17. August ordnet Ebert als Oberbefehlshaber zusätzlich an, dass auch die Reichswehr das Lied als Nationalhymne übernimmt — eine förmliche Proklamation vermeidet er bewusst.
Reichstag verlängert Eberts Amtszeit

Der Reichstag beschließt am 24. Oktober mit den Stimmen von SPD, DDP, Zentrum, DVP und BVP ein Gesetz zur Änderung von Artikel 180 der Reichsverfassung: Statt einer regulären Volkswahl wird die Amtszeit von Reichspräsident Friedrich Ebert bis zum 30. Juni 1925 verlängert. Hinter dem Schritt steht die Sorge, ein rechtsextremer Kandidat könnte bei einer Volkswahl in der angespannten wirtschaftlich-politischen Lage reüssieren. Ebert war am 11. Februar 1919 von der Nationalversammlung vorläufig zum Reichspräsidenten gewählt worden; am 21. August 1919 leistete er lediglich den Eid auf die neue Verfassung. Die von der Verfassung vorgesehene erste Volkswahl des Reichspräsidenten stand damit weiterhin aus.
Eine Reichstagswahl fand in diesem Jahr ebenso wenig statt wie eine Wahl zum Preußischen Landtag; nur in wenigen deutschen Ländern ging man 1922 an die Wahlurne.
Die übrigen Wahlgänge des Jahres:
- Sachsen, 5. November — SPD 41,8 % (40 Sitze) stärkste Kraft vor DNVP 19,0 % (19 Sitze) und DVP 18,7 % (19 Sitze); Beteiligung rund 82 %. Ministerpräsident bleibt der Sozialdemokrat Wilhelm Buck.
- Braunschweig, 22. Januar — der Braunschweigische Landeswahlverband (DVP-nah) bleibt mit 38,0 % stärkste Kraft vor der USPD mit 27,6 % und der SPD mit 19,8 %.
- Schaumburg-Lippe, 23. April — SPD 43,9 % stärkste Kraft, dahinter DVP 14,6 %.
- Waldeck, 21. Mai — der Waldeckische Landeswahlverband (DNVP-Liste) gewinnt mit 50,1 % die absolute Mehrheit, die SPD kommt auf 20,9 %.
- Reichstags-Nachwahl Oppeln, 19. November — infolge der Teilung Oberschlesiens; die Gesamtzahl der Reichstagssitze sinkt dadurch von 469 auf 459.
Das Endspiel ohne Ende: HSV gegen Nürnberg

Im Rahmen der erstmals ausgetragenen „Deutschen Kampfspiele" — dem nationalen Olympia-Ersatz, da das Reich von den Spielen ausgeschlossen bleibt — treffen der 1. FC Nürnberg und der Hamburger SV am 18. Juni im Berliner Grunewaldstadion vor 30.000 Zuschauern im Finale um die Deutsche Fußballmeisterschaft aufeinander. Schiedsrichter Dr. Peco Bauwens bricht das Spiel nach 189 Minuten beim Stand von 2:2 wegen Dunkelheit und eigener Erschöpfung ab.
Das Wiederholungsspiel am 6. August in Leipzig endet nach regulärer Spielzeit erneut 1:1; in der Halbzeit der Verlängerung bricht Bauwens erneut ab, weil Nürnberg nicht mehr genug Feldspieler stellen kann. Insgesamt stehen sich beide Mannschaften 294 Minuten lang gegenüber, ohne dass eine Entscheidung fällt. Am 19. November erklärt der DFB auf seiner Jahrestagung in Jena den HSV mehrheitlich zum Deutschen Meister — der Verein verzichtet jedoch auf den Titel.
Nosferatu erschreckt Berlin: Weltpremiere im Marmorsaal

Im Marmorsaal des Zoologischen Gartens Berlin feiert „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" von Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, mit Max Schreck als Graf Orlok, seine Weltpremiere — inszeniert als aufwendiger Kostümball mit einem eigens verfassten Prolog von Kurt Alexander. Der Film gilt als freie, nicht autorisierte Verfilmung von Bram Stokers „Dracula".
Die Produktionsfirma Prana-Film, deren einziges Werk „Nosferatu" bleibt, gerät im August in Konkurs. Bram Stokers Witwe Florence Stoker hatte zuvor Klage wegen Verletzung der Urheberrechte gegen den Film erhoben.
Aus heutiger Sicht
1925 ordnet ein Gericht im Zuge von Stokers Klage die Vernichtung aller Kopien an; einzelne Exemplare überleben im Ausland und sichern trotz des Vernichtungsurteils das Überleben des Films bis zur Digitalisierung und zu Remakes, unter anderem 1979 durch Werner Herzog und 2024 durch Robert Eggers. (Quelle: Wikipedia — Nosferatu)
Einstein erhält den Nobelpreis für Physik 1921

An Bord des japanischen Ozeandampfers „Kitano Maru" erfährt Albert Einstein davon auf seiner Reise nach Japan, dass ihm rückwirkend der Nobelpreis für Physik des Jahres 1921 zuerkannt wurde; offiziell benachrichtigt wird er beim Halt in Shanghai am 13. November. Das Nobelkomitee begründet die Auszeichnung mit seinen „Verdiensten um die theoretische Physik, besonders für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts" — nicht mit der Relativitätstheorie. Die Jury hatte sich 1921 auf keinen Preisträger einigen können und vergibt die Auszeichnung daher nachträglich für jenes Jahr.
Da Einstein auf Reisen ist, kann er den Preis nicht persönlich abholen; die Verleihung findet am 10. Dezember in Stockholm in seiner Abwesenheit statt.
Lise Meitner habilitiert als erste Frau in Deutschland in Physik

Lise Meitner habilitiert sich an der Berliner Universität als erste Physikerin an einer deutschen Hochschule, ohne Probevorlesung und Kolloquium. Ihre Habilitationsschrift trägt den Titel „Über den Ursprung der Betastrahlspektren radioaktiver Substanzen" und wird unter anderem von Heinrich Rubens und Max von Laue betreut. Die Habilitation berechtigt sie, als Privatdozentin zu lehren; Meitner arbeitet zu dieser Zeit am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin-Dahlem.
Aus heutiger Sicht
Meitner entdeckt im Exil 1938 gemeinsam mit Otto Frisch die theoretische Erklärung der Kernspaltung, erhält dafür aber nie den Nobelpreis. (Quelle: Tagesspiegel)
Erste Insulinbehandlung eines Menschen

Am 11. Januar erhält der 14-jährige Leonard Thompson in Toronto die weltweit erste Insulin-Injektion zur Behandlung von Diabetes; die erste Dosis löst wegen Verunreinigungen eine allergische Reaktion aus. Am 23. Januar wird ihm gereinigtes Insulin verabreicht — diesmal mit durchschlagendem Erfolg. Entwickelt wurde das Mittel von Frederick Banting und Charles Best an der University of Toronto, unterstützt von John Macleod und Biochemiker J. B. Collip; es wird aus Rinderbauchspeicheldrüsen von Schlachthöfen gewonnen. Die Universität vergibt die Produktionslizenz honorarfrei an Pharmafirmen.
Aus heutiger Sicht
Banting und Macleod erhalten für die Entdeckung bereits 1923 den Medizin-Nobelpreis. (Quelle: UMass Medical School)
Marsch auf Rom: Mussolini wird Ministerpräsident

Zwischen dem 27. und 30. Oktober marschieren faschistische Verbände unter Benito Mussolini auf Rom; König Viktor Emanuel III. verzichtet auf den Einsatz des Militärs. Am 30. Oktober wird Mussolini zum italienischen Ministerpräsidenten ernannt. Am 25. November überträgt ihm das italienische Parlament diktatorische Vollmachten. Im Dezember reist Mussolini bereits als Ministerpräsident zur Reparationskonferenz nach London.
Howard Carter entdeckt Tutanchamuns Grab

Im Tal der Könige bei Luxor entdeckt der britische Archäologe Howard Carter, finanziert von Lord Carnarvon, die ersten Stufen zum Grab des Pharaos Tutanchamun. Am 26. November öffnet Carter eine erste Kammer des Grabes — sein Ausruf soll „Wunderbare Dinge" gelautet haben. Es ist das bis dahin am besten erhaltene Pharaonengrab, weitgehend ungeplündert.
Notgeld aus Seide: Bielefeld druckt Geld auf Stoff
Bereits 1921, zum 700-jährigen Stadtjubiläum, hatte die Stadtsparkasse Bielefeld unter Direktor Paul Hanke erstmals Notgeld auf Leinen und Seide drucken lassen. Ein Reichsgesetz vom 17. Juli verbietet neue Notgeldausgaben — doch die beschleunigte Inflation und ein Streik bei der Reichsbank erzwingen ab Oktober die Wiederaufnahme der Produktion. Im Dezember gibt Bielefeld neue Stoffgeld-Scheine zu 1.000, 5.000 und 10.000 Mark heraus, gedruckt auf Leinen, Seide oder Jute, teils mit Spitzen- und Metallfadenborten verziert. Die Motive zeigen Bielefelder Stadtgeschichte und -sagen, darunter den „Jungbrunnen"; die Scheine gelten formal als Scheck bei städtischen Kassen, werden aber überwiegend von Sammlern aufbewahrt statt eingelöst.
AM RANDE NOTIERT
- 6. Februar — Kardinal Achille Ratti wird als Nachfolger des verstorbenen Benedikt XV. zum Papst Pius XI. gewählt.
- 13. März — Wilhelm Furtwängler wird Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, als Nachfolger des im Januar verstorbenen Arthur Nikisch.
- 7. Juni — Von Berlin aus gelingt erstmals eine drahtlose Bildübertragung in die USA.
- 17. Juli — Ein Reichsgesetz verbietet die weitere Ausgabe bunter „Serienscheine", die rund 1.400 deutsche Städte und Gemeinden allein zu Sammlerzwecken hatten drucken lassen.
- 5. November — Der abgedankte Kaiser Wilhelm II. heiratet im niederländischen Exil auf Haus Doorn im Alter von 63 Jahren die 34-jährige Prinzessin Hermine Reuß.
- 1922, Berlin — Der Okkultist Friedrich Weber-Robine gerät nach dem Tod einer Schülerin seiner „Okkultistischen Volkshochschule" wegen mutmaßlicher Erbschleicherei in eine monatelange Pressehetzkampagne.
- 10. Dezember — Niels Bohr erhält den Nobelpreis für Physik für 1922; die Vergabe war bereits am 9./10. November zusammen mit Einsteins Preis für 1921 bekanntgegeben worden.
- 16. Dezember — Der polnische Staatspräsident Gabriel Narutowicz wird nur fünf Tage nach seinem Amtsantritt in Warschau erschossen.
WIRTSCHAFT · 1922
Die Geldentwertung beschleunigt sich im Jahresverlauf dramatisch: Der Dollarkurs vervierzigfacht sich zwischen Januar und Dezember, während Löhne und Preise kaum noch Schritt halten. Zugleich streiken Reichsbahner und Versorgungsbetriebe für Teuerungszulagen. Im November flüchten Berliner Sparer in Aktien: 468 neue Aktiengesellschaften werden allein in der Hauptstadt gegründet.
Der Preisspiegel:
- Dollarkurs — Jan. rund 190–200 Mark → 1. Aug. 643 Mark → 5. Sep. 1.440 Mark → Dez. rund 7.000–9.000 Mark
- Roggenbrot (Berlin, 1 kg) — Dez. rund 163 Mark, rund das 20-fache des Junipreises
- Butter (Berlin) — Juni 144 Mark → Dez. 3.050 Mark
- Kartoffeln (Magdeburg, 1 kg, Ladenpreis) — März 4,00 Mark → Dez. 16,35 Mark
- Butter (Magdeburg, ½ Pfund) — März 24,48 Mark → Dez. 732,75 Mark
SPORT · 1922
Am 18. Juni eröffnen in Berlin die „Deutschen Kampfspiele" im Grunewaldstadion, unter Federführung von Carl Diem organisiert als Ersatz für die verwehrte Olympia-Teilnahme. Am 9. Juli schwimmt der US-Amerikaner Johnny Weissmuller als Erster die 100 Meter Freistil unter einer Minute. Am 20. August findet in Paris die erste internationale Leichtathletik-Meisterschaft der Frauen statt, am 12. September stellt der Finne Paavo Nurmi einen Weltrekord über 5.000 Meter auf.
MODE · 1922
Die Rocksäume erreichen im Sommer Wadenhöhe, bei jungen Frauen bis 20 Jahre reichen sie fast bis ans Knie, während ältere und konservativere Trägerinnen weiterhin wadenlang oder länger tragen. Die Silhouette sitzt mit tief angesetzter Taille locker und „sackartig", dazu kommen Fledermausärmel mit betont weitem Unterarmbereich. Im Herbst notiert Modejournalistin Johanna Thal in der Zeitschrift „Die Dame", die Figur scheine „wieder in eine Hülle gesteckt" — Silhouetten werden schlanker und körperbetonter. Neu am Markt sind BH-artige „Bustenhalter", oft kombiniert mit elastischen Hüfthaltern, für ein androgynes Idealbild. Bei den Kopfbedeckungen bleiben hochkronige, tief sitzende Hüte sowie Turbane und Dreispitz-Formen beliebt.
KULTUR · 1922
George Grosz lässt zum Jahreswechsel die Mappe „Ecce Homo" mit schonungslosen Porträts der Weimarer Gesellschaft — Prostituierte, Bürgertum, Politik — erscheinen. Am 30. Juni erlebt Berlin die Uraufführung eines Stücks von Ernst Toller. Die Dada-Bewegung, nach der „Ersten Internationalen Dada-Messe" von 1920 bereits im Abklingen, verliert mit dem Übergang führender Köpfe wie Grosz zu einem nüchtern-veristischen Stil weiter an Kraft.
KINO & FUNK · 1922
Aus den Ufa-Häusern der Hauptstadt meldet das Jahr die zweiteilige Verfilmung von Fritz Langs „Dr. Mabuse, der Spieler" nach dem Roman von Norbert Jacques: Teil 1, „Der große Spieler", feiert am 27. April im Ufa-Palast am Zoo Premiere, Teil 2, „Inferno", folgt am 26. Mai am selben Ort. Am 17. September wird in Berlin erstmals ein Film mit fest integrierter Tonspur vorgeführt. Öffentlichen Rundfunk gibt es 1922 in Deutschland noch nicht — der Sendebeginn ist erst für das kommende Jahr angekündigt.
GESTORBEN · 1922
- Ernest Shackleton (47), Polarforscher — 5. Januar, an Bord seines Schiffs vor South Georgia.
- Papst Benedikt XV. (67), Oberhaupt der katholischen Kirche — 22. Januar, Rom.
- Walther Rathenau (54), Außenminister, ermordet — 24. Juni, Berlin.
- Minna Cauer (80), Pädagogin und Frauenrechtlerin, Gründerin des „Verein Frauenwohl" — 3. August, Berlin.
- Alexander Graham Bell (75), Erfinder des Telefons — 2. August, Nova Scotia (Kanada).
- Marcel Proust (51), französischer Schriftsteller — 18. November, Paris.
LICHTBLICKE · Gutes aus dem Jahr 1922
- Nansen erhält den Friedensnobelpreis (Dez., Norwegen). Der Polarforscher Fridtjof Nansen wird für seine Flüchtlingshilfe und die Organisation von Hungerhilfe in Sowjetrussland ausgezeichnet; der von ihm eingeführte „Nansen-Pass" wird von zahlreichen Staaten als Reisedokument für Staatenlose anerkannt.
- Frankreich entlässt die letzten deutschen Kriegsgefangenen (13. Okt.). Familien werden nach über vier Jahren wieder vereint.
- Erste Anwältin Deutschlands (7. Dez.). Dr. Maria Otto wird auf Grundlage eines Gesetzes vom Juli als erste Frau in Deutschland zur Anwaltschaft zugelassen.
- Baubeginn des Rhein-Main-Donau-Kanals (29. Mai). Trotz des Krisenjahres startet ein langfristiges Infrastrukturprojekt.
DAS WETTER · 1922 in Berlin
Am 13. Juli erreichte das Thermometer an der Station Berlin-Dahlem 13,6 °C Höchstwert, das Tiefstwert lag bei 11,1 °C; das Mittel aus beiden Werten ergibt rund 12,3 °C (ein amtliches Tagesmittel liegt für diesen Tag nicht vor). Niederschlag fiel mit 1,5 mm nur wenig — tags darauf, am 14. Juli, prasselten dagegen 42,5 mm Regen nieder.
Über das Jahr gesehen war der 6. Juli mit 35,5 °C der heißeste, der 27. Januar mit −17,3 °C der kälteste Tag. Berlin verzeichnete 104 Frosttage und 34 Eistage, dazu 24 Sommertage mit mindestens 25 °C, davon fünf heiße Tage über 30 °C. Der Jahresniederschlag summierte sich auf 716,5 mm. Im Mittel erreichte das Tagesmaximum 11,5 °C, das Tagesminimum 3,7 °C.
(Messwerte der Station Berlin-Dahlem. Quelle: Meteostat / DWD.)
DIE HITS DES JAHRES · Top 20 1922
Amtliche Verkaufscharts gibt es in Deutschland noch nicht; die folgende Liste stützt sich auf Berliner Operettenpremieren — allen voran die Wiedergeburt der „Frau Luna" in ihrer um „Berliner Luft" erweiterten Neufassung — sowie auf amerikanische Foxtrott- und Revue-Titel, die 1922 Notenständer und Tanzdielen der Stadt erreichten. Von zwanzig vorgesehenen Plätzen ließen sich nur 9 Titel belegen, die bis einschließlich 1922 entstanden und in diesem Jahr gesungen und getanzt wurden; auf Verdachtstitel wurde verzichtet.
- Berliner Luft — Musik: Paul Lincke, Text: Heinrich Bolten-Bäckers (Lied von 1904, 1922 in die erweiterte Neufassung von „Frau Luna" übernommen)
- Madame Pompadour: „Heut' könnt' einer sein Glück bei mir machen" — Musik: Leo Fall
- Stumbling — Musik & Text: Zez Confrey
- Chicago (That Toddlin' Town) — Musik & Text: Fred Fisher
- Toot, Toot, Tootsie (Goo'bye!) — Musik/Text: Gus Kahn, Ernie Erdman, Dan Russo, Interpret: Al Jolson (aus „Bombo")
- Carolina in the Morning — Musik: Walter Donaldson, Text: Gus Kahn
- My Buddy — Musik: Walter Donaldson, Text: Gus Kahn
- Three O'Clock in the Morning — Musik: Julián Robledo, Text: Dorothy Terriss, Interpret: Paul Whiteman
- I'll Build a Stairway to Paradise — Musik: George Gershwin, Text: Ira Gershwin/B. G. DeSylva
Der Kieler Norden wird Stadt: Holtenau, Pries und Friedrichsort
Zum 1. Oktober wächst die Stadt Kiel nach Norden. Die bisher selbständigen Landgemeinden Holtenau und Pries und der Gutsbezirk Friedrichsort gehörten zum Kreis Eckernförde und damit zum schleswigschen Landesteil der Provinz Schleswig-Holstein; nun werden sie eingemeindet. Pries zählt rund 3860 Einwohner, Holtenau, bis dahin Amtsbezirk Knoop, über 3000. Holtenau liegt am Ende des Kaiser-Wilhelm-Kanals, Marine und Seeflieger sind dort seit 1918 abgezogen.
Der Weg war nicht ohne Streit. Am 31. Januar erklärten sich die Stadtkollegien grundsätzlich zur Eingemeindung bereit, bemängelten aber die Höhe der Forderungen des Kreises Eckernförde. Am 28. September stimmte der preußische Staatsrat dem Gesetz über die Erweiterung des Stadtkreises Kiel zu. Die Stadt unter Oberbürgermeister Emil Lueken erhofft sich vom Zuwachs Zugriff auf neue Gewerbeflächen im Kieler Norden.
Aus heutiger Sicht
Die Eingemeindung war auch Standortpolitik. In den 1920er Jahren wurden in Holtenau die Festungsanlagen abgerissen, und es entstand ein Flugplatz, der 1928 in Betrieb ging.
Fünf Segler von der Förde: Die Germaniawerft baut für Vinnen

Auf der Friedrich Krupp Germaniawerft in Kiel entstehen 1922 fünf Fünfmast-Gaffelschoner für die Bremer Reederei F. A. Vinnen & Co. Die Reederei hatte ihren Schiffspark im Rahmen des Versailler Vertrags verloren. Die Reihe heißt Carl, Werner, Christel, Susanne und Adolf Vinnen; ihre Besonderheit ist die „Vinnen-Takelung“ mit Fock- und Mittelrahtopp.
„Carl Vinnen“ läuft im Februar vom Stapel. Das Schiff misst 1827 BRT, führt mindestens 20 Segel und hat 21 Mann Besatzung. Dazu kommt ein Germania-Dieselmotor mit 350 PS, der den Segler mit fünf Knoten voranbringt. „Adolf Vinnen“ folgt mit dem Stapellauf im Dezember; auch dieses Schiff misst 1827 BRT und hat einen Hilfsmotor mit 350 PS, der es auf sieben Knoten bringt.
Für die Werft sind es Aufträge in schwieriger Zeit: Nach dem Versailler Vertrag bleiben Großaufträge der Reichsmarine aus, und die Germaniawerft steckt in ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Im Vorjahr waren aus vier nicht verschrotteten U-Boot-Hüllen zwei Tanker entstanden.
Der Preis, der zweimal gesegelt wurde: Kieler Woche 1922
Die Kieler Woche beginnt am Sonntag, 11. Juni, bei Regenböen und Nordwestbrise mit der Wettfahrt der Kieler Segler-Vereinigung. Veranstalter sind der Kaiserliche Jachtklub, der Norddeutsche Regatta-Verein und die Kieler Segler-Vereinigung; zum ersten Mal seit Jahren sind wieder einige nordische Jachten am Start.
Um den Felca-Preis des Kaiserlichen Jachtklubs, den Wanderpreis der 40-Quadratmeter-Rennklasse, sind drei Wettfahrten angesetzt; wer zwei gewinnt, erhält ihn für ein Jahr. Start ist bei Laboe, Wendemarken in der Strander Bucht. Die Berliner Jacht „Berolina“ gewinnt am Dienstag, 13. Juni, in 3:27:37 vor „Piehne“ (3:35:50) und „Hamburg“ (3:38:32), am Freitag auch die zweite Wettfahrt. Dann gehen zwei Proteste ein. Die „Berolina“ habe sich für die zweite Wettfahrt Segel eines anderen Bootes geliehen; die Schiedsrichter weisen das als nicht stichhaltig zurück. Außerdem habe sie einen bezahlten Mann an Bord gehabt, was bei diesen Regatten nicht gestattet ist. Diesem Protest geben die Schiedsrichter statt: „Berolina“ verliert den Preis, die bisherigen Ergebnisse sind umgestoßen.
Am letzten Tag, Montag, 19. Juni, müssen deshalb zwei Wettfahrten gesegelt werden: erst eine auf eine Runde verkürzte Ausscheidung unter acht Booten, dann die Entscheidung zwischen „Hamburg“, „Piehne“ und „Irrwisch“. „Hamburg“ geht in 2:20:32 als Erste durchs Ziel, vor „Piehne“ mit 2:21:22 und „Irrwisch“ mit 2:22:13.
Limnologen gründen ihre Vereinigung in Kiel
In den ersten Augusttagen wird in Kiel die „Internationale Vereinigung für theoretische und angewandte Limnologie“ gegründet, die Vereinigung zur Erforschung der Binnengewässer. Vorbereitet haben sie Professor August Thienemann aus Plön und Einar Naumann aus Lund in Schweden. Die erste Tagung findet im Zoologischen Institut der Universität statt. Schon vor ihrem Beginn liegen rund 200 Beitrittserklärungen aus rund 20 Staaten vor, 29 Vorträge sind angemeldet. Ein Vertreter des Reichsernährungsministeriums hebt die Bedeutung der Binnengewässer angesichts der Ernährungsnot hervor.
Zum Programm gehört eine Demonstrationsfahrt auf dem dänischen Forschungsdampfer „Japetus Steenstrup“ unter Leitung von Professor Petersen sowie die Besichtigung des schwedischen Forschungsdampfers „Skagerrak“. Am Samstagnachmittag, 5. August, lädt der Senat der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft die Teilnehmer nach Plön ein, wo sie die Hydrobiologische Anstalt besichtigen. Am Sonntag folgt ein zwangloser Ausflug zu Seen und Quellen der Holsteinischen Schweiz.
Zum Vorstand gewählt werden Thienemann als 1. Vorsitzender, Zschokke aus Basel als 2. Vorsitzender und Dr. Lenz aus Plön als Geschäftsführer; Naumann ist Beisitzer.
Aus heutiger Sicht
Nach dem Krieg war die deutsche Wissenschaft international weitgehend isoliert. In Kiel tagten nun auch Dänen, Schweden und Schweizer. Aus ihr ging die International Society of Limnology hervor.
KURZ NOTIERT · Kiel 1922
- 4. April — In Holtenau werden Straßen umbenannt: Die Bergstraße heißt künftig Königsende, die Hansastraße Diekmissen, der Vordere Kirchenweg Grimmstraße, die Kieler Straße Wendenburgstraße, die Posadowskystraße Hayßenstraße, die Stiftstraße Banseestraße und die Jägerstraße Jaegerallee. Die Hafenstraße geht in der Kanalstraße auf.
- 9. Mai — Die Straßen Am Wohld und Voßhörn erhalten ihre Namen, der Russeer Weg wird nach Norden verlängert.
- 27. Mai — Der Gemeinderat des noch selbständigen Holtenau benennt die Holtenauer Straße in Bebelstraße um.
- 26. Juni — Auf der Förde kentert in einer Gewitterbö ein mit acht Personen besetztes Segelboot. Ein Motorenbauer aus Wellingdorf ertrinkt, die übrigen Insassen werden gerettet.
- 12. August — Eine Verlustanzeige: Eine Reisetasche mit 60 000 Mark, schwedischen Kronen, Wäsche und Toilettengegenständen ging im Lübecker Zug, der abends in Kiel eintrifft, zwischen Ascheberg und Preetz verloren. Der Finderlohn beträgt 20 000 Mark.
- 22. September — Apotheker Ewald Klumpp eröffnet die Hafen-Apotheke in Holtenau.
- 13. November — Teile der Prieser Feldstraße heißen künftig Grüffkamp. Die Johann-Meier-Straße soll Timm-Kröger-Straße heißen.
- Im Lauf des Jahres — Eine neue Straßenbahnlinie 8 fährt von Neumarkt über Gaarden nach Wellingdorf.
RUND UM DIE FÖRDE · 1922
- 26. April, Eckernförde — Eckernförde beschließt ein „großes Seebad“. Auf Veranlassung des Magistrats findet an diesem Mittwoch eine Konferenz mit dem Vorsitzenden des Verbandes der Hotelbesitzervereine Deutschlands statt. Danach soll die Stadt Kurhaus, Hotels und Hausbauten erhalten und das Strandgelände ausgebaut werden. Anlass ist die Sperrung ausländischer Erholungsorte; Kiel, 28 Kilometer entfernt, will das Projekt unterstützen.
- Ende Juli, Heikendorf — Bei einem Explosionsunglück in einem Nebengebäude einer Villa wird ein Schlosser und Sprengmeister, der mit Sprengmaterial hantierte, getötet. Das Gebäude wird zu einem Drittel zerstört, ein im Haus wohnender Pastor a. D. wird verschüttet, aber lebend geborgen.
SPORT AN DER FÖRDE · 1922
- Holstein Kiel — Die Mannschaft wird in der Saison 1921/22 Sieger der Kreisliga Nordkreis: 9 Siege, 2 Unentschieden, 1 Niederlage, 33:10 Tore, 20:4 Punkte.
- Kilia Kiel — Die Fußballvereinigung Kilia wird Zweiter der Kreisliga Nordkreis (38:18 Tore), Borussia Gaarden Dritter.
- Holstein Kiel — In der Endrunde um die norddeutsche Meisterschaft siegt Holstein am Karfreitag, 14. April, in Kiel mit 3:0 gegen St. Georg. Am Sonntag, 7. Mai, unterliegt der bis dahin führende Verein dem Hamburger SV nach äußerst scharfem Kampf mit 2:3. Eine Woche später, am 14. Mai, kommt Holstein in Kiel gegen den Lübecker Ballspielverein nur zu einem Unentschieden; der Hamburger SV ist damit zum zweiten Mal hintereinander Norddeutscher Meister und Holstein Zweiter.
- Holstein-Platz — Am 6. August wird die neue Tribüne aus Stein und Holz mit einem Freundschaftsspiel gegen Kilia Kiel eingeweiht, Holstein gewinnt 3:0. Die Tribüne fasst 420 Zuschauer und hat fünf Umkleideräume, Waschräume und eine Platzwärterwohnung; hinzu kommen Stehplatztraversen.
DAS WETTER · 1922 in Kiel
An diesem 13. Juli meldete die Wetterstation Neumünster einen Höchstwert von 19,9 °C, in der Nacht 7,7 °C und im Mittel 16,3 °C; Niederschlag fiel nicht (0,0 mm). Neumünster liegt rund 28 Kilometer südsüdwestlich von Kiel im Binnenland.
Das Jahr über: Im Mittel 7,1 °C. Wärmster Tag 32,6 °C am 23. Mai, kältester Tiefstwert −18,7 °C am 8. Februar. 4 Hitzetage (≥ 30 °C), 12 Sommertage (≥ 25 °C), 34 Eistage (Dauerfrost) und 119 Frosttage; Jahresniederschlag 674 mm.
(Messwerte der DWD-Station Neumünster. Quelle: DWD Climate Data Center.)