DER CHRONIST

Zum Geleit

Mit dem Nichtangriffspakt vom Januar sucht Berlin die Beruhigung an der Ostgrenze, ehe Ende Juni die blutige Abrechnung mit der SA-Führung und im August der Tod des Reichspräsidenten Hindenburg den Weg zur uneingeschränkten Führergewalt Hitlers frei machen — eine Volksabstimmung nickt sie im Nachhinein ab. In Wien scheitert im Februar der Aufstand der Sozialdemokraten, im Juli wird Bundeskanzler Dollfuß von nationalsozialistischen Putschisten ermordet. In Bromberg beobachtet die deutsche Minderheit mit Sorge, wie Warschau den Minderheitenschutzvertrag aufkündigt, während sich ihre eigenen Organisationen neu ordnen. Draußen in der Welt bricht in China der Lange Marsch auf, in Leningrad fällt Kirow einem Attentat zum Opfer — und in Berlin ringt eine Bekennende Kirche der Vereinnahmung durch das Regime.

Die Schlagzeilen des Jahres

Deutsch-polnischer Nichtangriffspakt unterzeichnet

Józef Lipski, polnischer Botschafter in Berlin, unterzeichnet den Nichtangriffspakt
Józef Lipski, polnischer Botschafter in Berlin, unterzeichnet den Nichtangriffspakt (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In Berlin unterzeichnen Reichsaußenminister Konstantin Freiherr von Neurath und der polnische Botschafter Józef Lipski die „Deutsch-Polnische Erklärung" — einen auf zehn Jahre befristeten Nichtangriffspakt, oft auch Pilsudski-Hitler-Pakt genannt. Vorausgegangen waren seit Mai 1933 geführte Sondierungsgespräche: Hitler sucht die Beruhigung der Ostgrenze aus taktischen Gründen, Warschau fühlt sich zwischen Deutschland und der Sowjetunion bedrängt und greift nach jedem Angebot einer Entspannung. Beide Seiten verpflichten sich, künftige Streitfragen — allen voran die nach dem Versailler Vertrag an Polen gefallenen Gebiete Danzig und Korridor sowie Oberschlesien — ausschließlich friedlich zu lösen, und sagen sich gegenseitige Nichteinmischung zu. Eine förmliche Anerkennung der bestehenden Grenzen enthält der Text ausdrücklich nicht.

Für die deutsche Minderheit in Bromberg und der Wojewodschaft Posen ist der Pakt ein zwiespältiges Signal: Einerseits verspricht er eine Atempause im jahrelang aufgeheizten deutsch-polnischen Verhältnis, andererseits bleibt offen, welchen Preis Berlin dafür von Warschau in der Minderheitenfrage verlangt — oder eben nicht verlangt.

Bürgerkrieg in Österreich — die Februarkämpfe

Soldaten des österreichischen Bundesheeres während der Februarkämpfe in Wien
Soldaten des österreichischen Bundesheeres während der Februarkämpfe in Wien (Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Seit dem März 1933, als Bundeskanzler Engelbert Dollfuß das Parlament mit einem umstrittenen Verfahrenstrick ausgeschaltet hatte und den Republikanischen Schutzbund der Sozialdemokraten verbot, staut sich die Spannung in Österreich. Am Morgen des 12. Februar durchsucht die Polizei die Linzer Parteizentrale der Sozialdemokraten im Hotel „Schiff" nach Waffen; Mitglieder des bereits verbotenen Schutzbunds leisten bewaffneten Widerstand. Binnen Stunden greift der Aufstand auf Wien, Graz, Steyr und weitere Industriestädte über. Gegen die Aufständischen setzt die Regierung Polizei, Gendarmerie, das Bundesheer und die faschistoide Heimwehr ein — in Wien wird sogar Artillerie gegen die sozialdemokratischen Gemeindebauten wie den Karl-Marx-Hof eingesetzt.

Nach drei Tagen ist der Aufstand niedergeschlagen: Mehr als 300 Tote und rund 800 Verletzte sind zu beklagen. Neun von 21 zum Tode verurteilten Schutzbund-Führern werden hingerichtet, darunter Koloman Wallisch und der schwerverletzte Karl Münichreiter. Die Sozialdemokratische Partei und ihre Organisationen werden verboten, Dollfuß nutzt den Sieg, um den autoritären Ständestaat endgültig zu errichten. Die Republik ist damit politisch am Ende — doch dem Bundeskanzler bleiben nur noch wenige Monate, ehe er selbst einem Anschlag zum Opfer fällt (siehe Story 7).

Bekenntnissynode in Barmen — die Kirche widersteht

Der reformierte Theologe Karl Barth, Hauptverfasser der Barmer Theologischen Erklärung
Der reformierte Theologe Karl Barth, Hauptverfasser der Barmer Theologischen Erklärung (Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Auf Einladung des westfälischen Präses Karl Koch versammeln sich vom 29. bis 31. Mai in der Gemarker Kirche in Wuppertal-Barmen 139 Synodale aus fast allen deutschen Landeskirchen zur ersten „Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche". Anlass ist der Vormarsch der regimetreuen „Deutschen Christen", die die evangelische Kirche der NS-Diktatur und dem „Führerprinzip" unterwerfen wollen. Unter maßgeblicher Feder des reformierten Theologen Karl Barth, unterstützt von den lutherischen Theologen Thomas Breit und Hans Asmussen, verabschiedet die Synode die „Barmer Theologische Erklärung" — erstmals seit der Reformation einigen sich Vertreter lutherischer, reformierter und unierter Kirchen auf ein gemeinsames Glaubenszeugnis.

In sechs Thesen weist die Erklärung jede Irrlehre zurück, die neben dem Wort Gottes noch andere Ereignisse und Mächte als Quelle kirchlicher Verkündigung anerkennen will — eine unmissverständliche Absage an die Vereinnahmung der Kirche durch den Staat, formuliert freilich vorsichtig theologisch, nicht politisch. Aus der Synode geht die „Bekennende Kirche" hervor, die sich fortan als eigene, um Unabhängigkeit ringende Strömung innerhalb der evangelischen Kirche versteht — ein Widerstand, der im Herbst mit einer eigenen Bekenntnissynode auch in Berlin-Dahlem Gestalt annimmt (siehe Story 10).

Fußball-Weltmeisterschaft in Italien — Deutschland wird Dritter

Die italienische Nationalmannschaft feiert den WM-Titel 1934
Die italienische Nationalmannschaft feiert den WM-Titel 1934 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Gastgeber Italien unter dem faschistischen Regime Mussolinis nutzt die zweite Fußball-Weltmeisterschaft der Geschichte als Propagandaschau. Im Finale in Rom setzt sich die „Squadra Azzurra" am 10. Juni nach Verlängerung mit 2:1 gegen die Tschechoslowakei durch und krönt sich zum Weltmeister im eigenen Land. Für Deutschland verläuft das Turnier weniger glanzvoll, aber respektabel: Im kleinen Finale um Platz drei bezwingt die deutsche Elf am 7. Juni in Neapel Österreich mit 3:2 — zwei Tore erzielt Ernst Lehner, eines Edmund Conen — und sichert sich den dritten Platz.

Das Turnier ist von der politischen Großwetterlage überschattet: Mussolini lässt seine Auswahl unter enormem Druck antreten, mehrere Schiedsrichter- entscheidungen zugunsten der Gastgeber sorgen international für Kritik. Für das Reich, das erst kurz zuvor mit dem Nichtangriffspakt und dem Röhm-Blutbad Schlagzeilen macht, ist der dritte Platz ein willkommener sportlicher Achtungserfolg — und ein Vorgeschmack auf die Rolle, die der Sport im nationalsozialistischen Selbstverständnis bald spielen wird.

Schalke 04 wird erster Deutscher Meister im Berliner Poststadion

Das Berliner Poststadion, Schauplatz des Endspiels um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1934 (heutige Ansicht)
Das Berliner Poststadion, Schauplatz des Endspiels um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1934 — heutige Ansicht (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Vor 45.000 Zuschauern im Berliner Poststadion gewinnt der FC Schalke 04 das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft mit 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg und krönt sich zum ersten Mal in seiner Geschichte zum Deutschen Meister — der Auftakt zu einer Serie, die die Gelsenkirchener bis in die vierziger Jahre zum dominierenden Klub im Reich machen wird. Die Entscheidung fällt spät: Fritz Szepan trifft in der 88. Minute zum Ausgleich, Ernst Kuzorra in der 90. Minute zum umjubelten Siegtreffer. Beide Torschützen — Szepan und sein Schwager Kuzorra — bilden über Jahre das Herzstück des legendären „Schalker Kreisels", des kurzpassorientierten Kombinationsspiels, das die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet berühmt macht.

Für die Reichshauptstadt ist das Endspiel ein sportliches Großereignis vor eigenem Publikum, wenige Tage bevor die politische Gewalt der „Nacht der langen Messer" die Schlagzeilen wieder ganz anders füllt (siehe Story 6).

Die „Nacht der langen Messer" — Hitler lässt Röhm und Gegner ermorden

Der frühere Reichskanzler Kurt von Schleicher, in Neubabelsberg zusammen mit seiner Frau erschossen
Der frühere Reichskanzler Kurt von Schleicher, in Neubabelsberg zusammen mit seiner Frau erschossen (Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Unter dem Vorwand eines angeblich bevorstehenden SA-Putsches lässt Hitler in den Tagen um den 30. Juni die Führungsspitze der Sturmabteilung um Stabschef Ernst Röhm verhaften und erschießen — die Aktion in Berlin und Umgebung leitet Hermann Göring. Röhm selbst wird am 1. Juli im Gefängnis München-Stadelheim erschossen, nachdem er sich weigert, sich selbst zu richten. Das Regime nutzt die Gelegenheit, weit über die SA hinaus alte Rechnungen zu begleichen: In Neubabelsberg bei Berlin werden der frühere Reichskanzler Kurt von Schleicher und seine Frau in ihrer Villa erschossen, im Reichsverkehrsministerium in Berlin wird der katholische Organisationsleiter Erich Klausener erschossen. Insgesamt kommen nach gesicherten Zählungen rund 90 Menschen ums Leben, die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen.

Rückwirkend legalisiert das Regime die Morde mit dem am 3. Juli verkündeten „Gesetz über Maßnahmen der Staatsnotwehr" — ein einziger Satz erklärt die Taten „zur Niederschlagung hoch- und landesverräterischer Angriffe" für rechtens. Die Reichswehr, erleichtert über die Entmachtung der als Konkurrenz gefürchteten SA, hält still; wenige Wochen später schwört sie nach Hindenburgs Tod Hitler persönlich den Eid. Die „Nacht der langen Messer" markiert den endgültigen Übergang zur Diktatur ohne jede Bindung an Recht und Gesetz.

Aus heutiger Sicht

Die Mordaktion vom 30. Juni gilt der historischen Forschung als Wendepunkt der NS-Diktatur: Mit der Ausschaltung der SA-Führung sichert sich Hitler die Rückendeckung der Reichswehr, während das rückwirkende „Gesetz über Maßnahmen der Staatsnotwehr" staatlich sanktionierten Mord ohne jedes Gerichtsverfahren erstmals offen zum Prinzip erhebt — ein Bruch mit rechtsstaatlichen Grundsätzen, der den Weg zu den späteren, weit größeren Verbrechen des Regimes bereitet.

Juliputsch in Wien — Bundeskanzler Dollfuß ermordet

Engelbert Dollfuß, österreichischer Bundeskanzler, am 25. Juli 1934 bei einem NS-Putschversuch ermordet
Engelbert Dollfuß, österreichischer Bundeskanzler, am 25. Juli 1934 bei einem NS-Putschversuch ermordet (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Nur fünf Monate nach der blutigen Niederschlagung der Sozialdemokraten versucht die österreichische NSDAP selbst den Umsturz: Angehörige der SS-Standarte 89, als Soldaten und Polizisten verkleidet, dringen am Mittag des 25. Juli in das Wiener Bundeskanzleramt ein und besetzen zugleich den Rundfunksender RAVAG, über den sie fälschlich den Rücktritt der Regierung verkünden. Bundeskanzler Engelbert Dollfuß wird bei dem Handstreich durch zwei Schüsse — abgegeben von Otto Planetta — schwer verwundet und stirbt Stunden später, ärztliche wie priesterliche Hilfe wird ihm von den Putschisten verweigert. Der Umsturz selbst scheitert: Bundesheer und Polizei umstellen das Kanzleramt, und aus Italien signalisiert Mussolini, der Dollfuß als Verbündeten schätzt und Truppen an die Brennergrenze verlegt, unmissverständlich seine Bereitschaft, die österreichische Unabhängigkeit notfalls militärisch zu schützen.

Nachfolger als Bundeskanzler wird der bisherige Unterrichtsminister Kurt Schuschnigg, der den autoritären Ständestaat Dollfuß' fortführt. Für Hitler, der von dem Putschversuch nach eigenem Bekunden überrascht wird, bedeutet das Scheitern einen außenpolitischen Rückschlag — die „Anschluss"-Frage bleibt vorerst ungelöst, ein internationaler Vertrauensverlust für Berlin.

Reichspräsident Hindenburg stirbt — Hitler vereint die Staatsämter

Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, Reichspräsident der Weimarer Republik, gestorben am 2. August 1934 in Neudeck
Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, Reichspräsident der Weimarer Republik, gestorben am 2. August 1934 in Neudeck (Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Reichspräsident Paul von Hindenburg stirbt am 2. August auf seinem ostpreußischen Gut Neudeck im Alter von 86 Jahren. Bereits am Vortag, mit Blick auf das absehbare Lebensende, hatte das Kabinett das „Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs" beschlossen, das die Ämter von Reichspräsident und Reichskanzler in der Person Adolf Hitlers vereint — nach der Ausschaltung der SA-Führung im Juni ist damit auch die letzte formal unabhängige Instanz der Weimarer Verfassung beseitigt. Noch am Todestag selbst leistet die gesamte Reichswehr einen neuartigen Eid, der nicht mehr der Verfassung, sondern Hitler persönlich als „Führer und Reichskanzler" bedingungslosen Gehorsam schwört — ein Schritt, der die Armee endgültig an die Person des Diktators bindet.

Nachträglich lässt sich Hitler die Ämterzusammenlegung am 19. August in einer „Volksabstimmung" bestätigen: Bei einer amtlich mit 95,65 Prozent angegebenen Beteiligung stimmen offiziell 89,93 Prozent mit Ja. Eine Ablehnung der Ämterzusammenlegung als solche stand nicht zur Wahl, gestimmt wurde nur über das bereits beschlossene Gesetz; vielerorts wird zudem offen und unter den Augen von Partei- und Betriebsfunktionären abgestimmt, begleitet von massivem propagandistischem Druck. Selbst unter diesen Bedingungen verweigern gut zehn Prozent der Abstimmenden Zustimmung oder geben einen ungültigen Stimmzettel ab. Mit Hindenburgs Tod verschwindet die letzte Symbolfigur, die dem Regime noch äußerlich staatliche Kontinuität verlieh; der Weg zur uneingeschränkten Führerdiktatur ist frei.

Aus heutiger Sicht

Mit der Ämterzusammenlegung und dem bedingungslosen Reichswehreid entfällt die letzte institutionelle Bremse der Weimarer Verfassung; die Volksabstimmung vom 19. August, unter massivem propagandistischem Druck und ohne echte Ablehnungsoption durchgeführt, gilt Historikern seither als Musterbeispiel einer nachträglichen Scheinlegitimation, mit der sich die bereits vollzogene Diktatur einen demokratischen Anstrich gibt.

Bromberg: Deutsche Vereinigung gegründet — und Warschau kündigt den Minderheitenschutz

Bromberg (Bydgoszcz) um die Jahrhundertwende — Stadtbild der Netze-Stadt, in der die deutsche Minderheit lebt
Bromberg (Bydgoszcz) um die Jahrhundertwende — Stadtbild der Netze-Stadt, in der die deutsche Minderheit lebt (Wikimedia Commons, gemeinfrei; historische Ansicht, thematisch)

In Bromberg (poln. Bydgoszcz), das seit 1920 zur Republik Polen gehört, gründet Hans Kohnert am 8. September die „Deutsche Vereinigung" — eine neue politische Organisationsstruktur der deutschen Minderheit, die vor allem in Konkurrenz zur bereits etablierten Jungdeutschen Partei unter Rudolf Wiesner tritt, welche seit diesem Jahr ihrerseits von ihrer schlesischen Basis aus in die Wojewodschaft Posen und nach Pommerellen expandiert. Für die schrumpfende deutsche Minderheit — mit ihren Schulen, Kirchengemeinden, Vereinen und Handelshäusern rund um den Bromberger Kanal — bedeutet die neue Konkurrenz eine Zersplitterung der eigenen politischen Vertretung, gerade in einem Moment, in dem die Zeitung „Deutsche Rundschau in Polen" (Chefredakteur Gotthold Starke, Redaktion in der ul. Dworcowa) täglich über die Sorgen der Minderheit berichtet.

Nur fünf Tage später, am 13. September, verkündet Außenminister Józef Beck vor der Vollversammlung des Völkerbunds in Genf, dass Polen die praktische Mitwirkung an den internationalen Minderheitenschutzverträgen einstellt — jenen völkerrechtlichen Verpflichtungen aus der Pariser Friedenskonferenz von 1919, die insbesondere den Deutschen und anderen Minderheiten in Polen zugutegekommen waren. Warschau, das sich seit Langem als aufstrebende Großmacht versteht, wertet den Minderheitenschutz als diskriminierende Sonderauflage. Für die deutsche Minderheit in Bromberg bedeutet die Genfer Erklärung den Wegfall einer wichtigen internationalen Beschwerdeinstanz — gerade während die eigenen Organisationen sich neu sortieren.

Aus heutiger Sicht

Das Ringen um Organisation und Schutz der deutschen Minderheit nimmt hier noch die Form politischer Konkurrenz und diplomatischer Verstimmung an — fünf Jahre später, nach dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939, eskaliert die Gewalt in Bromberg selbst zum „Bromberger Blutsonntag" mit hunderten Toten unter der polnischen wie der deutschen Bevölkerung, den die NS-Propaganda anschließend als Vorwand für eigene Massenverbrechen an der polnischen Zivilbevölkerung instrumentalisiert.

Zweite Bekenntnissynode in Berlin-Dahlem — die Kirche erklärt sich für unabhängig

Die Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem, Tagungsort der Zweiten Bekenntnissynode im Oktober 1934
Die Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem, Tagungsort der Zweiten Bekenntnissynode im Oktober 1934 (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

In der Jesus-Christus-Kirche im Berliner Ortsteil Dahlem tagt am 19./20. Oktober die Zweite Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche und zieht die kirchenrechtlichen Konsequenzen aus der im Mai in Barmen verabschiedeten Erklärung (siehe Story 3). Unter maßgeblicher Beteiligung des Dahlemer Gemeindepfarrers Martin Niemöller und des Theologen Karl Barth, die zu den führenden Köpfen der Synode zählen, stellt die Versammlung fest, dass die verfassungsmäßige Ordnung der Deutschen Evangelischen Kirche unter dem regimetreuen Reichsbischof Ludwig Müller „zerbrochen" sei — dessen Kirchenregiment gelte kirchenrechtlich als illegitim. Auf dieser Grundlage verkündet die Synode das „Kirchliche Notrecht von Dahlem": Fortan sollen eigene, von der Bekennenden Kirche eingesetzte Leitungsgremien die Kirchenverwaltung übernehmen, wo die offizielle Kirchenleitung dem Bekenntnis untreu geworden sei.

Mit dieser Erklärung vollzieht die Bekennende Kirche in der Reichshauptstadt selbst den institutionellen Bruch mit der gleichgeschalteten Kirchenleitung — „Barmen" und „Dahlem" werden fortan als die beiden Grundpfeiler des kirchlichen Widerstands gegen die nationalsozialistische Vereinnahmung der evangelischen Kirche genannt, auch wenn die Radikalität des Dahlemer Notrechts unter den beteiligten Theologen selbst umstritten bleibt.

Chinas Kommunisten brechen zum „Langen Marsch" auf

Karte des Langen Marschs der chinesischen Kommunisten 1934/35
Karte des Langen Marschs der chinesischen Kommunisten 1934/35 (Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Von der Einkreisung durch die Truppen des Kuomintang-Führers Chiang Kai-shek in ihrem Rückzugsgebiet in der südchinesischen Provinz Jiangxi militärisch in die Enge getrieben, bricht die Rote Armee der Kommunisten am 16. Oktober bei Yudu zu einem monatelangen Rückzugsmarsch auf, der als „Langer Marsch" in die Geschichte eingeht. Rund 86.000 Mann, dazu Parteikader und wenige Frauen, verlassen ihre bisherige Basis und ziehen — verfolgt von nationalistischen Truppen und lokalen Kriegsherren — in einem gewundenen Kurs quer durch Gebirge und Flüsse Südwest- und Nordwestchinas. Der Aufbruch markiert das vorläufige Ende der kommunistischen „Jiangxi-Sowjetrepublik" und den Beginn eines der verlustreichsten Rückzüge der Militärgeschichte.

Erst im kommenden Jahr wird sich auf dem Marsch die Führungsrolle Mao Zedongs endgültig durchsetzen, und nur ein Bruchteil der ursprünglichen Truppe erreicht am Ende das neue Basisgebiet in Shaanxi — doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Bürgerkrieg in China trotz aller Rückschläge für die Kommunisten noch lange nicht entschieden ist.

Mord an Sergei Kirow — Auftakt zum Großen Terror

Sergei Kirow, Leningrader Parteichef, am 1. Dezember 1934 im Smolny-Institut erschossen
Sergei Kirow, Leningrader Parteichef, am 1. Dezember 1934 im Smolny-Institut erschossen (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Im Smolny-Institut, dem Leningrader Parteisitz, wird der dortige Parteichef Sergei Kirow — ein enger Weggefährte Stalins und Mitglied des Politbüros — am 1. Dezember von Leonid Nikolajew erschossen. Die genauen Hintergründe der Tat bleiben undurchsichtig: Ob es sich um die Tat eines Einzelnen aus persönlichen Motiven handelt oder ob der Kreml selbst die Fäden zog, um einen innerparteilichen Rivalen zu beseitigen, bleibt im Dunkeln. Stalin nutzt den Mord jedenfalls unverzüglich als Vorwand: Noch am selben Tag erlässt die Sowjetführung ein Dekret über Schnellverfahren gegen „Terroristen" — Ermittlung, Verhandlung und Vollstreckung von Todesurteilen sollen künftig binnen weniger Tage und ohne Rechtsmittel möglich sein.

Der Kirow-Mord wird damit zum unmittelbaren Auftakt des „Großen Terrors", der in den folgenden Jahren Millionen Sowjetbürger das Leben kostet und in dem auch zahlreiche alte Bolschewiki, denen die Beteiligung an einer angeblichen Verschwörung um den Mord unterstellt wird, in Schauprozessen abgeurteilt und hingerichtet werden.

Schachweltmeisterschaft: Aljechin verteidigt seinen Titel gegen Bogoljubow

Jefim Bogoljubow, Herausforderer um die Schachweltmeisterschaft 1934
Jefim Bogoljubow, Herausforderer um die Schachweltmeisterschaft 1934 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Zwischen dem 1. April und dem 14. Mai kämpfen der amtierende Weltmeister Alexander Aljechin und sein aus Russland stammender, mittlerweile in Deutschland lebender Herausforderer Jefim Bogoljubow in mehreren deutschen Städten — unter anderem Baden-Baden, München, Bayreuth und Berlin — um die Schachweltmeisterschaft. Es ist bereits das zweite Aufeinandertreffen der beiden nach dem WM-Kampf von 1929, den ebenfalls Aljechin für sich entschieden hatte. Bogoljubow, der 1926 die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hat, gilt als einer der stärksten Spieler seiner Zeit, doch gegen den technisch überlegenen Aljechin bleibt er auch diesmal ohne Chance.

Aljechin verteidigt seinen Titel mit 8 Siegen, 15 Remis und nur 3 Niederlagen überlegen und bleibt damit ungeschlagener Weltmeister — ein Rang, den er bis zu seinem Tod 1946 nicht mehr abgibt. Für das deutsche Schachpublikum, das die Partien in mehreren Städten hautnah verfolgen kann, ist der Wettkampf trotz der klaren Niederlage des in Deutschland ansässigen Herausforderers ein seltener Höhepunkt des internationalen Turnierkalenders in einem ansonsten politisch überschatteten Jahr.

Ingenieur Hermann Kemper erhält Patent auf die Magnetschwebebahn

Spätere Transrapid-Versuchsanlage im Emsland — Umsetzung des 1934 patentierten Schwebebahn-Prinzips (heutige Ansicht)
Spätere Transrapid-Versuchsanlage im Emsland — Umsetzung des 1934 patentierten Schwebebahn-Prinzips, heutige Ansicht (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, Markus Schweiß)

Der Elektroingenieur Hermann Kemper erhält am 11. August vom Reichspatentamt das Patent Nr. 643316 auf eine „Schwebebahn mit Fahrzeug, welches an eisernen Fahrbahnschienen mittels elektromagnetischer Felder schwebend entlang geführt wird" — die Grundidee der späteren Magnetschwebebahn. Kemper, der seit den zwanziger Jahren an dem Problem der berührungslosen Zugführung arbeitet, löst darin ein zentrales Regelungsproblem: Elektromagnete an den Fahrzeugseiten sollen das Fahrzeug in konstantem Abstand über eisernen Schienen in der Schwebe halten, angetrieben ganz ohne Räder oder Reibung.

Zur praktischen Umsetzung fehlen 1934 noch die technischen Voraussetzungen — insbesondere schnelle elektronische Regelkreise, die den schwankenden Schwebeabstand in Echtzeit ausgleichen können. Erst 1935 will Kemper mit einem ersten kleinen Funktionsmodell auf einer 8 Meter langen Versuchsstrecke in Elberfeld die grundsätzliche Machbarkeit demonstrieren; zur Marktreife dieser Zukunftstechnik dürfte es freilich noch Jahrzehnte dauern.

Aus heutiger Sicht

Kempers Idee bleibt lange graue Theorie: Erst ab 1984 nimmt im emsländischen Lathen eine Transrapid-Versuchsstrecke den Betrieb auf, ehe ein Unfall dort am 22. September 2006 mit 23 Toten die schwerste Katastrophe der Magnetschwebetechnik verursacht und maßgeblich zum Ende des deutschen Projekts beiträgt, das 2011 endgültig eingestellt wird — während der auf deutscher Technik basierende Shanghai-Transrapid bis heute im Linienbetrieb fährt.

Dirigent Furtwängler legt mit „Der Fall Hindemith" alle Ämter nieder

Wilhelm Furtwängler, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, in Berlin (Aufnahme vor 1931)
Wilhelm Furtwängler, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, in Berlin, Aufnahme vor 1931 (Erich Salomon / Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Wilhelm Furtwängler, veröffentlicht am 25. November in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" den offenen Artikel „Der Fall Hindemith", in dem er sich öffentlich vor den von den NS-Kulturbehörden als „entartet" gebrandmarkten Komponisten Paul Hindemith stellt, dessen Oper „Neues vom Tage" und dessen jüdische Ehefrau die Machthaber verdächtig machen. Bei der Aufführung derselben Abendveranstaltung wird Furtwänglers Dirigat mit stürmischem Beifall bedacht — für kurze Zeit scheint sich ein öffentlicher Widerspruch gegen die Kulturpolitik des Regimes Bahn zu brechen.

Die Reaktion der Machthaber lässt nicht lange auf sich warten: Propagandaminister Joseph Goebbels attackiert Furtwängler scharf, weitere Auftritte in Berlin werden ihm de facto unmöglich gemacht. Am 4. Dezember zieht Furtwängler die Konsequenz und legt sämtliche offiziellen Ämter nieder — seinen Posten als Vizepräsident der Reichsmusikkammer, als Preußischer Staatsrat und als Leiter der Berliner Staatsoper. Der öffentlich ausgetragene „Fall Hindemith" wird zum bekanntesten Kulturkonflikt des Jahres zwischen einem international gefeierten Künstler und dem NS-Kulturapparat.

Aus heutiger Sicht

Der öffentliche Widerspruch bleibt Episode: Nach einer Aussprache mit Goebbels Ende Februar 1935 bedauert Furtwängler die „Folgen und Folgerungen politischer Art", die sein Artikel ausgelöst habe, und dirigiert schon im April 1935 wieder öffentlich — fortan als gefeierter, aber mit dem Regime arrangierter Künstler, dessen Rolle im NS-Staat nach dem Krieg in einem Entnazifizierungsverfahren untersucht wird, das ihn 1946 entlastet.

Aus den Ressorts

AM RANDE NOTIERT

  • 13. Februar — In Philadelphia verliert Max Schmeling nach Punkten gegen den Amerikaner Steve Hamas; die deutsche Boxöffentlichkeit fiebert bereits dem Rückkampf entgegen.
  • Seit März laufen in Berlin die Abbrucharbeiten an Rennbahn und Deutschem Stadion — der Baubeginn für das gewaltige Reichssportfeld mit dem neuen Olympiastadion nach Plänen von Werner March, das bis 1936 fertiggestellt werden soll.
  • Bis Oktober sind reichsweit bereits 1.500 Kilometer Reichsautobahn im Bau, darunter die Strecken Frankfurt–Heidelberg und Duisburg–Dortmund, weitere 1.200 Kilometer sind genehmigt.
  • Vom 17. bis 26. August zieht die „Große Deutsche Funkausstellung" in Berlin 325.000 Besucher an; die Deutsche Reichspost zeigt erste Laborversuche zum Fernsehen, in der „Halle der Arbeit" wird die Serienfertigung des Volksempfängers vorgeführt.
  • In Bromberg expandiert die schlesische Jungdeutsche Partei unter Rudolf Wiesner dieses Jahr erstmals gezielt in die Wojewodschaft Posen und nach Pommerellen — zur neuen Konkurrenz für die dort ansässigen deutschen Organisationen.
  • Zum Jahresende zählt das Deutsche Reich rund 5 Millionen angemeldete Rundfunkteilnehmer — ein neuer Höchststand.
  • In Berlin wie im ganzen Reich setzt sich die stille Verdrängung jüdischer Bürger aus Berufen und öffentlichem Leben fort — die unerzählte Schlagzeile des Jahres.
  • 29. März — Albert Einstein, seit Jahresbeginn auf einer Vortragsreise in den USA, wird per Gesetz aus dem Deutschen Reich ausgebürgert; sein Berliner Vermögen wird beschlagnahmt.
  • 23. April — Die Berliner Polizei verbietet mit sofortiger Wirkung das gewerbliche Wahrsagen und den Abdruck von Horoskopen in der Reichshauptstadt — Kaffeesatz- und Kartenleser müssen ihr Gewerbe fortan im Verborgenen betreiben.
  • 26. Mai — Das Luftschiff „Graf Zeppelin" startet in Friedrichshafen zu seiner ersten Fahrt nach Rio de Janeiro und eröffnet damit die reguläre Südamerika-Linie des zivilen Luftschiffverkehrs.
  • 2. Juni — Bei den Internationalen Meisterschaften von Frankreich in Paris gewinnt der 24 Jahre alte Gottfried von Cramm im Finale gegen den Australier Jack Crawford — einer der seltenen internationalen Erfolge des deutschen Sports in diesem Jahr.

WIRTSCHAFT · 1934

Nach dem Höchststand von rund sechs Millionen Arbeitslosen im Winter 1932/33 setzt sich die Erholung fort, vom Regime als eigener Erfolg gefeiert: Die amtliche Arbeitslosenzahl sinkt bis zum Jahresende 1934 auf rund drei Millionen — finanziert über schuldenfinanzierte Arbeitsbeschaffungsprogramme wie den Bau der Reichsautobahn (siehe Randnotizen), den bereits 1931 eingeführten Reichsarbeitsdienst und eine zunehmend im Verborgenen anlaufende Aufrüstung. Kritiker verweisen darauf, dass ein Teil des Rückgangs auch auf veränderte Zählweisen zurückgeht. Ein durchschnittlicher Industriearbeiter verdient rund 134 Reichsmark im Monat.

Der Preisspiegel:

  • Roggenbrot (1 kg) — 0,31 RM
  • Butter (1 kg) — 6,32 RM
  • Vollmilch (1 l) — 0,32 RM
  • Eier (1 Stück) — 0,10 RM
  • Zucker (1 kg) — 0,77 RM
  • Kaffee (1 kg) — 5,33 RM
  • Bier (1 l) — 0,39 RM

STIMMEN DER PRESSE · 1934

Die reichsdeutsche Presse ist seit der „Gleichschaltung" von Zeitungen und Rundfunk auf Regimekurs verpflichtet; eine unabhängige Berichterstattung über die Mordaktion vom 30. Juni gibt es im Reich nicht. Das NSDAP-Parteiorgan feiert die Röhm-„Säuberung" auf seiner Titelseite als Rettung des Vaterlands:

„Eine starke Faust und ein eiserner Wille regieren in Deutschland." — Völkischer Beobachter, 3. Juli 1934

Ein gänzlich anderes Bild von der Wirkung auf die Bevölkerung zeichnen die im Prager Exil zusammengetragenen Sopade-Deutschland-Berichte der verbotenen SPD, die verdeckt operierende Vertrauensleute im Reich über die Stimmung befragen. Ernüchtert heißt es dort über die Reaktion auf die Mordaktion:

„Nach der Mehrzahl der Meldungen scheint festzustellen, daß die Popularität Hitlers bei der großen Masse unter den Ereignissen kaum gelitten hat, sondern in manchen Kreisen vielleicht noch gestiegen ist…" — Sopade-Deutschland-Berichte, 1934

SPORT · 1934

Neben der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien und Schalkes erstem Meistertitel (siehe oben) bleibt der deutsche Sport 1934 im Zeichen der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele von 1936: In Berlin beginnt im März der Bau des Reichssportfelds, während im ganzen Land neue Sportstätten und Trainingszentren entstehen. Im Boxring erlebt Max Schmeling mit der Niederlage gegen Steve Hamas am 13. Februar in Philadelphia einen Rückschlag, der erst mit einem Rückkampf im kommenden Jahr korrigiert werden soll. Auf der Berliner Avus und beim traditionsreichen Sechstagerennen in der Deutschlandhalle sorgt der Motor- und Radsport weiter für volle Ränge, während der Wintersport mit Blick auf die Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen zunehmend staatlich gefördert wird.

MODE · 1934

Auch im vierten Jahr des „Dritten Reichs" bleibt die von den Machthabern favorisierte Tracht — Dirndl, Trachtenjanker, schlichte hochgeschlossene Silhouetten — das offiziell propagierte Ideal „deutscher" Kleidung, wie es schon das 1933 gegründete Deutsche Modeamt unter der Schirmherrschaft Magda Goebbels' bewirbt. In den Städten hält sich daneben, trotz aller Kampagnen gegen „welsche" Einflüsse, die international geschnittene Silhouette der frühen dreißiger Jahre: schmal in der Taille, mit betonten Schultern und wadenlangen Röcken. In Bromberg orientiert sich die deutsche wie die polnische Stadtgesellschaft weiterhin an Warschauer und mitteleuropäischer Konfektionsware, während einfache Baumwoll- und Leinenstoffe aus heimischer Produktion den Alltag der meisten Bürger prägen.

KINO & FUNK · 1934

An den deutschen Kinokassen dominiert die einheimische Produktion: Schon am 10. Januar feiert im Berliner Capitol die Gründgens-Komödie „Die Finanzen des Großherzogs" Premiere, mit Viktor de Kowa als verschuldetem Großherzog und dem jungen Heinz Rühmann als Detektiv Pelotard. Zum großen Kassenerfolg des Jahres wird jedoch die Ufa-Großproduktion „Gold" mit Hans Albers und Brigitte Helm, die am 29. März im Ufa-Palast am Zoo Premiere feiert: Ein Ingenieur will darin auf atomarem Weg Blei in Gold verwandeln, ehe Sabotage und ein skrupelloser Konkurrent das Vorhaben bedrohen — parallel entsteht mit Pierre Blanchar in der Hauptrolle eine französische Fassung „L'or", die am 1. Juni in Paris anläuft. Im Rundfunk vollzieht sich derweil die endgültige Gleichschaltung: Die bisherigen Landesrundfunkgesellschaften werden aufgelöst, ihre Befugnisse gehen an die Rundfunkabteilung im Reichspropagandaministerium über, und zum 1. April werden die Sender einheitlich in „Reichssender" umbenannt — parallel dazu läuft die Serienfertigung des billigen „Volksempfängers" auf Hochtouren (siehe Randnotizen).

GESTORBEN · 1934

  • Fritz Haber (65), Chemiker und Nobelpreisträger — 29. Januar, Basel (Schweiz).
  • Marie Curie (66), Physikerin und Chemikerin, zweifache Nobelpreisträgerin — 4. Juli, Sancellemoz (Frankreich).
  • Erich Mühsam (56), anarchistischer Schriftsteller und Kabarettist — 10. Juli, KZ Oranienburg (von SS-Angehörigen ermordet).
  • Samuel Fischer (75), Verleger (S. Fischer Verlag) — 15. Oktober, Berlin.
  • Joachim Ringelnatz (51), Schriftsteller und Kabarettist — 17. November, Berlin.

LICHTBLICKE · Gutes aus dem Jahr 1934

  • Künstliche Radioaktivität entdeckt (Januar, Paris). Dem Ehepaar Irène und Frédéric Joliot-Curie gelingt es, durch Beschuss von Aluminium mit Alphateilchen erstmals künstlich radioaktive Isotope herzustellen — eine bahnbrechende Entdeckung, für die beide 1935 mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt werden.
  • Chemie-Nobelpreis für Harold Urey (November). Der amerikanische Chemiker wird für die Entdeckung des „schweren Wasserstoffs" Deuterium ausgezeichnet — ein Grundbaustein moderner Kernphysik.
  • Medizin-Nobelpreis für die Anämie-Therapie (Oktober). George Hoyt Whipple, George Minot und William Murphy werden gemeinsam für die Entwicklung einer Leberextrakt-Behandlung der perniziösen Anämie geehrt — eine bis dahin fast immer tödliche Blutkrankheit wird behandelbar.
  • Literaturnobelpreis für Luigi Pirandello (November). Der italienische Dramatiker und Erzähler wird für sein kühnes, formsprengendes Bühnen- und Erzählwerk ausgezeichnet.
  • Friedensnobelpreis für Arthur Henderson (Dezember). Der britische Politiker und langjährige Präsident der Genfer Abrüstungskonferenz wird für sein unermüdliches Engagement für internationale Verständigung geehrt — mitten in einem Jahr, das Europa immer tiefer in die Aufrüstung treibt.
  • Bekenntnis gegen die Gleichschaltung der Kirche (Mai/Oktober, Barmen/Berlin-Dahlem). Mit der Barmer Theologischen Erklärung und dem Dahlemer Notrecht setzt die Bekennende Kirche dem Anspruch des Regimes auf totale Vereinnahmung ein öffentliches „Nein" entgegen — ein seltener Akt organisierten Widerstands in einem Jahr der Gleichschaltung.

DAS WETTER · 1934 in Berlin

Am 13. Juli zeigt sich Berlin von seiner sommerlich milden Seite: Die Station Berlin-Dahlem meldet ein Tageshöchst von 23,2 °C und ein Tagestief von 11,5 °C, bei 0,0 mm Niederschlag bleibt es trocken; das Tagesmittel an der Station Berlin-Tempelhof liegt bei 18,8 °C — ein freundlicher Sommertag ohne Extreme.

Das Jahr über: 1934 geht als der bislang wärmste Sommer der noch jungen Messreihe in die Annalen ein. Der heißeste Tag wird am 19. Juli mit 31,6 °C gemessen, der kälteste am 2. Februar mit −11,0 °C. Mit nur 46 Frosttagen fällt der Winter auffallend mild aus, während gleich 59 Sommertage mit 25 °C oder mehr gezählt werden — Rekord für die Vergleichsjahre. Der Jahresniederschlag summiert sich auf 536 mm, das mittlere Tagesmaximum liegt bei 15,0 °C, das mittlere Tagesminimum bei 6,5 °C.

(Messwerte der Station Berlin-Dahlem, Tagesmittel Berlin-Tempelhof. Quelle: Meteostat / DWD.)

DIE HITS DES JAHRES · Top 20 1934

Amtliche Musikcharts gab es in Deutschland erst ab 1959. Diese Liste versammelt die 20 populärsten Schlager und Filmlieder des Jahres — rekonstruiert aus Notenabsatz, Rundfunk und Filmerfolg, keine offizielle Rangfolge.

  1. Mein kleiner grüner Kaktus — Comedian Harmonists
  2. Ich liebe dich und kenn' dich nicht — Magda Schneider & Willi Forst
  3. Kannst du pfeifen, Johanna? — Erwin Hartung
  4. Wenn die Sonja russisch tanzt — Comedian Harmonists
  5. Mein Herz ruft immer nur nach dir, oh, Marita — Jan Kiepura
  6. Nun muß ich fort, Ade mein Kind — Hans Albers
  7. Hein spielt abends so schön auf dem Schifferklavier — Comedian Harmonists
  8. Wenn du jung bist, gehört dir die Welt — Joseph Schmidt
  9. Nur wer die Sehnsucht kennt — Joseph Schmidt
  10. Du bist meine Sonne — Franz Völker
  11. Ein bißchen Leichtsinn kann nicht schaden — Comedian Harmonists
  12. Du schwarzer Zigeuner — Harry Hiller Tanzorchester
  13. An einem Tag im Frühling — Renate Müller
  14. Ein Walzer für dich — Herbert Ernst Groh
  15. Wie wär's mit Lissabon — Comedian Harmonists
  16. Tausend rote Rosen blüh'n — Walter Ludwig
  17. O jag' dem Glück nicht nach — Martha Eggerth
  18. Schöne Lisa, süße Lisa — Comedian Harmonists
  19. Freunde, das Leben ist lebenswert — Franz Völker
  20. Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde — Herbert Ernst Groh

Quellen: Schlager-Chroniken (spectre-media.com · musikhimmel.de) — rekonstruierte Popularität, kein amtliches Ranking.

Lokalteil Kiel / Schleswig-Holstein

Schumm-Prozess: Der Vater vor den SS-Leuten im Gerichtssaal

Am 5. Mai wird ein Zivilprozess verhandelt, der aus den Ereignissen des 1. April 1933 hervorgegangen ist. An jenem Tag geriet der Rechtsanwalt Friedrich Schumm beim Boykott vor dem Möbelgeschäft seines Vaters Georg Schumm in der Kehdenstraße mit zwei SS-Posten aneinander; dabei fiel ein Pistolenschuss, der einen der SS-Männer verletzte. Friedrich Schumm stellte sich der Polizei und wurde wenig später im Polizeigefängnis Gartenstraße von SA- und SS-Leuten ermordet. Das Geschäft wurde verwüstet; der Schaden betrug 25.000 Reichsmark.

Nun steht der Vater selbst vor Gericht: Der bei dem Zwischenfall verletzte SS-Mann verlangt Schmerzensgeld, und Georg Schumm muss ihm 25.000 Reichsmark zahlen. Im Gerichtssaal sitzen zahlreiche SS-Leute, vor denen Georg Schumm Angst zeigt. Der SS-Befehlshaber hat dem Gericht zuvor zugesichert, es werde keine Störungen geben.

Das Ermittlungsverfahren zur Tötung Friedrich Schumms war bereits am 7. Juli 1933 auf Geheiß des preußischen Justizministeriums eingestellt worden.

Aus heutiger Sicht

Für den Mord an Friedrich Schumm wurde auch nach 1945 niemand bestraft. Georg und Hedwig Schumm wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert und starben dort; Stolpersteine vor ihrem früheren Haus Holtenauer Straße 59a erinnerten an die Familie.

Kieler Woche mit „Olympia-Hafen“ und acht Regattatagen

Die Kieler Woche beginnt am Freitag, 15. Juni, mit den Wettfahrten der Marine: Kutter, Barkassen, Jollen und Kriegsschiffs-Dinghis starten an der Seydlitz-Brücke bei Nordostbrise. Am Nachmittag trifft Reichssportführer von Tschammer und Osten als Gesamtleiter ein. Zugleich werden in Kiel die Segelregatten der „Deutschen Kampfspiele“ mit rund 500 Jachten ausgetragen. Beim Begrüßungsabend im Hotel Bellevue am 16. Juni sind 14 Nationen vertreten; Oberbürgermeister Behrens heißt die Gäste willkommen.

Als „Sensation Kiels“ gilt der neue Olympia-Hafen, den die Stadt hergestellt hat: Kiel soll künftiges Olympia-Revier sein. Wegen des Zuschauerandrangs wird die Anlage gesperrt, um die Yachten zu schonen.

Acht Regattatage bringen wechselnde Winde von Flaute bis Sturm, bis am Sonntag, 24. Juni, die dritte Entscheidungswettfahrt der 6-m-Klasse gesegelt wird. Den Reichskanzler-Preis gewinnt „Marianne“ aus Schweden, den Felca-Preis „Twins“ aus Italien; der junge Kieler Rolde holt den Busley-Preis der 12-Fuß-Jollen. Zu den Ehrenpreisen zählt auch ein „Preis des Reichsministers und Stabschefs der SA, Röhm“. Die Kölnische Zeitung schreibt, Deutschlands Segelsport habe sich „zum ersten Male seit zwanzig Jahren“ wieder einer umfassenden internationalen Prüfung unterzogen.

Aus heutiger Sicht

Die Kieler Woche wurde ab 1933 politisch aufgeladen und diente den Nationalsozialisten als Propagandainstrument. Der Segelsport stand deutlich im Zeichen dieser Propaganda. 1936 trug Kiel dann das olympische Segeln aus.

Christian Heuck im Neumünsteraner Gefängnis ermordet

Am 23. Februar dringen SS-Leute unter Führung des Neumünsteraner Polizeichefs Hinrich Möller in eine Zelle des Strafgefängnisses Neumünster ein, misshandeln den Häftling Christian Heuck und ermorden ihn. Die Tat wird als Erhängen getarnt; der Anstaltsarzt bescheinigt einen Selbstmord. Bereits im Januar war in Neumünster der Kommunist Rudolf Timm in einer Zelle des Polizeigefängnisses auf dieselbe Weise ermordet worden.

Heuck, geboren 1892 in Heuwisch in Dithmarschen, saß von 1930 bis 1933 für die KPD im Reichstag. 1932 war er hauptamtlich für die Partei in Kiel tätig und leitete den Rotfrontkämpferbund in Schleswig-Holstein. Am 4. Februar 1933 wurde er wegen eines Flugblatts zum Sturz Hitlers festgenommen. Das Reichsgericht in Leipzig verurteilte ihn am 27. Juni 1933 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einer Gefängnisstrafe. Er verbüßte die Strafe in Neumünster, rund 28 Kilometer südsüdwestlich von Kiel.

Aus heutiger Sicht

Die SS-Männer handelten auf einen Tötungsbefehl hin; Hinrich Möller stand erst nach 1945 vor Gericht. In Kiel erinnerte seit 2009 ein Stolperstein am Wall an Christian Heuck, der dort gewohnt hatte; auf dem Alten Urnenfriedhof erhielt er ein Ehrengrab.

Marine-Ehrenmal Laboe: Der dritte Bauabschnitt beginnt

Am Strand von Laboe wird wieder gebaut. Am 8. August 1927 war der Grundstein für das Marine-Ehrenmal gelegt worden, auf dem Gelände eines ehemaligen Panzerturms der Kieler Hafenbefestigung. Die Idee hatte 1925 der frühere Obermaat Wilhelm Lammertz an den Deutschen Marinebund herangetragen. 1929 stand der Turm nach 101 Tagen Bauzeit; dann ruhte der Bau aus Geldmangel, bis im Juni 1933 die Arbeiten wieder aufgenommen wurden.

Im Frühjahr beginnt der dritte Bauabschnitt, der unterirdische Weihesaal nach dem Entwurf des Düsseldorfer Architekten G. A. Munzer. Bis zum Herbst wächst die Anlage: Am Ufer ist die Schutzmauer fast fertig, rund um das Gelände entsteht eine Autostraße, und seit Monaten arbeiten Gärtner an den Anlagen. Der runde Weihesaal mit 20 starken Säulen wird großenteils überschüttet; oberirdisch bleiben nur die Kuppel und die Ehrenhalle.

Aus heutiger Sicht

Das Ehrenmal wurde unter dem nationalsozialistischen Regime vollendet und 1936 im Beisein Hitlers eingeweiht. Es war als Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Marinesoldaten gedacht. Eine Sprengung nach 1945 wurde erwogen und verworfen; am 30. Mai 1954 erhielt der Deutsche Marinebund das Ehrenmal zurück und widmete es im Sinne der Versöhnung auch den Toten anderer Nationen.

KURZ NOTIERT · Kiel 1934

  • 14. Januar — Der Nordmarksender auf dem Finkelberg stellt den Sendebetrieb ein. Der Mittelwellensender war seit dem 7. März 1926 in Betrieb, mit 0,7 kW auf 612 kHz und zwei 75-m-Masten; das Programm übernimmt der neue Hamburger Großsender.
  • 2. März — Andreas Predöhl wird Direktor des Instituts für Weltwirtschaft und folgt auf Jens Jessen, der im Februar ausgeschieden ist. Als Dekan der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät hat Predöhl seit April 1933 die Vertreibung eines Großteils ihrer Professoren abgewickelt.
  • 21. März — Der Theologe Otto Baumgarten stirbt in Kiel. Er wurde 1858 in München geboren und lehrte von 1894 bis 1926 als Professor an der Kieler Universität.
  • 18. Mai — Dudweilerstraße, Mettlachstraße und Wiepenkrog erhalten ihre Namen, ebenso die Bismarckanlagen.
  • 25. Mai — Bei der Friedrich Krupp Germaniawerft läuft das Doppeldeck-Motorschiff „Stadt Kiel“ für die Hafenrundfahrt A.G. vom Stapel, am 13. Juni folgt das Schwesterschiff „Heikendorf“. Die „Stadt Kiel“ fasst etwa 500 Fahrgäste, 400 davon auf festen Sitzplätzen, und fährt seit Ende Juni im Linienverkehr auf der Förde.
  • 16. Juni — Der Kreuzer „Karlsruhe“ kehrt von einer achtmonatigen Weltreise zurück und läuft durch die Holtenauer Schleuse in Kiel ein. Am Montag, 18. Juni, begrüßen Reichswehrminister von Blomberg und Admiral Raeder die Besatzung; das Flottenflaggschiff „Schleswig-Holstein“ salutiert der Flagge des Reichswehrministers mit 19 Schuss.
  • 29. Juni — Der britische Kreuzer „Achilles“ (7000 t) läuft zu einem Besuch bis zum 6. Juli in Kiel ein. Den Landessalut von 21 Schuss erwidert die Salutbatterie Friedrichsort, den Flaggensalut das Flottenflaggschiff „Schleswig-Holstein“ mit 15 Schuss.
  • 29. August — Beim Flottenwettrudern im Kieler Hafen treten etwa 60 Boote aller Gattungen der Reichsmarine an. Start- und Zielschiff ist die „Undine“, die Preise verteilt Flottenchef Vizeadmiral Foerster an Bord der „Schleswig-Holstein“.
  • 8. Dezember — Bei den Deutschen Werken läuft der Leichte Kreuzer „Nürnberg“ vom Stapel, der sechste Kreuzerneubau der Reichsmarine und Schwesterschiff der „Leipzig“. Bewaffnet ist er mit neun 15-cm-Geschützen in drei Drillingstürmen.

RUND UM DIE FÖRDE · 1934

  • 5. Januar, Friedrichsort — Auf Anordnung der Marineleitung wird Friedrichsort als selbständiger Marinestandort aufgehoben; die Geschäfte gehen auf den Kommandanten von Kiel über.
  • Oktober, Heikendorf und Möltenort — Ein heftiger Nordoststurm treibt eine Sturmflut in die Kieler Förde: In Heikendorf reißt sie einen Uferweg größtenteils fort und höhlt den Strandweg stellenweise aus. In Möltenort spült sie einen Teil des Brückenkopfbelags der Anlegebrücke fort; dort läuft auch der Bremer Frachtdampfer „Bussard“ auf Strand.

SPORT AN DER FÖRDE · 1934

  • Holstein Kiel — In der Gauliga Nordmark 1933/34 belegt Holstein Kiel Platz 3 hinter dem Eimsbütteler TV (Meister) und dem Hamburger SV: 11 Siege, 4 Unentschieden, 3 Niederlagen, Tore 64:28, Punkte 26:10. Zehn Vereine spielen in der Liga, der Schweriner FC 03 steigt ab.
  • 4. Februar, Derby — Holstein Kiel verliert in Kiel 2:3 gegen Borussia Gaarden; damit ist die letzte theoretische Meisterschaftschance dahin. Dabei hat am selben Tag der Hamburger SV den Tabellenrivalen Eimsbüttel 5:2 geschlagen.
  • Handball — Die Herren des Turnvereins Hassee-Winterbek von 1904 steigen in die Gauliga Nordmark auf. Mitte September sperrt der Handballführer des Gaues Nordmark die drei Kieler Gauligavereine MTV Kiel, Polizei Kiel und Hassee-Winterbek „für alle Spiele bis auf weiteres“: Sie weigern sich, an den Meisterschaftsspielen teilzunehmen, und verweisen auf ihre finanzielle Notlage.
  • Bezirksklasse Schleswig-Holstein — Union-Teutonia Kiel, schon Anfang Februar nach 14 Spielen mit fünf Punkten Vorsprung einziger Meisteranwärter, wird Bezirksmeister, verpasst in der Aufstiegsrunde zur Gauliga als Vierter aber den Aufstieg.

DAS WETTER · 1934 in Kiel

An diesem 13. Juli meldete die Wetterstation Neumünster, rund 28 km südsüdwestlich von Kiel im Binnenland gelegen, eine Höchsttemperatur von 22,6 °C und eine Tiefsttemperatur von 11,9 °C; das Tagesmittel lag bei 16,8 °C. Es fielen 0,2 mm Niederschlag.

Das Jahr über: Das Jahresmittel betrug 9,9 °C. Der wärmste Tag war der 18. Juli mit 29,8 °C, der kälteste Tiefstwert lag am 2. Februar bei −7,7 °C. Es gab keinen Hitzetag, aber 35 Sommertage, einen Eistag und 44 Frosttage. Im Jahr fielen 622 mm Niederschlag.

(Messwerte der DWD-Station Neumünster. Quelle: DWD Climate Data Center.)