DER CHRONIST

Ein Jahr der Wende: Was im Februar an der Wolga zerbricht, ist bis Jahresende nicht mehr zu kitten, und das Reich ruft zum „totalen Krieg" für einen Kampf, der nach Kursk militärisch längst entschieden ist. Im Warschauer Ghetto greifen die letzten jüdischen Kämpfer im April zu den Waffen, während sich im Atlantik binnen weniger Wochen der U-Boot-Krieg gegen die eigene Flotte wendet und britische Bomber die Ruhr-Talsperren brechen. Der Fund von Katyn zerreißt das Bündnis zwischen Moskau und der polnischen Exilregierung, noch ehe die Rote Armee im November mit der Rückeroberung Kiews den Rhythmus des Krieges endgültig übernimmt. Mussolini stürzt, Italien kapituliert, und in Teheran sitzen erstmals Roosevelt, Churchill und Stalin an einem Tisch, um über Kriegsende und Nachkriegsordnung zu beraten. Und der Krieg kehrt zurück in die eigenen Städte: Über Hamburg tobt ein Feuersturm, über Peenemünde brennt Hitlers Raketenprogramm — ein Jahr, das von der Wolga bis zur Ostsee, von Warschau bis Rom die Weichen für das Kriegsende stellt.

Die Schlagzeilen des Jahres

Die 6. Armee kapituliert in Stalingrad

Generalfeldmarschall Friedrich Paulus, der in Stalingrad kapituliert
Generalfeldmarschall Friedrich Paulus, der in Stalingrad kapituliert (Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Die Katastrophe an der Wolga kündigt sich seit Monaten an: Im Rahmen des Sommerfeldzugs „Fall Blau" war die 6. Armee 1942 bis in die Stadt Stalingrad vorgestoßen und hatte sich seit August in erbitterten Häuserkämpfen um Fabrikgelände wie das „Rote Barrikaden"-Werk festgebissen. Am 19. November 1942 durchbricht die Rote Armee mit der „Operation Uran" die rumänischen und deutschen Flanken nördlich und südlich der Stadt und schließt binnen weniger Tage rund 250.000 Soldaten der 6. Armee unter Generaloberst Friedrich Paulus sowie Teile der 4. Panzerarmee im Kessel ein. Ein von Generalfeldmarschall Erich von Manstein befehligter Entsatzversuch („Unternehmen Wintergewitter") bricht Mitte Dezember vor der Stadt zusammen; die von Reichsmarschall Hermann Göring zugesagte Luftversorgung erreicht nie annähernd die benötigten Mengen, während Kälte, Hunger und Krankheiten die eingeschlossenen Truppen dezimieren. Am 30. Januar befördert Hitler Paulus noch zum Generalfeldmarschall — in der Erwartung, kein deutscher Feldmarschall habe sich je gefangen nehmen lassen. Paulus kapituliert dennoch bereits am 31. Januar mit dem Südkessel; die letzten Einheiten im Nordkessel legen am 2. Februar die Waffen nieder. Von den rund 250.000 eingeschlossenen deutschen und verbündeten Soldaten geraten etwa 90.000 in sowjetische Gefangenschaft, aus der bis Kriegsende nur wenige Tausend zurückkehren; die Gesamtverluste der Achsenmächte in der gesamten Schlacht seit August 1942 gehen in die Hunderttausende. Das Reich verhängt drei Tage offizielle Staatstrauer, Rundfunk und Kinos schweigen — die Niederlage ist der militärische und propagandistische Wendepunkt des Krieges, der Mythos der Unbesiegbarkeit der Wehrmacht ist zerbrochen.

Berlin ruft den „totalen Krieg" — und Widerstand zahlt mit dem Leben

Das Scholl-Denkmal in München erinnert an die Weiße Rose
Das Scholl-Denkmal in München erinnert an die „Weiße Rose“ (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Nur zwei Wochen nach Stalingrad, am 18. Februar, tritt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels vor rund 15.000 sorgfältig ausgewählte Zuhörer — Soldaten, Verwundete, Rüstungsarbeiter, Parteigenossen — im Berliner Sportpalast auf und stellt in einer choreografierten, gut anderthalb Stunden dauernden Rede zehn rhetorische Fragen, deren letzte lautet, ob das Volk „den totalen Krieg" wolle, „wenn nötig totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt erst vorstellen können" — die aufgeputschte Menge tobt zustimmend. Die Rede, keine hundert Kilometer von Luckenwalde entfernt gehalten, markiert den Übergang zur rückhaltlosen Mobilisierung aller Reserven: Erlasse ordnen die Schließung nicht kriegswichtiger Geschäfte, Gaststätten und Luxusbetriebe an, Frauen werden verstärkt zur Rüstungsarbeit herangezogen, die letzten verfügbaren Jahrgänge eingezogen. Am selben 18. Februar werden in München die Geschwister Hans und Sophie Scholl von der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose" beim Verteilen ihres sechsten Flugblatts in der Universität ertappt — ein Hausmeister hält Sophie Scholl fest und übergibt beide der Gestapo. Bereits am 22. Februar, nur vier Tage später, verurteilt der eigens aus Berlin angereiste Präsident des „Volksgerichtshofs", Roland Freisler, sie in einem Schauprozess ohne wirksame Verteidigung mitsamt ihrem Mitstudenten Christoph Probst zum Tode; noch am selben Nachmittag werden alle drei im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet. Weitere Mitglieder der Gruppe, darunter Willi Graf, Alexander Schmorell und der Philosophieprofessor Kurt Huber, folgen in den Monaten danach demselben Schicksal. Zwei Ereignisse eines einzigen Monats zeigen das ganze Ausmaß des Jahres: die Mobilisierung aller Kräfte für einen Krieg, der nach Stalingrad militärisch nicht mehr zu gewinnen ist — und den Preis, den jeder offene Widerspruch dagegen kostet.

Aus heutiger Sicht

Der scheinbar triumphale Auftritt im Sportpalast maskiert eine Führung, die militärisch längst verloren hat: Der „totale Krieg", den Goebbels an diesem Abend beschwört, mobilisiert in Wahrheit nur noch die letzten Reserven für einen aussichtslosen Kampf, der bis zur Kapitulation 1945 Millionen weitere Menschenleben kostet.

Die größte Panzerschlacht der Geschichte bei Kursk

Ein Panzer VI Tiger in der Panzerschlacht bei Kursk, 1943
Ein Panzer VI „Tiger“ in der Panzerschlacht bei Kursk, 1943 (Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Geplant war die Offensive „Zitadelle" bereits für Anfang Mai, doch Hitler verschiebt den Angriff auf Drängen seiner Generäle wiederholt, um mehr der neuen Panzer vom Typ „Tiger" und „Panther" heranzuführen — Zeit, die der sowjetischen Aufklärung erlaubt, den geplanten Angriff im Frontbogen von Kursk frühzeitig zu erkennen und die Verteidigung in bis zu acht gestaffelten Stellungssystemen mit Minenfeldern und Panzerabwehrgräben auszubauen. Zum Angriffsbeginn am 5. Juli stehen rund 780.000 deutsche Soldaten mit etwa 2.460 Panzern und Sturmgeschützen sowie starker Luftunterstützung knapp 1,9 Millionen sowjetischen Soldaten und rund 5.000 Panzern und Sturmgeschützen gegenüber — nach Personal- und Materialstärke die größte Panzerschlacht der Kriegsgeschichte. Am 12. Juli treffen bei Prochorowka deutsche Panzerverbände, darunter Einheiten der Waffen-SS, auf sowjetische Panzerreserven der 5. Gardepanzerarmee; beide Seiten erleiden schwere Verluste, ohne dass eine Entscheidung fällt. Noch während der Kämpfe im Süden erreicht Hitler die Meldung von der alliierten Landung auf Sizilien (10. Juli); er ordnet die Verlegung von Panzerverbänden nach Italien an, am 16. Juli wird „Zitadelle" endgültig abgebrochen. Die Rote Armee geht binnen Tagen mit den Gegenoffensiven „Kutusow" und „Rumjanzew" zum Angriff über, befreit im August Orjol und Belgorod und erobert am 23. August Charkow endgültig zurück. Es ist die letzte große deutsche Angriffsoperation im Osten — von nun an diktiert die Rote Armee bis Kriegsende unaufhaltsam das Tempo an der Ostfront.

Mussolinis Sturz, Italiens Kapitulation — und Tausende neue Gefangene in Luckenwalde

Benito Mussolini, im Juli 1943 gestürzt
Benito Mussolini, im Juli 1943 gestürzt (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Nach der alliierten Landung auf Sizilien am 10. Juli und dem raschen Zusammenbruch der italienischen Verteidigung dort wächst der Druck auf den seit 1922 herrschenden Diktator: In der Nacht zum 25. Juli stimmt der Faschistische Großrat in Rom mit 19 gegen 7 Stimmen für einen Antrag des Grafen Dino Grandi, der Benito Mussolini faktisch die Vollmachten entzieht; noch am selben Tag lässt König Viktor Emanuel III. ihn verhaften und beauftragt Marschall Pietro Badoglio mit der Regierungsbildung. Badoglio verkündet öffentlich die Fortsetzung des Krieges an der Seite des Deutschen Reiches, verhandelt aber insgeheim mit den Alliierten und unterzeichnet am 3. September in Cassibile auf Sizilien einen Waffenstillstand, der erst am 8. September — am Vorabend der alliierten Landung bei Salerno — öffentlich bekanntgegeben wird: der erste der „Achsenmächte" scheidet aus dem Krieg. Das Reich, seit Wochen auf diesen Bruch vorbereitet, setzt umgehend „Fall Achse" in Gang und entwaffnet binnen weniger Tage hunderttausende italienische Soldaten in Italien, auf dem Balkan und in Frankreich; wer sich widersetzt, wird mancherorts erschossen. Die entwaffneten Soldaten werden zu „Militärinternierten" erklärt — ohne den Schutzstatus regulärer Kriegsgefangener — und zur Zwangsarbeit ins Reich verschleppt. Am 12. September befreit ein deutsches Fallschirmjäger- und SS-Kommando unter Otto Skorzeny den inhaftierten Mussolini vom Gran Sasso; er ruft wenig später die faschistische „Republik von Salò" als deutsches Marionettenregime in Norditalien aus. Ein Strang dieser Geschichte führt unmittelbar vor die Luckenwalder Haustür — im dortigen Stammlager (Stalag) III-A treffen binnen kurzer Zeit rund 16.000 italienische Militärinternierte ein, ehe die meisten von ihnen auf andere Lager verteilt werden. Das Lager südlich der Stadt, zu diesem Zeitpunkt bereits Durchgangsstation für Kriegsgefangene aus mehr als zehn Nationen, wird damit unmittelbarer Schauplatz der weltpolitischen Zäsur dieses Sommers.

Der Luftkrieg erreicht die deutschen Großstädte — Feuersturm über Hamburg

Der zerstörte Hamburger Hafen nach der Operation Gomorrha, 1943
Der zerstörte Hamburger Hafen nach der „Operation Gomorrha“, 1943 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Nach massenhaft aus Flugzeugen abgeworfenen Aluminiumstreifen — genannt „Düppel" bzw. „Window" —, die die deutschen Funkmessgeräte blenden und die Nachtjagdverteidigung weitgehend lahmlegen, fliegt das britische Bomber Command ab der Nacht zum 25. Juli schwere Nachtangriffe auf Hamburg, tagsüber ergänzt durch Angriffe der US-amerikanischen Luftflotte — erstmals eine derart eng verzahnte Tag-und-Nacht-Offensive gegen eine deutsche Großstadt. In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli werfen mehrere hundert britische Bomber bei ungewöhnlicher Sommerhitze und Trockenheit binnen kurzer Zeit tausende Spreng- und Brandbomben über den dicht bebauten östlichen Arbeitervierteln ab; die vielen Einzelbrände verschmelzen zu einem Feuersturm mit Temperaturen von mehreren hundert Grad und orkanartigen, in die Flammen hineinsaugenden Winden. Schätzungen der Opferzahl schwanken zwischen 34.000 und über 37.000 Toten, viele davon in Kellern erstickt oder in den Flammen verkohlt; rund 900.000 Menschen fliehen aus der Stadt oder werden evakuiert, weite Teile Hamburgs sind bis Kriegsende nur noch Ruinenfeld. Rüstungsminister Albert Speer warnt danach, weitere Angriffe dieses Ausmaßes gegen mehrere Großstädte könnten die deutsche Rüstungsproduktion insgesamt zum Erliegen bringen. Auch Berlin, in unmittelbarer Nähe der Mark Brandenburg, gerät im Spätsommer und Herbst zunehmend ins Ziel alliierter Bomber; ab dem 18./19. November beginnt die Royal Air Force mit der „Luftschlacht um Berlin" eine monatelange Serie von Großangriffen auf die Reichshauptstadt. Der Krieg, den das Reich seit 1939 in fremde Länder getragen hat, kehrt mit voller Wucht in die deutschen Städte zurück — auch über Luckenwalde, in unmittelbarer Nähe Berlins, ist der nächtliche Himmel nun von Fliegeralarm und Flakfeuer geprägt.

Aufstand im Warschauer Ghetto

Deutsche Einheiten treiben jüdische Kämpfer aus einem Bunker im Warschauer Ghetto, 1943
Deutsche Einheiten treiben jüdische Kämpfer aus einem Bunker im Warschauer Ghetto, 1943 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Als SS und Polizei am 19. April ins Warschauer Ghetto einrücken, um die letzten rund 55.000 dort verbliebenen jüdischen Bewohner — nach den Massendeportationen von 1942 in das Vernichtungslager Treblinka — endgültig zu „liquidieren", stoßen sie auf bewaffneten Widerstand: Die Jüdische Kampforganisation (ŻOB) unter dem 24-jährigen Mordechaj Anielewicz sowie der Jüdische Militärverband (ŻZW) hatten in den Monaten zuvor heimlich Pistolen, wenige Gewehre, selbstgebaute Handgranaten und Molotow-Cocktails ins Ghetto geschmuggelt und ein Netz aus Bunkern und Kellerverbindungen angelegt. Der von SS-Brigadeführer Jürgen Stroop befehligte Einsatz, ursprünglich auf drei Tage veranschlagt, zieht sich fast einen Monat hin: Haus für Haus, Bunker für Bunker lässt Stroop das Ghetto niederbrennen und sprengen, um die Kämpfer aus ihren Verstecken zu treiben.

Am 16. Mai meldet Stroop nach Berlin, das „jüdische Wohnviertel Warschau besteht nicht mehr", und lässt symbolisch die Große Synagoge der Stadt sprengen. Mehr als 56.000 Menschen werden während der Kämpfe von SS- und Polizeieinheiten getötet oder in die Lager Treblinka und Majdanek deportiert; nur wenigen Kämpfern gelingt die Flucht aus dem brennenden Ghetto. Es ist der größte bewaffnete jüdische Widerstand gegen die deutsche Vernichtungspolitik im gesamten Krieg.

Der „Schwarze Mai" — Wendepunkt der Schlacht im Atlantik

Besatzung eines deutschen U-Boots am Beobachtungsposten, 1943
Besatzung eines deutschen U-Boots am Beobachtungsposten, 1943 (Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Monatelang hatten deutsche U-Boot-„Rudel" den alliierten Nachschub über den Atlantik empfindlich getroffen; im Frühjahr 1943 kippt das Kräfteverhältnis abrupt. Neue Langstreckenbomber vom Typ „Liberator" schließen, von Neufundland, Island und Nordirland aus operierend, die bislang ungeschützte Lücke mitten im Ozean; ein neu entwickeltes Zentimeter-Radar (ASV Mark III) macht es möglich, aufgetauchte U-Boote selbst nachts und bei schlechter Sicht aufzuspüren, während verbesserte Geleitzugsicherung die Verluste der Handelsschifffahrt weiter drückt. Innerhalb weniger Wochen verliert die deutsche Kriegsmarine 41 bis 43 U-Boote — rund ein Viertel ihrer einsatzbereiten Flotte —, ohne dass die eigenen Versenkungszahlen alliierter Schiffe die Verluste noch aufwiegen.

Am 24. Mai zieht Großadmiral Karl Dönitz, seit Januar Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, die Konsequenz und befiehlt den weitgehenden Rückzug der U-Boote aus dem Nordatlantik; er räumt intern ein, die Schlacht im Atlantik sei vorerst verloren. Für das Deutsche Reich bedeutet der „Schwarze Mai" den endgültigen Verlust der Fähigkeit, die alliierte Versorgung Großbritanniens und den Aufbau amerikanischer Truppen für eine spätere Invasion Europas ernsthaft zu gefährden.

Die „Dambusters" brechen die Möhne- und Edertalsperre

Wing Commander Guy Gibson, Kommandeur der „Dambusters"-Staffel 617, 1943
Wing Commander Guy Gibson, Kommandeur der „Dambusters"-Staffel 617, 1943 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In der Nacht zum 17. Mai fliegen 19 eigens umgerüstete Lancaster-Bomber der neu aufgestellten No. 617 Squadron der Royal Air Force einen der ungewöhnlichsten Angriffe des Krieges: Mit einer vom Ingenieur Barnes Wallis entwickelten, über das Wasser springenden Rollbombe greifen sie mehrere Talsperren im Ruhrgebiet und in Nordhessen an, um Industrie und Energieversorgung im „Waffenschmiede des Reiches" genannten Ruhrgebiet zu treffen. Die Möhnetalsperre wird auf 77 Metern Breite und 20 Metern Tiefe durchbrochen, die Edertalsperre auf 70 Metern Breite und 22 Metern Tiefe; Angriffe auf die Sorpe-, Lister- und Ennepetalsperre bleiben dagegen erfolglos. Acht der 19 Bomber gehen bei dem Einsatz verloren.

Die aus den geborstenen Stauseen schießenden Flutwellen reißen Ortschaften im Möhne- und Edertal mit sich und fordern zwischen 1.300 und mehr als 2.400 Menschenleben — darunter zahlreiche ausländische Zwangsarbeiterinnen und alliierte Kriegsgefangene in flussabwärts gelegenen Lagern, die der Flut schutzlos ausgeliefert sind. Der von der britischen Propaganda als „Dambusters"-Coup gefeierte Angriff beeinträchtigt Ruhrindustrie und Wasserversorgung zwar geringer als erhofft, wird in Großbritannien aber zu einem der bekanntesten Symbole des Luftkriegs gegen das Reich.

Massengräber von Katyn entdeckt — Moskau bricht mit den Exil-Polen

Exhumierung der Massengräber von Katyn, 1943
Exhumierung der Massengräber von Katyn, 1943 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Am 13. April meldet der deutsche Rundfunk den Fund von Massengräbern im Wald von Katyn nahe Smolensk: Deutsche Truppen haben dort die Leichen von mehr als 4.000 polnischen Offizieren entdeckt, die 1940 aus dem sowjetischen Gefangenenlager Kozielsk verschwunden waren — Teil eines weit größeren Massakers, dem nach heutigem Kenntnisstand rund 22.000 polnische Offiziere, Polizisten und Angehörige der Intelligenz auf Befehl Stalins zum Opfer fielen. Die deutsche Propaganda unter Joseph Goebbels nutzt den Fund sofort, um die Sowjetunion der Tat zu bezichtigen — eine Beschuldigung, die zutrifft, auch wenn Moskau sie bis zum Ende des Kalten Krieges dem NS-Regime anlastet. Die polnische Exilregierung in London verlangt daraufhin eine unabhängige Untersuchung durch das Internationale Rote Kreuz.

Diesen Schritt nimmt die sowjetische Führung zum Anlass, in der Nacht zum 26. April die diplomatischen Beziehungen zur polnischen Exilregierung abzubrechen — ein Bruch, der bis Kriegsende nicht mehr gekittet wird und die Weichen für die spätere kommunistische Nachkriegsregierung Polens unter sowjetischer Kontrolle stellt. Für die Anti-Hitler-Koalition ist der Streit ein erstes offenes Zerwürfnis mitten im gemeinsamen Kampf gegen das Deutsche Reich — und ein Vorgeschmack auf die Konflikte um die Nachkriegsordnung Osteuropas.

Luftangriff auf Peenemünde bremst Hitlers Raketenwaffe

Luftaufnahme der Heeresversuchsanstalt Peenemünde mit V2-Raketen, Juni 1943
Luftaufnahme der Heeresversuchsanstalt Peenemünde mit V2-Raketen, Juni 1943 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In der Nacht zum 18. August greifen 596 schwere Bomber des britischen Bomber Command die Heeresversuchsanstalt Peenemünde auf der Ostseeinsel Usedom an — die Forschungs- und Erprobungsstätte für die als „Vergeltungswaffen" angekündigte Fernrakete A4/V2 und den Marschflugkörper V1. Erstmals dirigiert ein sogenannter „Master Bomber", Gruppenkapitän John Searby, die anfliegenden Verbände per Funk direkt über dem Ziel — eine neue Angriffstaktik, mit der die Royal Air Force ihre Treffergenauigkeit erheblich steigert. Rund drei Viertel der Wohnsiedlung Karlshagen werden zerstört, Teile der Fertigungshallen beschädigt oder für Monate lahmgelegt; 733 Menschen kommen ums Leben, darunter führende Wissenschaftler des Raketenprogramms und zahlreiche Zwangsarbeiter des nahen Lagers Trassenheide.

Der Angriff, der erste einer später „Crossbow" genannten alliierten Kampagne gegen die deutschen Wunderwaffen, verzögert den geplanten Serieneinsatz der V2 um mehrere Monate. Als Konsequenz verlegt das Reich die Produktion in unterirdische Stollenanlagen des Mittelwerks bei Nordhausen im Harz, wo KZ-Häftlinge unter mörderischen Bedingungen zur Zwangsarbeit gezwungen werden. Erst ab Sommer 1944 schlagen die ersten V1 und V2 tatsächlich in London und Antwerpen ein — zu spät, um den Kriegsverlauf noch zu wenden.

Die Rote Armee erobert Kiew zurück

Sowjetische Panzer während der Kiew-Offensive, November 1943
Sowjetische Panzer während der Kiew-Offensive, November 1943 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Nach der Überquerung des Dnjepr im Herbst weitet die Rote Armee ihre Brückenköpfe nördlich und südlich von Kiew aus und tritt Anfang November zum Sturm auf die seit September 1941 besetzte ukrainische Hauptstadt an. In der Nacht zum 6. November — bewusst terminiert auf den Vorabend des 26. Jahrestags der Oktoberrevolution, dem Stalin propagandistisch großen Wert beimisst — nehmen sowjetische Truppen die größte von deutschen Truppen besetzt gewesene Stadt der Sowjetunion endgültig ein und stoßen weit nach Westen darüber hinaus vor. Ein von Generalfeldmarschall Erich von Manstein befehligter deutscher Gegenangriff bei Schytomyr gewinnt im November und Dezember zwar vorübergehend Gelände zurück, kann Kiew selbst aber nicht mehr zurückerobern.

Die Rückeroberung Kiews, Höhepunkt der monatelangen „Schlacht am Dnjepr", markiert einen weiteren Meilenstein auf dem Rückzug der Wehrmacht aus der Sowjetunion, der seit dem Scheitern von „Zitadelle" bei Kursk im Sommer ununterbrochen anhält: Nach Orjol, Belgorod und Charkow verliert das Reich mit Kiew nun auch die politisch und symbolisch bedeutendste ukrainische Stadt endgültig.

Teheran-Konferenz — erstes Treffen der „Großen Drei"

Stalin, Roosevelt und Churchill auf der Teheran-Konferenz, 1943
Stalin, Roosevelt und Churchill auf der Teheran-Konferenz, 1943 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In der sowjetischen Botschaft in Teheran treffen sich vom 28. November bis 1. Dezember erstmals im Krieg die Regierungschefs der drei Hauptalliierten persönlich an einem Tisch: US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der britische Premierminister Winston Churchill und der sowjetische Diktator Josef Stalin. Auf Drängen Stalins, der seit Monaten eine Entlastung der Ostfront durch eine „zweite Front" im Westen fordert, sagen Roosevelt und Churchill eine alliierte Landung in Nordfrankreich für Mai 1944 zu — die spätere Operation „Overlord". Stalin verspricht im Gegenzug, nach der Niederlage Deutschlands auch in den Krieg gegen Japan einzutreten.

Neben der militärischen Koordination beraten die drei Staatschefs erste, noch unverbindliche Überlegungen zur Aufteilung Deutschlands nach einem Sieg, zur Ahndung deutscher Kriegsverbrechen und zur Gründung einer neuen internationalen Organisation zur Sicherung des Friedens — Vorläufer der späteren Vereinten Nationen. Die Konferenz von Teheran markiert damit den Beginn der konkreten alliierten Planungen für die Schlussphase des Krieges in Europa und für die politische Neuordnung danach, während sich in den besetzten Gebieten des Reiches der Krieg unvermindert fortsetzt.

Frauen erzwingen an der Rosenstraße die Freilassung ihrer jüdischen Männer

Gedenkstätte für den Rosenstraßen-Protest in Berlin
Gedenkstätte für den Rosenstraßen-Protest in Berlin, errichtet 1995 (Foto von 2010, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Im Zuge der „Fabrikaktion" lässt die Gestapo am 27. Februar die letzten in Berlin noch in sogenannten „Mischehen" lebenden jüdischen Männer aus den Rüstungsbetrieben heraus verhaften und im Sammellager Rosenstraße 2–4 nahe dem Alexanderplatz zusammenpferchen — rund 1.700 Menschen, denen die Deportation droht. Noch am selben Tag versammeln sich ihre „arischen" Ehefrauen vor dem Gebäude und fordern lautstark die Freilassung; tagelang, bei Kälte und trotz Drohungen mit Maschinengewehren, harren mehrere Hundert Frauen aus und rufen „Gebt uns unsere Männer wieder". Es ist der größte und bislang einzige spontane öffentliche Massenprotest gegen die Judenverfolgung im NS-Deutschland. Um den 6. März ordnet die Berliner NS-Führung überraschend die Freilassung fast aller Inhaftierten an — ein in dieser Form einmaliger Rückzug des Regimes vor öffentlichem Protest.

Aus heutiger Sicht

Wie sehr der Protest selbst die Freilassung erzwang, ist unter Historikern bis heute umstritten: Während Nathan Stoltzfus ihn als seltenen Beleg dafür deutet, dass öffentlicher Widerspruch das Regime zum Einlenken bringen konnte, verweisen andere Forscher wie Wolf Gruner darauf, dass die Männer ohnehin nicht für die Vernichtungslager, sondern zunächst für Theresienstadt vorgesehen waren — die Tapferkeit der Frauen bleibt davon unberührt, ihre historische Wirkung bleibt Gegenstand der Debatte.

Ein deutscher Diplomat warnt die dänischen Juden vor der Deportation

Georg Ferdinand Duckwitz
Georg Ferdinand Duckwitz, Schifffahrtsattaché der deutschen Gesandtschaft Kopenhagen (Porträtaufnahme, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Als der „Reichsbevollmächtigte" Werner Best in Kopenhagen die Deportation aller rund 7.800 dänischen Juden zum jüdischen Neujahrsfest Anfang Oktober plant, erfährt der deutsche Schifffahrtssachverständige Georg Ferdinand Duckwitz von den Vorbereitungen. Ohne Rückendeckung seiner Vorgesetzten reist er heimlich nach Stockholm, um schwedische Aufnahmebereitschaft auszuloten, und informiert am 28./29. September führende dänische Sozialdemokraten, die die Warnung umgehend über Synagogen und Untergrundnetzwerke verbreiten. Binnen weniger Tage bringen dänische Fischer mehr als 7.000 Juden in kleinen Booten über den Öresund nach Schweden in Sicherheit — eine der erfolgreichsten Rettungsaktionen für Juden im gesamten von NS-Deutschland besetzten Europa.

Aus heutiger Sicht

1971 ehrt Yad Vashem Duckwitz als „Gerechter unter den Völkern"; von 1955 bis 1958 ist er westdeutscher Botschafter in Kopenhagen. Seine Warnung bleibt eine folgenreiche Einzeltat eines Mannes, der als Diplomat des NS-Regimes im Amt blieb und nur dieses eine Mal offen gegen dessen Vernichtungspolitik handelte.

Ein Baseler Chemiker entdeckt zufällig die Wirkung von LSD

Strukturformel von LSD
Strukturformel und Molekülmodelle von LSD (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Der Sandoz-Chemiker Albert Hofmann synthetisiert die Substanz „LSD-25" bereits 1938 im Rahmen der Kreislaufforschung, ohne besondere Wirkung festzustellen, und legt sie zu den Akten. Am 16. April 1943 stellt er im Zuge einer Nachsynthese offenbar unbeabsichtigt geringe Mengen über die Haut auf und erlebt einen ersten, milden Rauschzustand. Drei Tage später, am 19. April, nimmt er in einem Selbstversuch bewusst 250 Mikrogramm ein — eine Menge, die er für minimal hält, sich aber als massive Dosis erweist. Auf der Heimfahrt mit dem Fahrrad, da PKW-Nutzung im Krieg rationiert ist, erlebt Hofmann einen intensiven, zeitweise angsteinflößenden Rauschzustand — als „Bicycle Day" geht das Datum in die Geschichte der Pharmakologie ein. Die Entdeckung der psychoaktiven Wirkung von LSD legt fern von den europäischen Schlachtfeldern den Grundstein für Jahrzehnte psychiatrischer Forschung und, viel später, für die Gegenkultur der 1960er Jahre.

Der Kartoffelkäfer wird zur Kriegsangst — Kinder sollen ihn sammeln

Kartoffelkäfer
Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Seit den 1930er Jahren breitet sich der aus Nordamerika eingeschleppte Kartoffelkäfer von Frankreich aus stetig gen Osten aus; 1943 erreichen massive Befallswellen die deutschen Westgrenzgebiete und bedrohen die Kartoffelernte, eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel im rationierten Reich. Die NS-Führung mobilisiert Hitlerjugend, BDM und ganze Schulklassen zur Pflicht-„Kartoffelkäfersuche": Plakate wie „Der Kartoffelkäfer bedroht uns!" rufen zum Absammeln von Käfern und Larven gegen kleine Prämien auf. Parallel verbreitet die Propaganda die unbelegte Behauptung, alliierte Flugzeuge hätten die Käfer gezielt über deutschen Feldern abgeworfen, um die Ernährung des Reichs als „Insektenkrieg" zu sabotieren — eine bis heute nicht bestätigte Verschwörungserzählung, in der Historiker vor allem die wachsende Angst des Regimes vor der eigenen Versorgungskrise gespiegelt sehen.

Aus den Ressorts

Aus heutiger Sicht: Hans und Sophie Scholl gelten heute als moralische Symbolfiguren des deutschen Widerstands — unzählige Straßen, Schulen und Plätze tragen ihren Namen, seit 1980 zeichnet der Geschwister-Scholl-Preis herausragende Bücher aus. Diese Anerkennung blieb den drei Studierenden 1943 in einem Unrechtsstaat verwehrt, der ihre Ermordung als „Hochverrat" feierte.

Aus heutiger Sicht: Erst am 13. April 1990 — fast auf den Tag genau 47 Jahre nach der deutschen Fundmeldung — räumt die sowjetische Führung unter Michail Gorbatschow offiziell ein, dass der Geheimdienst NKWD für das Massaker verantwortlich war. Russland hat dies bis heute nicht zurückgenommen, stuft einen Teil der Akten inzwischen aber wieder als Verschlusssache ein.

AM RANDE NOTIERT

  • Mit dem Fall von Stalingrad und dem Ausscheiden Italiens verliert das Reich binnen eines Jahres seine militärische Initiative und seinen wichtigsten Bündnispartner in Europa.

  • In und um Luckenwalde prägen 1943 verstärkte Zwangsarbeit und ein weiter wachsendes Kriegsgefangenenlager den Alltag — für belegte Einzelheiten zur Lage der Stadt selbst in diesem Jahr wäre das „Luckenwalder Kreisblatt" von 1943 im Zeitungsarchiv einzusehen.

  • Auf der Casablanca-Konferenz einigen sich Roosevelt und Churchill im Januar auf die Formel der „bedingungslosen Kapitulation" als einziges Kriegsziel gegenüber den Achsenmächten — ein Verhandlungsfrieden ist damit ausgeschlossen.

  • Auch in Luckenwalde stellen Tuch-, Hut- und Metallbetriebe ihre Produktion zunehmend auf Rüstungsgüter um; der Eisenbahnknoten südlich Berlins wird zur kriegswichtigen Lebensader für Nachschub und Truppentransporte.

  • Weil echter Bohnenkaffee für die Zivilbevölkerung kaum noch erhältlich ist, greift man reichsweit — auch in Luckenwalde — zu „Muckefuck", Ersatzkaffee aus gerösteter Zichorienwurzel oder Getreide.

WIRTSCHAFT · 1943

Die Kriegswirtschaft läuft 1943 unter Rüstungsminister Albert Speer auf Höchsttouren, während Gauleiter Fritz Sauckel als „Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz" Millionen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus den besetzten Gebieten für Rüstungsbetriebe und Landwirtschaft heranschafft — auch in und um Luckenwalde prägen sie zunehmend das Arbeitsleben. Für die Zivilbevölkerung bestimmen Lebensmittelkarten mit sinkenden Zuteilungen den Alltag: Fleisch, Fett und Kaffee sind streng rationiert, „echter" Bohnenkaffee praktisch nur noch Schwarzmarktware. Amtliche Festpreise — seit dem „Preisstopp" von 1936 weitgehend eingefroren — stehen zunehmend im Widerspruch zur realen Knappheit; wer mehr als die Kartenmenge will, zahlt auf dem Schwarzmarkt ein Vielfaches.

Was die Reichsmark noch wert war (amtliche Festpreise, gegen Marken):

  • Roggenmischbrot (1 kg) — rund 0,50 RM
  • Butter (1 kg), wenn überhaupt zugeteilt — rund 2,80 RM
  • Milch (1 l) — rund 0,22 RM
  • Ei (1 Stück) — rund 0,12 RM
  • Zigaretten (Schachtel, 20 Stück) — rund 0,60–0,80 RM
  • Kaffee, echt (1 kg) — offiziell kaum erhältlich, auf dem Schwarzmarkt teils über 100 RM

STIMMEN DER PRESSE · 1943

Die gleichgeschaltete Reichspresse feiert selbst die Niederlage von Stalingrad als „Heldenepos". Die Wiener „Volks-Zeitung", wie alle Blätter im NS-Staat auf Linie gebracht, schreibt bereits wenige Tage nach der Kapitulation:

„Die Schlacht von Stalingrad ist zum größten Heldenepos dieses Krieges geworden." — Volks-Zeitung (Wien), 23. Januar 1943

Wenige Tage später, zum amtlichen Staatstrauertag, dichtet Kommentator Georg Dertinger im selben Blatt den propagandistischen Opfermythos weiter:

„Sie starben, damit Deutschland lebe!" — Volks-Zeitung, 4.2.1943

Wie weit diese Sprache von der tatsächlichen Stimmung im Reich entfernt ist, zeigen die geheimen „Meldungen aus dem Reich" des SD, des Sicherheitsdienstes der SS: Der Historiker Heinz Boberach, der diese internen Lageberichte nach dem Krieg systematisch ausgewertet hat, beschreibt für die Wochen nach Stalingrad einen deutlichen „Stimmungsumschwung in der deutschen Bevölkerung" — an die Stelle der offiziell verordneten Zuversicht treten in den Berichten Erschöpfung, Sorge um Söhne und Ehemänner an der Front und ein leiser, öffentlich nirgends aussprechbarer Zweifel am „Endsieg".

SPORT · 1943

Der Sportbetrieb bricht weiter ein: Mit jeder Kriegsniederlage werden mehr Spieler und Funktionäre eingezogen, viele Erstligavereine können nur noch als „Kriegsspielgemeinschaften" — befristeten Zusammenschlüssen mehrerer Clubs — überhaupt eine spielfähige Mannschaft stellen. Ganze Gauliga-Wettbewerbe müssen zusammengelegt, Spielpläne wegen Reiseproblemen, Bombenschäden und Materialmangel immer wieder umgeworfen werden. Dennoch findet die deutsche Fußballmeisterschaft noch einmal statt: Am 27. Juni setzt sich der Dresdner SC im Berliner Olympiastadion vor rund 80.000 Zuschauern gegen den FV Saarbrücken durch und wird erstmals deutscher Meister — einer der letzten sportlichen Höhepunkte, die das Reich noch in großem Rahmen inszeniert. Im Jahr von Stalingrad und dem „totalen Krieg" ist an geregelten Sport im Reich darüber hinaus kaum mehr zu denken.

MODE · 1943

Die Losung des Jahres heißt „Aus Alt mach Neu": Kurse der NS-Frauenschaft zeigen, wie aus zerschlissenen Kleidungsstücken, alten Uniformteilen und Haushaltstextilien notdürftig Tragbares geschneidert wird. Die schon 1939 eingeführte Reichskleiderkarte mit ihrem Punktesystem wird 1943 nochmals drastisch gekürzt; Wolle, Leder und Seide sind für die Zivilbevölkerung praktisch nicht mehr zu bekommen und der Rüstung vorbehalten. An ihre Stelle treten Ersatzstoffe: Zellwolle und Kunstseide aus Holzcellulose, Schuhe mit Holzsohlen statt Leder. Weil Rüstungsarbeiterinnen aus Sicherheitsgründen keine offenen Haare tragen dürfen und Friseurbesuche selten geworden sind, verbreitet sich das Kopftuch oder ein aus Stoffresten gebundener Turban als Ersatz für den Hut; Strümpfe fehlen so sehr, dass mancherorts Nahtlinien auf nackte Beine gemalt werden. Mode im eigentlichen Sinn gibt es im Reich dieses Jahr nicht mehr — geschneidert wird, was den Krieg über hält.

KINO & FUNK · 1943

An den Kinokassen des Reichs feiert die Ufa im März zu ihrem 25-jährigen Bestehen mit „Münchhausen" einen aufwendigen Farbfilm-Coup — mit Hans Albers in der Titelrolle entsteht in Babelsberg die teuerste deutsche Produktion des Krieges, reines Ablenkungskino ohne erkennbare Fronttöne. Weit unglücklicher verläuft der Start von „Titanic": Der ebenfalls in Babelsberg gedrehte Monumentalfilm über den Untergang von 1912 soll die Briten als geldgierige Verursacher der Katastrophe zeigen, wird nach der Kinopremiere aber rasch wieder aus dem Verkehr gezogen — Bilder panischer, ertrinkender Passagiere gelten angesichts der nächtlichen Bombenangriffe auf deutsche Städte als zu bedrückend fürs Publikum. Im Rundfunk dominiert weiter der Wehrmachtbericht, garniert von Durchhalte- und Unterhaltungssendungen wie dem „Wunschkonzert für die Wehrmacht"; das Abhören alliierter Sender wie der BBC über den heimischen „Volksempfänger" bleibt ein als „Rundfunkverbrechen" verfolgtes, mit Zuchthaus oder Tod bedrohtes Delikt.

GESTORBEN · 1943

  • Nikola Tesla (86), serbisch-amerikanischer Erfinder — 7. Januar, New York.
  • Sergei Rachmaninow (69), russisch-amerikanischer Komponist und Pianist — 28. März, Beverly Hills.
  • Conrad Veidt (50), deutscher Schauspieler („Casablanca") im britisch-amerikanischen Exil — 3. April, Hollywood.
  • Camille Claudel (78), französische Bildhauerin — 19. Oktober, Montdevergues bei Avignon.
  • Max Reinhardt (70), österreichischer Theaterregisseur im US-Exil — 31. Oktober, New York.
  • Beatrix Potter (77), britische Kinderbuchautorin — 22. Dezember, Sawrey, England.

LICHTBLICKE · Menschlichkeit, Mut und Wissenschaft

  • Hermann Hesse veröffentlicht „Das Glasperlenspiel" (18. November 1943, Zürich). Im NS-Deutschland verboten, erscheint das Alterswerk des Schriftstellers im Schweizer Exil und begründet später seinen Nobelpreis — ein Kulturwerk gegen den Totalitarismus.
  • „Casablanca" startet in den US-Kinos (23. Januar 1943). Der Film um Liebe, Exil und Widerstand gegen die Besatzer wird zum Sinnbild der Hoffnung im Kriegsjahr und später mehrfach mit dem Oscar ausgezeichnet — im Deutschen Reich bleibt er verboten.
  • Penicillin geht in Massenproduktion (1943, USA). Neue Fermentationsverfahren erlauben eine drastisch gesteigerte Herstellung des Antibiotikums; ab Herbst reicht der Bestand, um verwundete alliierte Soldaten flächendeckend zu behandeln — der Beginn des Antibiotika-Zeitalters in der Praxis.
  • Der Kreisauer Kreis berät über die Zeit nach Hitler (Juni 1943, Kreisau). Um Helmuth James von Moltke trifft sich die Widerstandsgruppe zu ihrer dritten großen Tagung und entwirft Pläne für eine gerechte Nachkriegsordnung sowie die Ahndung von NS-Verbrechen — mitten im Krieg wird bereits an einem anderen Deutschland gearbeitet.

DAS WETTER · 1943 in der Mark

An diesem 13. Juli war es in der Mark ein milder Sommertag: Höchstwert 21,8 °C, in der Nacht 12,7 °C; ein kurzer Schauer brachte 3,1 mm, die Sonne zeigte sich rund 7,0 Stunden.

Das Jahr über: Im Mittel 9,3 °C — gut 0,5 Grad über dem langjährigen Potsdamer Mittel (~8,8 °C). Wärmster Tag 37 °C am 21. August, kältester −16 °C am 12. Januar. 12 Hitzetage (≥30 °C), 18 Eistage (Dauerfrost); Jahresniederschlag rund 442 mm.

Ein warmes Jahr mit zwölf Hitzetagen; am 21. August stieg das Thermometer auf 37 °C.

(Messwerte der Säkularstation Potsdam, rund 30 km nördlich von Luckenwalde — die nächstgelegene durchgehend messende Station; Quelle: Meteostat / DWD.)

DIE HITS DES JAHRES · Top 20 1943

Amtliche Musikcharts gab es in Deutschland erst ab 1959. Diese Liste versammelt die 20 populärsten Schlager und Lieder des Jahres — rekonstruiert aus Notenabsatz, Rundfunk und Filmerfolg, keine offizielle Rangfolge.

  1. Sing mit mir — Marika Rökk
  2. Einen wie dich könnt' ich lieben — Zarah Leander
  3. Jede Nacht ein neues Glück — Zarah Leander
  4. Bitte an die Nacht — Zarah Leander
  5. Das Karussell — Evelyn Künneke
  6. Sing, Nachtigall, sing — Evelyn Künneke
  7. Ganz leis' erklingt Musik — Gerda Schönfelder
  8. Kauf dir einen bunten Luftballon — Rosy-Singers
  9. Es klopft mein Herz bum-bum — Heyn-Quartett
  10. Glutrote Rosen — Rudi Schuricke
  11. Capri-Fischer — Rudi Schuricke
  12. Stern von Rio — Rudi Schuricke
  13. Lili Marleen — Lale Andersen
  14. Wir machen Musik — Ilse Werner
  15. Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh'n — Zarah Leander
  16. Davon geht die Welt nicht unter — Zarah Leander
  17. Der Wind hat mir ein Lied erzählt — Zarah Leander
  18. Mein Leben für die Liebe — Zarah Leander
  19. Ich tanze mit dir in den Himmel hinein — Lilian Harvey / Willy Fritsch
  20. Sag' beim Abschied leise Servus — Evergreen (weiterhin gespielt)

Quellen: Schlager-Chroniken (musikhimmel.de · spectre-media.com · was-war-wann.de) — rekonstruierte Popularität, kein amtliches Ranking.

Lokalteil Kiel / Schleswig-Holstein

Tagesangriff auf Kiel: Werften, Hauptbahnhof und Gaarden getroffen

Großbrände an der Werftstraße in Kiel
Großbrände an der Werftstraße, Aufnahme vom 14. Mai 1943 (M. A. Struck, Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 DE)

Zwischen 11.49 und 12.40 Uhr greifen am Freitagmittag Bomber der amerikanischen Eighth Air Force Kiel an. Von 224 Flugzeugen, die an diesem Tag auch Antwerpen und Courtrai angreifen, fliegen 136 gegen die Kieler Werften; insgesamt gehen elf Maschinen verloren. Auf die Stadt fallen 505 Sprengbomben und 5000 bis 6000 Brandbomben. Auf der Germaniawerft fällt um 12.03 Uhr die erste Bombe, sieben Minuten lang dauert dort der Angriff. Getroffen werden außerdem die Kriegsmarinewerft und die Deutschen Werke; der Hauptbahnhof wird erneut schwer beschädigt, an der Gablenzbrücke werden die Schienen aufgerissen.

Besonders schwer trifft es das Arbeiterwohnviertel am Germaniaring in Gaarden. In der ganzen Stadt werden 259 Wohnhäuser zerstört und 125 schwer beschädigt. Weil die Wasserleitungen zerstört sind und Löschwasser fehlt, können viele Brände nicht gelöscht werden. Es ist der bisher schwerste Tagesangriff auf die Stadt. Zwischen 345 und 368 Menschen kommen ums Leben.

Aus heutiger Sicht

Die geheimen Meldungen der Dienststellen nannten 345 Tote, andere Zählungen kamen auf 368. Die Propaganda sprach von „Terrorangriffen“. Im ganzen Krieg starben in Kiel rund 2900 Menschen im Luftkrieg, 167.000 Kieler wurden obdachlos. Kiel war als Marinestützpunkt und Werftstadt Ziel der amerikanischen Tagesangriffe auf die Werften wie der britischen Nachtangriffe, die seit der Area Bombing Directive vom 14. Februar 1942 als Flächenbombardements auch Wohnviertel und Innenstadt trafen.

Familie Bertenthal aus der Preußerstraße nach Sobibor deportiert

Am 20. Juli verlässt ein Transport das niederländische Sammellager Westerbork nach Sobibor. An Bord sind fünf Mitglieder einer Kieler Familie: der Schuhhändler David Bertenthal (55), seine Frau Sophie (53) und die Kinder Simon (18), Martha (16) und Ruth (13). Alle drei Kinder sind in Kiel geboren.

David Bertenthal hatte seit 1919 in der Preußerstraße 10 ein Schuhgeschäft geführt, eines der größten Einzelhandelsgeschäfte der Stadt, mit zehn Angestellten und einem geschätzten Jahresumsatz von 100.000 Reichsmark. Seit der Reichspräsidentenwahl 1932 wurde David Bertenthal bedroht und überfallen, später postierten sich SA- und SS-Leute vor dem Geschäft. Im Oktober 1933 wanderte sie nach Den Haag aus; für die Ausreise verlangten die Behörden eine hohe „Spende“ an die Winterhilfe und die Reichsfluchtsteuer, das Warenlager wurde unter Wert in Hamburg verkauft. Der älteste Sohn Rudolf ging Ende 1933 nach Palästina.

Nach der deutschen Besetzung der Niederlande wurde das Geschäft in Den Haag enteignet, die Kinder durften nicht mehr zur Schule, ab dem 3. Mai 1942 mussten alle den Judenstern tragen. Am 25. März 1943 wurde die Familie nach Westerbork eingewiesen.

Aus heutiger Sicht

Sobibor im besetzten Polen war ein Vernichtungslager; die meisten Deportierten wurden dort gleich nach der Ankunft in Gaskammern ermordet. Die Biografie stützt sich auf Entschädigungsakten des Landesarchivs und auf den Bericht des Sohnes Rudolf, der als Einziger der Familie überlebte. Das genaue Todesdatum ist unbekannt; die Behörden setzten nach dem Krieg den 23. Juli 1943 fest. Seit dem 11. Juni 2006 erinnern Stolpersteine vor dem Haus Preußerstraße 10 an die Familie.

Holstein Kiel schlägt Schalke 04 und spielt um Platz 3

Auf dem Holstein-Platz sehen 18.000 Zuschauer, eine Kieler Rekordkulisse, im Viertelfinale der Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft einen 4:1-Sieg (Halbzeit 3:1) von Holstein Kiel über den FC Schalke 04. Die Gelsenkirchener hatten von 1937 bis 1942 sechsmal in Folge das Endspiel erreicht.

Die Kieler waren als Meister der Gauliga Schleswig-Holstein in die Endrunde gekommen: 16 Siege, 2 Unentschieden und 94:20 Tore in der Spielzeit 1942/43. In der Ausscheidung gegen die TSG Rostock setzten sie sich im April mit 4:0 und 1:1 durch. Im Achtelfinale hatten sie am 16. Mai beim Berliner SV 92 im Poststadion 2:0 gewonnen. Nach dem Sieg über Schalke wartete am 13. Juni in Hannover der Dresdner SC; er gewann das Halbfinale 3:1.

Am 26. Juni folgt im Berliner Poststadion das Spiel um den dritten Platz gegen First Vienna FC 1894. Vor 35.000 Zuschauern gewinnt Holstein 4:1; die Tore erzielen Walter (zweimal), Boller und Möschel.

Fördedampfer „Stadt Kiel“ ausgebrannt, Wrack nach Dänemark überführt

Ausgebrannte Fördedampfer Heikendorf und Stadt Kiel am Seegarten
Die ausgebrannten Fördedampfer Heikendorf (vorn) und Stadt Kiel am Seegarten, Aufnahme vom 14. Mai 1943 (M. A. Struck, Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 DE)

Beim Tagesangriff vom 14. Mai trifft eine Bombe das Motorschiff „Stadt Kiel“, Baujahr 1934, an seinem Liegeplatz. Das Schiff brennt aus und sinkt, sieben Besatzungsmitglieder sterben. Neben ihm liegt der ebenfalls ausgebrannte Fördedampfer „Heikendorf“ am Seegarten.

Für die „Stadt Kiel“ ist die Geschichte damit nicht zu Ende: Noch im Lauf des Jahres wird das geborgene Wrack zur Instandsetzung ins dänische Svendborg überführt.

Aus heutiger Sicht

In Svendborg wurde die „Stadt Kiel“ instand gesetzt und dabei um drei Meter verlängert. Nach Kriegsende betrachteten die Dänen das Schiff als Kriegsbeute. Am 20. September 1946 wurde es an die englische Besatzungsmacht in Kiel übergeben. Bis 1948 wurden die Weißen Dampfer überholt und dem Aussehen der „Stadt Kiel“ angeglichen.

KURZ NOTIERT · Kiel 1943

  • 14. Mai — In der Julienstraße 9/11 in Ellerbek wird eine Fischräucherei zerstört; 14 Menschen sterben.
  • 17. Mai — Brandbomben zerstören drei Bauernstellen.
  • 1. Juli — Die Kriegsmarine gibt die Kieler Werft in Dietrichsdorf an die Howaldtswerke AG Kiel und Hamburg zurück; Adolf Westphal leitet kaufmännisch das Kieler Werk. Die Werft war 1939 mit dem Marinearsenal zur Kriegsmarinewerft zusammengelegt worden.
  • 29. Juli — Beim Tagesangriff von 91 amerikanischen Bombern auf die Kieler U-Boot-Werften wird das Schwimmdock der Germaniawerft versenkt.
  • 31. August — Admiral a. D. Gustav Bachmann, von 1914 bis 1918 Chef der Marinestation der Ostsee und Gouverneur von Kiel, 1915 einige Monate Chef des Admiralstabs, stirbt 83-jährig in Kiel.
  • Saison 1943/44 — Die Niederdeutsche Bühne spielt neben dem Kieler Theater auch in der „Komödie am Ostufer“ in Wellingdorf; der Spielbetrieb ist eingeschränkt.
  • 13. Dezember — Ein Tagesangriff zwischen 12 und 14 Uhr zerstört die Heiliggeistkirche bis auf Kreuzgang und Turmstumpf und das um 1300 erbaute Alte Rathaus am Alten Markt bis auf die Kellergewölbe. Das Karstadt-Haus in der Holstenstraße brennt, die Nikolaikirche ist unbenutzbar, Stadttheater und Rathaus sind schwer getroffen.
  • 1943 — In der Holtenauer Straße 334 in der Wik eröffnet das Kino „Kleine Lichtburg“.

RUND UM DIE FÖRDE · 1943

  • 1943, Eckernförde — Für die Beschäftigten der Torpedoversuchsanstalt entstehen Lager mit Platz für mindestens 6000 Menschen.
  • 23. Januar, Kronshagen — Der Schiffbauingenieur Otto Martens, der mit Frau und Tochter im Gartenhaus Kieler Straße 43 wohnte und als Zeuge Jehovas verfolgt wurde, kommt 52-jährig im Konzentrationslager Stutthof ums Leben; die Todesursache ist unbekannt. Er war 1935 in Kiel in „Schutzhaft“ genommen, 1936 erneut verhaftet und nach 18 Monaten Haft der Gestapo übergeben worden, die ihn ins KZ Wewelsburg brachte.

SPORT AN DER FÖRDE · 1943

  • Holstein Kiel — Im Tschammerpokal schlägt Holstein am 29. August Eintracht Braunschweig 5:4 und am 19. September Hertha BSC 3:0; im Viertelfinale scheitern die Kieler am 3. Oktober am LSV Hamburg 2:4.
  • Gauliga — Die Spielzeit 1943/44 der Gauliga Schleswig-Holstein wird wieder mit zehn Mannschaften und 18 Spielen je Verein ausgetragen; neu dabei sind der VfB Kiel und die TSG Gaarden.
  • SC Friedrichsort 08 — Der Aufsteiger von 1942 wird in der Gauliga Schleswig-Holstein 1942/43 Dritter.
  • Segeln — Die Kieler Woche fällt in diesem Jahr aus.

DAS WETTER · 1943 in Kiel

An diesem 13. Juli wurden an der Förde gemessen: Höchstwert 19,0 °C, Tiefstwert 12,8 °C, Tagesmittel 14,5 °C. Es fielen 6,3 mm Regen, die Sonne schien rund 6,1 Stunden.

Das Jahr über: Im Mittel 9,1 °C. Wärmster Tag 32,3 °C am 1. August, kältester Tiefstwert −11,4 °C am 12. Januar. 2 Hitzetage (≥30 °C), 11 Sommertage (≥25 °C), 11 Eistage (Dauerfrost) und 56 Frosttage. Jahresniederschlag 688 mm, Sonnenscheindauer 1844 Stunden.

(Messwerte der DWD-Station Kiel-Kronshagen. Quelle: DWD Climate Data Center.)