DER CHRONIST

Ein Jahr der Abrechnung und der Weichenstellung: Während in Nürnberg das Urteil über die Hauptschuldigen gesprochen wird, ordnet sich die Mark Brandenburg unter sowjetischer Besatzung politisch und gesellschaftlich neu — bei knappem Brot und kaltem Ofen. Zugleich sucht die Welt jenseits der Trümmer nach neuer Ordnung: In London tritt die erste Vollversammlung der Vereinten Nationen zusammen, in Genf löst sich der gescheiterte Völkerbund auf, und mit dem Referendum in Italien und der Wahl Peróns in Argentinien verschieben sich anderswo die politischen Landkarten. Über dem Bikini-Atoll zünden die USA erstmals Atombomben vor aller Augen der Weltöffentlichkeit, während der ENIAC in Pennsylvania das Zeitalter des Digitalrechners einläutet. Das Pogrom von Kielce zeigt, dass der Hass des Krieges auch nach dessen Ende weiterwirkt, während Churchills Zürcher Rede für ein geeintes Europa erste Hoffnung auf Versöhnung weckt. Ein Jahr also, in dem sich schon die Konturen der kommenden, geteilten Welt abzeichnen.

Die Schlagzeilen des Jahres

Churchill warnt vor dem „Eisernen Vorhang"

Winston Churchill, der in Fulton vom Eisernen Vorhang spricht
Winston Churchill, der in Fulton vom „Eisernen Vorhang“ spricht (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In der Turnhalle des Westminster College im kleinen Fulton, Missouri, hält der frühere britische Premierminister Winston Churchill vor über 3.000 Zuhörern eine Rede unter dem Titel „The Sinews of Peace" (Die Muskeln des Friedens), die zum Menetekel des beginnenden Kalten Krieges wird: „Von Stettin an der Ostsee bis Triest an der Adria hat sich ein Eiserner Vorhang über den Kontinent gesenkt." Anlass ist eine Ehrendoktorwürde, die das kleine College dem prominenten Gast verleiht; Churchill, seit der Wahlniederlage vom Juli 1945 nur noch Oppositionsführer ohne Regierungsamt, spricht formal als Privatmann. Neben ihm auf dem Podium sitzt jedoch US-Präsident Harry S. Truman, gebürtiger Missourianer, der die Einladung persönlich eingefädelt und zur Bedingung gemacht hatte, selbst zu erscheinen und Churchill vorzustellen — was der Rede trotz aller offiziellen Zurückhaltung Washingtons erhebliches politisches Gewicht verleiht. Churchill warnt eindringlich vor der sowjetischen Kontrolle über Ost- und Mitteleuropa und vor kommunistischer Unterwanderung im Westen; er prägt zugleich den Begriff der „besonderen Beziehung" zwischen den USA und dem britischen Commonwealth und ruft zu deren engem Schulterschluss auf. Die Metapher vom „Eisernen Vorhang" selbst ist nicht neu — schon Propagandaminister Joseph Goebbels hatte sie im Februar 1945 in der Wochenzeitung „Das Reich" verwendet —, doch erst Churchills Rede macht sie zur festen Chiffre der Weltpolitik. Wenige Tage später antwortet Josef Stalin in einem vielbeachteten Interview der „Prawda" scharf: Er rückt Churchill in die Nähe Hitlers und wirft ihm Kriegshetze vor. Auch die von der SMAD gelenkte Presse der Sowjetischen Besatzungszone greift diese Lesart auf und brandmarkt Churchill als Kriegstreiber. Für viele Beobachter markiert der Auftritt in Fulton dennoch den Moment, in dem aus Kriegsalliierten offen Rivalen werden — mit Deutschland, und mit der Mark Brandenburg mittendrin, als Bruchlinie eines sich teilenden Kontinents.

SED — die Zwangsvereinigung in Berlin

Der Berliner Admiralspalast, Ort der Zwangsvereinigung zur SED 1946
Der Berliner Admiralspalast, Ort der Zwangsvereinigung zur SED 1946 (Wikimedia Commons, FAL)

Im Admiralspalast in Berlin vereinigen sich SPD und KPD der Sowjetischen Besatzungszone auf einem zweitägigen Vereinigungsparteitag unter erheblichem Druck der sowjetischen Militäradministration (SMAD) zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Begründet wird der Schritt mit der historischen Spaltung der Arbeiterbewegung, die 1933 den Sieg der Nationalsozialisten mit ermöglicht habe — ein Argument, das viele Sozialdemokraten in der SBZ unter dem Druck der Besatzungsmacht nur widerwillig teilen. Otto Grotewohl, Vorsitzender des SPD-Zentralausschusses, und Wilhelm Pieck, KPD-Vorsitzender, besiegeln den Zusammenschluss mit einem Händedruck, der zum Propagandabild und Parteisymbol der neuen Einheitspartei wird. Ganz anders verläuft die Entwicklung im Westteil Berlins: Dort lässt der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher, der von Hannover aus vehement gegen jede Fusion mit den Kommunisten opponiert, am 31. März eine Urabstimmung unter den Westberliner Genossen durchführen. Bei einer Beteiligung von rund 70 Prozent sprechen sich 82,3 Prozent gegen eine sofortige Vereinigung aus — die SMAD untersagt die Abstimmung in ihrem eigenen Sektor, sodass die SPD in Berlin fortan gespalten bleibt: in den Westsektoren eigenständig, in der SBZ in der SED aufgegangen. Sozialdemokraten, die sich der Vereinigung widersetzen, geraten unter Druck, Redeverbote und mancherorts Verhaftung durch die sowjetischen Behörden; Tausende fliehen in der Folge in die Westzonen. Auch in der Mark Brandenburg, deren Provinzialverwaltung unter ihrem SMAD-eingesetzten Präsidenten Karl Steinhoff fest in der SBZ verankert ist, prägt die neue Einheitspartei von nun an das politische Leben bis in die Kreise und Gemeinden hinein — Steinhoff selbst wird noch im gleichen Jahr erster Ministerpräsident des Landes Brandenburg.

3 · „Junkerland in Bauernhand" — die Bodenreform verändert das Land

Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone, 1945/46 Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone, 1945/46 (Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Was am 2. September 1945 im brandenburgischen Kyritz mit der Verkündung Wilhelm Piecks unter der Losung „Junkerland in Bauernhand" begann, prägt 1946 das Bild der ganzen Mark. Die als Bauernkundgebung getarnte Veranstaltung war vom KPD-Bezirkssekretär Willy Sägebrecht sorgfältig vorbereitet worden; Kyritz war nicht zufällig gewählt — in der Umgebung lagen fünf, sechs große Rittergüter, die als erste Objekte der Enteignung dienen sollten. Die rechtliche und organisatorische Ausarbeitung der Reform stammt maßgeblich von Edwin Hoernle, der als Vizepräsident der Provinzialverwaltung Brandenburg und ab August 1945 als Präsident der Deutschen Zentralverwaltung für Land- und Forstwirtschaft der SBZ die Umwälzung der Landwirtschaft leitet. Auf Beschluss der sowjetischen Besatzungsmacht werden Güter über 100 Hektar sowie Land von NS-Funktionären und „Kriegsverbrechern" entschädigungslos enteignet. Zonenweit sind es über 7.000 Betriebe, rund 3,3 Millionen Hektar — etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Fläche —, die an mehr als 550.000 Neubauern, Landarbeiter und Vertriebene verteilt werden, häufig in Parzellen von nur fünf bis acht Hektar und oft ohne ausreichendes Vieh, Saatgut oder Gerät, was den Neubauern die ersten Jahre zusätzlich erschwert. Auch im Kreis Jüterbog-Luckenwalde, der im März 1946 in Landkreis Luckenwalde umbenannt wird und seine Kreisverwaltung nun in der Stadt selbst hat, wechseln Rittergüter und Herrenhäuser den Besitzer. Die Neuordnung des Bodens ist zugleich Existenzgrundlage für Hunderttausende Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und politisches Fundament, auf dem die SED in den Dörfern der SBZ ihre Vormacht aufbaut.

Nürnberg spricht Recht — die Urteile gegen die Hauptkriegsverbrecher

Die Angeklagten auf der Anklagebank der Nürnberger Prozesse
Die Angeklagten auf der Anklagebank der Nürnberger Prozesse (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Der Internationale Militärgerichtshof, von den vier Siegermächten USA, Großbritannien, Sowjetunion und Frankreich gemeinsam getragen, hatte den Prozess am 20. November 1945 im Nürnberger Schwurgerichtssaal eröffnet; nach 218 Verhandlungstagen und fast einem Jahr Beweisaufnahme verkündet er nun sein Urteil gegen die 21 anwesenden Hauptangeklagten (ein 22., Martin Bormann, wird in Abwesenheit verurteilt). Zwölf von ihnen — darunter Hermann Göring, Joachim von Ribbentrop, Wilhelm Keitel, Ernst Kaltenbrunner, Alfred Rosenberg, Hans Frank, Wilhelm Frick, Julius Streicher, Fritz Sauckel, Alfred Jodl und Arthur Seyß-Inquart sowie Bormann — werden zum Tode verurteilt. Rudolf Hess, Walther Funk und Erich Raeder erhalten lebenslange Haft; Karl Dönitz (10 Jahre), Konstantin von Neurath (15 Jahre) sowie Baldur von Schirach und Albert Speer (je 20 Jahre) werden zu zeitiger Haft verurteilt. Drei Angeklagte — Franz von Papen, Hjalmar Schacht und Hans Fritzsche — werden freigesprochen, was in der alliierten Öffentlichkeit auf Kritik stößt. Göring entzieht sich der Hinrichtung nur Stunden vorher durch Selbstmord mittels einer eingeschmuggelten Zyankalikapsel; die übrigen zehn zum Tode Verurteilten werden in der Nacht zum 16. Oktober in einer eigens umgebauten Turnhalle des Nürnberger Gefängnisses gehenkt. Die Leichen werden anschließend nach München überführt und eingeäschert, die Asche in einen Nebenfluss der Isar gestreut, um jede Grabstätte als Kultstätte zu verhindern. Erstmals in der Geschichte müssen sich Staats- und Militärführer eines besiegten Landes vor einem internationalen Gericht für Angriffskrieg, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten; die in Nürnberg entwickelten Rechtsgrundsätze fließen später in das Völkerrecht der Vereinten Nationen ein. In der Mark Brandenburg, wo die SBZ-Presse die Urteile als gerechte Sühne feiert, wird das Fanal von Nürnberg in den Wohnstuben zugleich mit Erschütterung und stiller Verdrängung aufgenommen.

Brandenburg wählt seinen ersten Landtag

Der brandenburgische Landtag in Potsdam
Der brandenburgische Landtag in Potsdam (Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0)

Vorausgegangen sind im September bereits die ersten Kommunalwahlen der Zone: Am 1. und 15. September wählen die fünf Länder ihre Gemeinde- und Kreisvertretungen, doch dürfen CDU und LDP nur in rund einem Fünftel der Gemeinden überhaupt eigene Listen aufstellen, während Papier und Druckkapazität einseitig der SED zufallen. Trotz dieser Vorteile kommt die SED gemeindeweit nur auf 57,1 Prozent — ein Ergebnis, das selbst in der eigenen Partei als Denkzettel gewertet wird. Bei den Landtagswahlen der gesamten Sowjetischen Besatzungszone tritt am 20. Oktober auch das Land Brandenburg erstmals wieder mit konkurrierenden Parteilisten an — neben SED, CDU und LDP auch die von der SED gelenkte Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe. Es sind, neben den Kommunalwahlen im September, die einzigen Wahlen dieses Jahres in der SBZ, die trotz massiver Unterstützung der Besatzungsmacht für die SED noch den Anschein einer freien, geheimen Abstimmung wahren. Das Ergebnis fällt für die SED enttäuschend aus: Mit 43,9 Prozent erzielt sie in Brandenburg ihr schwächstes Resultat aller fünf Länder der Zone, während CDU (30,6 Prozent) und LDP (20,6 Prozent) zusammen die knappe Mehrheit gegenüber SED und dem ihr nahestehenden Bauernverband erringen. Am 22. November tritt der neue Landtag im Potsdamer Landtagsgebäude zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen; Friedrich Ebert (Sohn des ersten Reichspräsidenten, SED) wird Landtagspräsident, während der bereits von der SMAD eingesetzte Karl Steinhoff als Ministerpräsident im Amt bestätigt wird. Die Abgeordneten nehmen die Arbeit an einer Landesverfassung auf, die im folgenden Frühjahr verabschiedet werden soll — ein letzter Schimmer parlamentarischer Vielfalt, bevor die SED in den Folgejahren mit Übertritten, Blockparteibildung und Wahlfälschung ihre Vormacht festigt.

Noch deutlicher fällt die Schlappe für die SED am selben 20. Oktober in Groß-Berlin aus, wo die vier Besatzungsmächte allen Parteien gleiche Startbedingungen zugestehen mussten — der einzigen gesamtstädtischen Wahl zwischen Kriegsende und Wiedervereinigung. Bei einer Beteiligung von 92,3 Prozent kommt die SED dort nur auf 19,8 Prozent und landet abgeschlagen hinter SPD (48,7 Prozent) und CDU (22,2 Prozent) auf dem dritten Platz, knapp vor der LDP (9,3 Prozent). Der SPD-Spitzenkandidat Otto Ostrowski übernimmt in der Folge das Amt des Oberbürgermeisters von Groß-Berlin.

Die übrigen Wahlgänge des Jahres:

  • Mecklenburg-Vorpommern, 20. Oktober — SED 49,5 %, CDU 34,1 %. Wie in den übrigen SBZ-Ländern regiert die SED im „antifaschistisch-demokratischen Block" mit den bürgerlichen Parteien.
  • Sachsen, 20. Oktober — SED 49,1 %, LDP 24,7 %. Auch hier bleibt die absolute Mehrheit der SED verwehrt.
  • Sachsen-Anhalt, 20. Oktober — SED 45,8 %, LDP 29,9 %. Nach Brandenburg das zweitschwächste SED-Ergebnis der Zone.
  • Thüringen, 20. Oktober — SED 49,3 %, LDP 28,5 %. Blockregierung unter SED-Führung.
  • Bayern, 30. Juni und 1. Dezember — CSU 58,3 % / 52,3 %, SPD 28,8 % / 28,6 %. Erst wählt die US-Zone eine Verfassunggebende Landesversammlung, im Dezember dann den ersten ordentlichen Landtag; Hans Ehard (CSU) wird Ministerpräsident.
  • Hessen, 30. Juni und 1. Dezember — SPD 44,3 % / 42,7 %, CDU 37,3 % / 31,0 %. Gleiches zweistufiges Verfahren; Christian Stock (SPD) bildet eine Koalition mit der CDU.
  • Württemberg-Baden, 30. Juni und 24. November — CDU 40,9 % / 38,4 %, SPD 32,3 % / 31,9 %. Obwohl die CDU stärkste Kraft wird, bleibt der Liberale Reinhold Maier Ministerpräsident.
  • Bremen und Hamburg (Britische Zone), 13. Oktober — SPD 47,6 % bzw. 43,1 %, CDU 18,9 % bzw. 26,7 %. Beide Hansestädte bleiben fest in sozialdemokratischer Hand.

Erste Vollversammlung der Vereinten Nationen tritt zusammen

Die Westminster Central Hall in London, Tagungsort der ersten UN-Vollversammlung 1946 (heutige Aufnahme)
Die Westminster Central Hall in London — hier tagte im Januar 1946 die erste Vollversammlung der Vereinten Nationen; das Gebäude, hier in einer heutigen Aufnahme (Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

In der von Blindgängern und Bombensplittern gezeichneten Westminster Central Hall in London eröffnen Delegierte aus 51 Gründungsstaaten die erste Vollversammlung der neu gegründeten Vereinten Nationen — ein gutes halbes Jahr nach der Unterzeichnung der UN-Charta in San Francisco. Zum ersten Präsidenten der Generalversammlung wählen die Delegierten den belgischen Außenminister Paul-Henri Spaak, der sich knapp mit 28 zu 23 Stimmen gegen den norwegischen Kandidaten Trygve Lie durchsetzt; noch während der Sitzungswoche tagt erstmals auch der neue Sicherheitsrat mit seinen fünf ständigen Mitgliedern USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich und der Republik China. Am 1. Februar wählt die Vollversammlung dann eben jenen Trygve Lie zum ersten UN-Generalsekretär — einen Kompromisskandidaten, auf den sich die Vetomächte nach zähem Ringen einigen. Deutschland, gerade erst besiegt und in vier Besatzungszonen aufgeteilt, ist von der neuen Weltorganisation zunächst ausgeschlossen und wird ihr erst Jahrzehnte später — 1973, in Gestalt zweier deutscher Staaten — beitreten. Für die Siegermächte markiert London dennoch den institutionellen Neubeginn, den der gescheiterte Völkerbund nach dem Ersten Weltkrieg nicht hatte leisten können: ein ständiges Forum, das Kriege künftig verhindern soll, wo Diplomatie und Mächtegleichgewicht zuvor versagt hatten.

Der ENIAC — eine Rechenmaschine verändert die Welt

Zwei Frauen bei der Bedienung des Hauptkontrollpults des ENIAC an der Moore School
Zwei der „ENIAC Women" bedienen das Hauptkontrollpult des Rechners an der Moore School (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

An der University of Pennsylvania stellen Armee und Universität in der Moore School of Electrical Engineering der Öffentlichkeit den ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Computer) vor, seit 1942 im Auftrag der US-Armee entwickelt von den Ingenieuren John Presper Eckert und John Mauchly. Die Presse feiert die rund 30 Tonnen schwere, mit 17.468 Elektronenröhren bestückte Maschine als „elektronisches Superhirn", das Rechenaufgaben, für die ein Mensch 20 Stunden benötigt, in etwa 30 Sekunden löst; der New-York-Times-Reporter T. R. Kennedy jr. berichtet an diesem Tag erstmals öffentlich über das zuvor geheime Rüstungsprojekt. Programmiert wird der ENIAC in mühevoller Handarbeit über Kabel und Schalter, überwiegend von einem sechsköpfigen Team junger Frauen — Kay McNulty, Betty Jennings, Betty Snyder, Marlyn Meltzer, Fran Bilas und Ruth Lichterman —, die als „ENIAC Women" später zu den ersten Programmiererinnen der Computergeschichte gezählt werden, zu ihrer Zeit aber kaum öffentliche Anerkennung finden. Ursprünglich zur Berechnung von Artillerie-Feuertafeln gedacht, kommt die Maschine wegen des Kriegsendes zu spät für ihren militärischen Zweck, wird aber noch im selben Jahrzehnt auch für Berechnungen zum Bau der Wasserstoffbombe genutzt. Mit dem ENIAC beginnt das Zeitalter des elektronischen Digitalrechners — eine Revolution, deren Tragweite 1946 kaum jemand erahnt.

Perón zum Präsidenten Argentiniens gewählt

Juan Domingo Perón, um 1946
Juan Domingo Perón, kurz vor oder nach seiner Wahl zum Präsidenten Argentiniens, um 1946 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Bei den ersten freien Präsidentschaftswahlen Argentiniens nach Jahren der Militärherrschaft setzt sich der frühere Arbeits- und Kriegsminister Juan Domingo Perón mit rund 55,8 Prozent der Stimmen klar gegen den Kandidaten der oppositionellen „Demokratischen Union", José Tamborini, durch. Perón, der sich im Wahlkampf als Anwalt der Arbeiterschaft gegen Großgrundbesitzer, US-Botschaft und traditionelle Eliten inszeniert, stützt seine Bewegung auf die Gewerkschaften und auf seine populäre Frau Eva Perón (Evita), die als Rundfunksprecherin und spätere Sozialministerin zur eigenständigen politischen Figur wird. Am 4. Juni wird Perón vereidigt und tritt sein Amt an, das er bis zu seinem Sturz 1955 ausüben wird; seine Politik der Industrialisierung, staatlichen Umverteilung und eines dritten Weges zwischen Kapitalismus und Kommunismus geht als „Peronismus" in die Geschichte Lateinamerikas ein. International sorgt Perón für Kontroversen, da sein Wahlkampf offene Sympathien für die besiegten Achsenmächte erkennen lässt; Argentinien wird in den Folgejahren zudem zum Zufluchtsort für zahlreiche NS-Täter, die der Strafverfolgung in Europa entkommen. Für die einstigen Kriegsgegner Deutschland und die Sowjetunion bleibt Argentinien 1946 vor allem eines: ein fernes Land, in dem sich die alten Fronten des Weltkriegs neu und unübersichtlich mischen.

Der Völkerbund besiegelt sein Ende

Der Genfer Völkerbundpalast (Palais des Nations), aufgenommen im August 1946
Der Genfer Völkerbundpalast (Palais des Nations), Schauplatz der letzten Vollversammlung, in einer Aufnahme vom August 1946 (Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Im Genfer Palais des Nations tritt zum letzten Mal die Vollversammlung des 1920 gegründeten Völkerbunds zusammen. Die noch 34 verbliebenen Mitgliedstaaten beschließen einstimmig die Selbstauflösung der Organisation mit Wirkung zum folgenden Tag, dem 19. April; der britische Diplomat Lord Robert Cecil, einer der Gründungsväter, hält die letzte Rede und mahnt: „Der Völkerbund ist tot — es lebe die Organisation der Vereinten Nationen." Vermögen, Archive, der Genfer Gebäudekomplex und zahlreiche technische Kommissionen (etwa zu Gesundheit, Flüchtlingsfragen und Arbeitsrecht) gehen an die erst wenige Monate zuvor gegründeten Vereinten Nationen über, die sich ausdrücklich als deren Nachfolgeorganisation versteht — mit dem Anspruch, es besser zu machen als die Vorgängerin, die weder die japanische Mandschurei-Invasion 1931 noch Italiens Überfall auf Abessinien 1935 noch am Ende Hitlers Aggression hatte verhindern können. Deutschland war dem Völkerbund 1926 beigetreten und bereits 1933 unter Hitler wieder ausgetreten — ein früher Schritt auf dem Weg in die außenpolitische Isolation und den Krieg. Mit der Selbstauflösung in Genf endet 1946 endgültig das Kapitel einer Weltordnung, deren Scheitern die Katastrophen der Zwischenkriegszeit erst ermöglicht hatte.

Italien wird Republik

König Umberto II. bei der Stimmabgabe beim Referendum über die Staatsform, 2. Juni 1946
König Umberto II. bei der Stimmabgabe beim Referendum über die italienische Staatsform, 2. Juni 1946 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In einem gleichzeitigen Referendum über die Staatsform und der Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung stimmen die Italiener erstmals in ihrer Geschichte auch mit Beteiligung der Frauen ab — und entscheiden sich mit 54,3 Prozent der Stimmen knapp für die Republik, gegen 45,7 Prozent für den Erhalt der Monarchie. Das Ergebnis offenbart einen tiefen Nord-Süd-Graben: Während der industrialisierte Norden mehrheitlich die Abschaffung der Monarchie verlangt, votieren der agrarische Süden sowie die Inseln Sizilien und Sardinien für ihren Erhalt. König Umberto II., erst im Mai desselben Jahres nach der Abdankung seines im Faschismus kompromittierten Vaters Viktor Emanuel III. auf den Thron gelangt und daher als „Maikönig" (Re di Maggio) verspottet, geht wenige Tage nach der Verkündung des Ergebnisses ins portugiesische Exil, ohne es formell anzuerkennen. Am 13. Juni wird die Republik offiziell ausgerufen; Enrico De Nicola übernimmt als vorläufiges Staatsoberhaupt die Amtsgeschäfte, während die neu gewählte Versammlung unter Führung von Christdemokraten, Sozialisten und Kommunisten mit der Ausarbeitung einer demokratischen Verfassung beginnt, die 1948 in Kraft tritt. Für das nach 20 Jahren Mussolini-Diktatur und Krieg am Boden liegende Land ist der 2. Juni bis heute als „Festa della Repubblica" Italiens Nationalfeiertag.

Pogrom von Kielce erschüttert die jüdischen Überlebenden

Beerdigung der Opfer des Pogroms von Kielce, Juli 1946
Beerdigung der Opfer des Pogroms von Kielce, Juli 1946 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In der polnischen Stadt Kielce ermorden aufgehetzte Bewohner, Soldaten und Milizionäre im Zuge einer antisemitischen Ritualmordlegende — dem Gerücht, ein verschwundener christlicher Junge sei von Juden entführt worden — 42 jüdische Überlebende des Holocaust sowie zwei ihnen zu Hilfe eilende Polen; über 40 weitere Menschen werden verletzt. Anlass ist die Rückkehr des angeblich vermissten Kindes, das unversehrt wieder auftaucht — doch das aufgehetzte Gerücht hat sich da bereits zu einem tagelangen Gewaltexzess gegen die im örtlichen jüdischen Komitee versammelten Überlebenden ausgewachsen, denen kaum ein Jahr zuvor Konzentrationslager und Vernichtung entkommen waren. Das Pogrom, eines der schwersten antijüdischen Gewaltverbrechen im Nachkriegseuropa, löst eine Fluchtwelle aus: Zehntausende der noch in Polen verbliebenen jüdischen Überlebenden verlassen in den folgenden Monaten das Land in Richtung der westlichen Besatzungszonen Deutschlands und Österreichs sowie Palästinas — für viele die endgültige Bestätigung, dass ein jüdisches Leben in Polen nach dem Holocaust keine Zukunft mehr hat. In den überfüllten „Displaced Persons"-Lagern der amerikanischen und britischen Zone, weit entfernt von der Mark Brandenburg, wächst die Zahl der jüdischen Flüchtlinge aus Osteuropa in der Folge sprunghaft an — ein bitteres Nachspiel des Krieges, das sich noch Jahre hinzieht.

Atombombentests im Pazifik — Operation Crossroads

Die Unterwasser-Atombombenexplosion „Baker" über dem Bikini-Atoll, 25. Juli 1946
Der Atombombentest „Baker" der Operation Crossroads über dem Bikini-Atoll, 25. Juli 1946 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Vor den Augen hunderter Journalisten, Politiker und internationaler Beobachter sowie rund 42.000 beteiligter Militärs und Wissenschaftler zünden die USA im Rahmen der „Operation Crossroads" über dem Bikini-Atoll in den Marshallinseln zwei Atombomben — die ersten Kernwaffentests nach Hiroshima und Nagasaki und die ersten überhaupt, die öffentlich vor Publikum stattfinden. Test „Able" detoniert am 1. Juli, von einem B-29-Bomber über eine Flotte von 95 ausgemusterten und erbeuteten Kriegsschiffen abgeworfen; Test „Baker" folgt am 25. Juli als Unterwasserexplosion, die eine radioaktiv verseuchte Wassersäule weit in den Himmel aufwirft und zu einem der bekanntesten Bilder des beginnenden Atomzeitalters wird. Ziel der Versuchsreihe ist die Erprobung der Wirkung von Kernwaffen auf Kriegsschiffe — und, kaum verhohlen, eine machtpolitische Demonstration der neuen amerikanischen Vormachtstellung gegenüber der Sowjetunion. Für die rund 167 Bewohner des Bikini-Atolls, die im Vorfeld der Tests von der US-Marine zur „Umsiedlung im Dienst der Menschheit" bewogen und auf das entlegene Rongerik-Atoll verbracht werden, bedeutet Crossroads den unwiderruflichen Verlust ihrer Heimat: Schon Anfang 1948 leiden sie dort Hunger, und wegen der radioaktiven Verseuchung können sie bis heute nicht dauerhaft zurückkehren. Die Bilder aus der Südsee prägen fortan das öffentliche Bewusstsein vom Atomzeitalter — Jahre bevor auch die Sowjetunion 1949 zur Nuklearmacht wird.

Churchill wirbt in Zürich für die „Vereinigten Staaten von Europa"

Winston Churchill während seiner Rede an der Universität Zürich, 19. September 1946
Winston Churchill während seiner Rede an der Universität Zürich, 19. September 1946 (Foto: Julius Aichinger, Zürich; Universitätsarchiv Zürich / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Nur ein gutes halbes Jahr nach seiner Rede vom „Eisernen Vorhang" tritt Winston Churchill erneut mit einer weltpolitisch folgenreichen Rede hervor: An der Universität Zürich entwirft der britische Oppositionsführer vor akademischem Publikum die Vision einer Art „Vereinigten Staaten von Europa", die den vom Krieg zerstörten Kontinent aus Armut, Angst und neuerlichem Hass befreien soll. Kernpunkt seiner Rede ist ein Vorschlag, der viele Zuhörer überrascht: Die „Erbfeinde" Frankreich und Deutschland müssten sich versöhnen und gemeinsam die Führung eines geeinten Europas übernehmen — nur so lasse sich dauerhafter Friede sichern. Churchill selbst sieht Großbritannien dabei zunächst eher als Förderer und Partner denn als Teil dieses kontinentaleuropäischen Bündnisses, ein Vorbehalt, der die britische Europapolitik noch jahrzehntelang begleiten wird. In Belgien, der Schweiz und auch in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands stößt der Appell auf breite, teils euphorische Zustimmung und beflügelt die entstehende europäische Einigungsbewegung, aus der in den folgenden Jahren Institutionen wie der Europarat (1949) und später die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (1951) hervorgehen. Für ein besiegtes, in Besatzungszonen zerschnittenes Deutschland ist Churchills Zürcher Rede ein frühes, ermutigendes Signal, dass der einstige Kriegsgegner es dereinst nicht als Paria, sondern als gleichberechtigten Partner in einem neuen Europa sehen könnte.

Aus den Ressorts

AM RANDE NOTIERT

  • Bereits am 10. Januar tritt in London die erste Vollversammlung der Vereinten Nationen zusammen — Vertreter aus 51 Staaten beraten über eine Weltordnung nach dem Krieg.
  • Im Juli testen die USA im Rahmen der „Operation Crossroads" erstmals Atombomben über dem Bikini-Atoll im Pazifik — vor aller Augen der Weltöffentlichkeit.
  • Der erste Nachkriegswinter 1945/46 und die schmale Ernte lassen auch in Luckenwalde und der Mark Brandenburg Hunger, Kälte und Schwarzmarkt zum Alltag werden — die stille, unerzählte Schlagzeile dieses Jahres.
  • Am 4. Juli werden die Philippinen nach fast einem halben Jahrhundert US-Herrschaft in die Unabhängigkeit entlassen — der erste Fall einer von den USA nach dem Krieg gewährten Dekolonisierung in Asien.
  • Am 29. Oktober zählt der Alliierte Kontrollrat erstmals gemeinsam in allen vier Besatzungszonen und in Berlin die Bevölkerung: Die Volks- und Berufszählung ergibt rund 65,9 Millionen Einwohner, darunter fast 9,7 Millionen Vertriebene und Flüchtlinge.
  • Auch die Luckenwalder Tuchindustrie, einst Rückgrat der Stadt, verliert 1946 im Zuge der sowjetischen Demontagen Maschinen und Anlagen als Reparationsleistung — ein Aderlass, von dem sich die Branche nur langsam erholt.
  • Durch den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen erreicht Luckenwalde 1946 mit rund 31.000 Einwohnern seinen historischen Bevölkerungshöchststand.

SPORT · 1946

Grundlage der Neuordnung ist die Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats vom 17. Dezember 1945: Sie verlangt Entmilitarisierung und Einschränkung des deutschen Sportwesens, verbietet die Fortführung der alten, NS-belasteten Vereine und lässt nur noch unpolitische Sportorganisationen örtlichen Charakters bis hinauf zur Kreisebene zu — jede Neugründung bedarf der Genehmigung der Besatzungsbehörde. Während in den Westzonen rasch wieder Vereine entstehen, legt die sowjetische Militäradministration die Direktive besonders streng aus: In der SBZ, auch im Landkreis Luckenwalde, dürfen sich Sportlerinnen und Sportler zunächst nur zu lockeren, meist auf den eigenen Stadt- oder Ortsteil beschränkten „Sportgemeinschaften" ohne feste Ligastruktur zusammenschließen, eigenständige Vereine mit Vermögen und Tradition bleiben untersagt. Im August 1946 überträgt die SED die Zuständigkeit für den Sport der erst am 7. März gegründeten Freien Deutschen Jugend (FDJ) unter ihrem Vorsitzenden Erich Honecker. Ein geregelter Nachkriegs-Spielbetrieb, wie ihn andere Zonen im Folgejahr aufnehmen, lässt in der Mark Brandenburg noch auf sich warten.

MODE · 1946

Auch im zweiten Nachkriegsjahr bleibt Not die bestimmende Mode: Neue Textilien sind knapp und werden weiterhin über die aus NS-Zeit fortgeführte Reichskleiderkarte und behördliche Bezugscheine zugeteilt, die meist nur für einzelne, dringend benötigte Stücke reichen. Schneiderinnen und Näherinnen leben vom Umarbeiten: Aus Uniformstoffen der Wehrmacht, erbeuteter Fallschirmseide, alten Vorhängen und Bettwäsche entstehen Mäntel, Kleider und Kinderkleidung, während Genossenschaften und private Haushalte Reste und Flicken zu „Neuem" verarbeiten. Wer keine Bezugsscheine hat, weicht auf den Schwarzmarkt aus, wo Zigaretten und Naturalien oft mehr gelten als Reichsmark. Von Paris, wo im kommenden Jahr mit Christian Dior ein „New Look" die Silhouette revolutionieren wird, ist in der Mark Brandenburg noch nichts zu spüren.

LICHTBLICKE · Gutes aus dem Jahr 1946

  • Hermann Hesse erhält den Literaturnobelpreis (10. Dezember). Der in Calw geborene deutschsprachige Schriftsteller wird als erster Deutscher nach dem Krieg mit der höchsten literarischen Auszeichnung geehrt — ein Achtungserfolg der deutschsprachigen Literatur inmitten von Trümmern und Mangel.
  • Premiere von „Die Mörder sind unter uns" (15. Oktober, Berlin). Mit Hildegard Knef in der Hauptrolle läuft der erste deutsche Nachkriegs-Spielfilm und die erste DEFA-Produktion an — der Beginn eines neuen deutschen Kinos nach Jahren der NS-Propagandafilme.
  • Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen (23. August). Die britische Militärregierung vereint Rheinprovinz und Westfalen zu einem neuen Land — Grundstein eines der später bevölkerungsreichsten deutschen Länder.
  • Nobelpreis für Physiologie oder Medizin an Hermann Joseph Muller (10. Dezember). Der US-Genetiker wird für den Nachweis geehrt, dass Röntgenstrahlen Genmutationen auslösen können — eine Grundlage der modernen Strahlengenetik und des Strahlenschutzes.
  • Wiedereröffnung der Berliner Universität Unter den Linden (29. Januar). Trotz schwerster Kriegszerstörungen nimmt die spätere Humboldt-Universität als erste deutsche Hochschule nach dem Krieg wieder den Lehrbetrieb auf — ein Hoffnungszeichen für Bildung und Wissenschaft inmitten der Trümmer.
  • Brandenburgisches Landestheater Potsdam nimmt Spielbetrieb wieder auf (1946). Nur wenige Kilometer von Luckenwalde entfernt eröffnet im Theatersaal des Neuen Palais die neue Bühne noch im selben Jahr mit Goethes „Iphigenie auf Tauris" — der Vorläufer des späteren Hans-Otto-Theaters bringt Kulturleben zurück in die brandenburgische Provinz.

DAS WETTER · 1946 in der Mark

An diesem 13. Juli war es in der Mark ein warmer Sommertag: Höchstwert 25,9 °C, in der Nacht 11,3 °C; kein Tropfen Regen fiel, die Sonne zeigte sich rund 10,7 Stunden.

Das Jahr über: Im Mittel 8,8 °C — nahe dem langjährigen Potsdamer Mittel (~8,8 °C). Wärmster Tag 36 °C am 5. Juli, kältester −16 °C am 21. Dezember. 6 Hitzetage (≥30 °C), 31 Eistage (Dauerfrost); Jahresniederschlag rund 539 mm.

Nach einem noch frostigen Nachkriegswinter ein warmer Hochsommer (bis 36 °C Anfang Juli).

(Messwerte der Säkularstation Potsdam, rund 30 km nördlich von Luckenwalde — die nächstgelegene durchgehend messende Station; Quelle: Meteostat / DWD.)

DIE HITS DES JAHRES · Top 20 1946

Amtliche Musikcharts gab es in Deutschland erst ab 1959. Diese Liste versammelt die 20 populärsten Schlager und Lieder des Jahres — rekonstruiert aus Notenabsatz, Rundfunk und Filmerfolg, keine offizielle Rangfolge.

  1. Drei kleine Geschichten — Evelyn Künneke
  2. Wochenend und Sonnenschein — Hans Bardeleben und die Cherokees
  3. Mondnacht auf Cuba — Hans Bardeleben und die Cherokees
  4. Das Lied vom Leierkastenmann — Willi Kollo
  5. Kötzschenbroda-Express — Bully Buhlan
  6. Ich mach Musik — Bully Buhlan
  7. Ja, wenn ich ein Tänzer wär — Bully Buhlan
  8. Rosemary — Bully Buhlan
  9. Capri-Fischer — Rudi Schuricke
  10. Lili Marleen — Lale Andersen
  11. The Gypsy — Ink Spots
  12. Rumors Are Flying — Frankie Carle & His Orchestra
  13. Air Mail Special — Lionel Hampton
  14. The Old Lamp-Lighter — Sammy Kaye
  15. South America, Take It Away — Bing Crosby & The Andrews Sisters
  16. Sentimental Journey — Doris Day / Les Brown
  17. Symphonie — Marlene Dietrich
  18. Traumorchester — Rudi Schuricke
  19. Ein Stern ist vom Himmel gefallen — Willy Berking
  20. An der schönen roten Donau — Hermann Leopoldi

Quellen: Schlager-Chroniken (musikhimmel.de · spectre-media.com · was-war-wann.de) — rekonstruierte Popularität, kein amtliches Ranking.