DER CHRONIST

Ein Jahr der Grenzziehungen und der Systemkonkurrenz: Im Osten Deutschlands festigt sich der neue Staat mit Wahl, Geheimpolizei und Grenzvertrag, während Frankreich und die Bundesrepublik mit dem Schuman-Plan den ersten Schritt zu einem geeinten Westeuropa wagen. In Fernost unterbricht der Koreakrieg jäh den Kalten Krieg und wird zum ersten heißen Stellvertreterkonflikt zwischen den Blöcken, während Moskau und Peking sich im selben Monat zu einem Bündnis der „Bruderstaaten" zusammenschließen und die Volksbefreiungsarmee auch in Tibet einmarschiert. In Washington entfesselt Senator McCarthy mit unbelegten Vorwürfen eine Welle der Kommunistenjagd, während die Verhaftung des Atomspions Klaus Fuchs die Fährte zu den Rosenbergs offenlegt und ein Attentat auf Präsident Truman nur knapp scheitert. Und in Neu-Delhi tritt mit der indischen Verfassung die junge Republik des bevölkerungsreichsten demokratischen Landes der Erde in Kraft. Ein Jahr, das zeigt: Die Welt teilt sich neu — in Blöcke, in Gewissheiten und in Feindbilder, deren Schatten noch Jahrzehnte reichen sollten.

Die Schlagzeilen des Jahres

Nordkoreanische Truppen überrennen den Süden — der Koreakrieg beginnt

US-Panzerbesatzung am Naktong während des Koreakriegs, 1950
US-Panzerbesatzung am Naktong während des Koreakriegs, 1950 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Seit der japanischen Kapitulation 1945 ist Korea entlang des 38. Breitengrads in eine sowjetische und eine amerikanische Besatzungszone geteilt — im Norden regiert der von Moskau geförderte frühere Partisanenkämpfer Kim Il-sung, im Süden der amerikatreue Syngman Rhee. Beide Regime beanspruchen die Herrschaft über ganz Korea, an der Demarkationslinie kommt es schon vor 1950 immer wieder zu bewaffneten Zwischenfällen. In den frühen Morgenstunden des 25. Juni überschreiten Truppen der kommunistischen Demokratischen Volksrepublik Korea die innerkoreanische Grenze und stoßen mit sowjetischen Panzern des Typs T-34 tief in den Süden vor — die südkoreanische Hauptstadt Seoul fällt binnen drei Tagen, am 28. Juni. Der UN-Sicherheitsrat, in dem die Sowjetunion wegen eines Boykotts nicht vertreten ist, verurteilt den Angriff noch am selben Tag und mandatiert ein internationales Truppenkontingent unter US-General Douglas MacArthur. Die nordkoreanischen Truppen drängen die südkoreanischen und amerikanischen Verbände bis in einen kleinen Brückenkopf um Busan zurück, ehe MacArthur mit einer riskanten amphibischen Landung bei Incheon am 15. September die Wende erzwingt: UN- und südkoreanische Truppen stoßen bis an den Grenzfluss Jalu vor. Am 19. Oktober überschreitet daraufhin die chinesische „Volksfreiwilligenarmee" unter Marschall Peng Dehuai in aller Heimlichkeit den Jalu, um das kommunistische Nordkorea zu retten; Ende November zwingt eine chinesische Großoffensive die UN-Truppen zum Rückzug und erobert Pjöngjang zurück. Der Krieg wird zum ersten „heißen" Stellvertreterkonflikt des Kalten Krieges — und zur Mahnung, dass die Teilung Deutschlands jederzeit ähnlich eskalieren könnte; in der jungen DDR wie in der Bundesrepublik wächst die Furcht vor einem Übergreifen des Konflikts auf die eigene, ebenso entlang einer Demarkationslinie geteilte Nation. Der Krieg sollte, mit wechselnden Frontverläufen um den 38. Breitengrad, bis zum Waffenstillstand von 1953 andauern und Millionen Tote fordern.

Aus heutiger Sicht

Der im Juli 1953 geschlossene Waffenstillstand von Panmunjom ist bis heute nicht durch einen Friedensvertrag abgelöst worden — formal befinden sich Nord- und Südkorea also weiterhin im Kriegszustand. Die demilitarisierte Zone entlang des 38. Breitengrads bleibt eine der am schwersten befestigten Grenzen der Welt, und die Teilung der koreanischen Halbinsel besteht, anders als die deutsche, bis heute fort.

Die DDR gründet ihr Ministerium für Staatssicherheit

Die frühere Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg
Die frühere Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg (Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Vorläufer war seit 1949 die „Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft" sowie das berüchtigte Kommissariat 5 (K 5) der Kriminalpolizei, die bereits politische Verfolgung betrieben — nun bündelt die junge DDR diese Aufgaben in einer eigenständigen Behörde. Am 8. Februar bestätigt die Volkskammer einstimmig das Gesetz zur Errichtung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), das am 21. Februar in Kraft tritt. Aufgebaut unter Anleitung sowjetischer Berater nach dem Vorbild der Geheimpolizei der UdSSR, untersteht das Ministerium keinerlei Kontrolle durch Parlament oder Ministerrat — eine Aufsicht ist im Gesetzestext schlicht nicht vorgesehen. An die Spitze wird am 16. Februar der frühere Spanienkämpfer Wilhelm Zaisser berufen, sein Stellvertreter im Rang eines Staatssekretärs heißt Erich Mielke, der das Haus später, ab 1957, für mehr als drei Jahrzehnte selbst führen wird. Als Geheimdienst und geheime Polizei in einem wird das MfS binnen weniger Jahre zum zentralen Herrschafts- und Unterdrückungsinstrument der SED — schon bis Jahresende zählt es rund 2.700 Mitarbeiter, organisiert in Hauptabteilungen für Auslandsspionage, Bespitzelung der eigenen Bevölkerung und Bekämpfung „staatsfeindlicher" Umtriebe, ergänzt um Bezirksverwaltungen, die in den Folgejahren auch in Brandenburg aufgebaut werden. Auch in der Mark, wo sich die junge Republik gerade erst verwaltungsmäßig einrichtet, beginnt damit eine engmaschige Überwachung von Betrieben, Kirchen und Nachbarschaften, die Jahrzehnte prägen wird — bis zur Auflösung des MfS im Zuge der Friedlichen Revolution 1989/90.

Aus heutiger Sicht

Bis zu seinem Ende 1989/90 wächst das MfS auf rund 91.000 hauptamtliche Mitarbeiter und mehrere Hunderttausend inoffizielle Mitarbeiter an — gemessen an der Bevölkerungszahl der dichteste Überwachungsapparat, den ein Staat im 20. Jahrhundert unterhalten hat. Die Akten, die Bürgerkomitees 1989 vor der Vernichtung retten, kann seit 1992 jeder Betroffene einsehen; die Aufarbeitung dieses Erbes — heute im Bundesarchiv verortet — prägt die deutsche Erinnerungskultur bis in die Gegenwart.

Görlitzer Abkommen — die DDR erkennt die Oder-Neiße-Grenze an

Die Neiße bei Görlitz — hier bestätigt die DDR die Oder-Neiße-Grenze
Die Neiße bei Görlitz — hier bestätigt die DDR die Oder-Neiße-Grenze (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Die Oder-Neiße-Linie war auf der Potsdamer Konferenz 1945 zunächst nur als vorläufige, unter Vorbehalt eines späteren Friedensvertrags stehende Verwaltungsgrenze festgelegt worden — Millionen Deutsche aus Schlesien, Ostbrandenburg, Pommern und Ostpreußen waren im Zuge von Flucht und Vertreibung bereits nach Westen gegangen, viele von ihnen fanden Zuflucht in der Mark Brandenburg. Bereits am 6. Juni hatte eine SED-Delegation unter Walter Ulbricht in Warschau gemeinsam mit der polnischen Regierung unter Cyrankiewicz die sogenannte „Warschauer Erklärung" zur Grenzfrage ausgearbeitet; einen Monat später wird die Grenzfestlegung völkerrechtlich besiegelt. Im Haus der Kultur von Zgorzelec, dem polnischen Teil der geteilten Stadt Görlitz, unterzeichnen Ministerpräsident Otto Grotewohl für die DDR und sein polnischer Amtskollege Józef Cyrankiewicz das Görlitzer Abkommen. Die DDR erklärt die Oder-Neiße-Linie zur „unantastbaren Friedens- und Freundschaftsgrenze" und akzeptiert damit endgültig den Verlust der deutschen Ostgebiete samt Stettin und Swinemünde — als erster deutscher Staat überhaupt. Die Bundesrepublik dagegen hält an einem Vorbehalt bis zu einem gesamtdeutschen Friedensvertrag fest und erkennt die Grenze völkerrechtlich erst 1970 im Warschauer Vertrag an. Für Millionen Vertriebene — auch in Brandenburg, wo viele nach 1945 Zuflucht gefunden haben — ist der Vertrag ein schmerzhafter Schlussstrich unter die Hoffnung auf Rückkehr in die alte Heimat.

Aus heutiger Sicht

Erst der Warschauer Vertrag von 1970 und endgültig der Deutsch-Polnische Grenzvertrag von 1990 im Zuge der Wiedervereinigung lassen die Oder-Neiße-Grenze zu einer auch bundesdeutsch anerkannten und völlig unstrittigen Angelegenheit werden — die 1950 im Osten verkündete, im Westen aber jahrzehntelang bekämpfte „unantastbare" Grenze ist heute, 40 Jahre nach der Einheit, in Brandenburg wie im übrigen Deutschland selbstverständlicher Alltag.

Erste Volkskammerwahl nach Einheitsliste

Die Volkskammer der DDR — hier die Wahl Wilhelm Piecks
Die Volkskammer der DDR — hier die Wahl Wilhelm Piecks (Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Ein Jahr nach Staatsgründung wählt die DDR-Bevölkerung erstmals die Volkskammer mit ihren 400 Sitzen — allerdings ohne echte Wahl: Die Sitzverteilung zwischen SED und den Blockparteien steht bereits vorher nach einem festen Schlüssel fest, ausgehandelt im Bündnis der Nationalen Front. Die SED erhält 100 Sitze, CDU und LDPD je 60, die weiteren Blockparteien NDPD und DBD je 30, dazu feste Kontingente für Massenorganisationen wie FDGB (40), FDJ, Kulturbund, DFD und andere. Gewählt werden darf einzig über die gemeinsame Einheitsliste dieser bereits zugeteilten Mandate — eine Ablehnung Einzelner ist zwar formal möglich, wird aber öffentlich verfolgt und diszipliniert. Offiziell stimmen 99,72 Prozent der abgegebenen Stimmen bei einer angeblichen Wahlbeteiligung von über 98 Prozent der Liste zu — Zahlen, die sich später als geschönt und durch massiven Druck der Wahlhelfer und Betriebsleitungen erzwungen erweisen. Auch in Luckenwalder Wahllokalen wird an diesem Tag die Fassade der Zustimmung errichtet, während in der Bevölkerung längst Unmut über Zwangswirtschaft und fehlende Freiheiten wächst.

Am selben Tag werden auch die Landtage der fünf ostdeutschen Länder neu bestellt — nach demselben Einheitslistenverfahren und ohne Wahlkabinen: Der Stimmzettel trägt die Zustimmung bereits vorgedruckt, wer sie verweigern will, muss dies sichtbar unter den Augen der Wahlhelfer kenntlich machen. Auch im heimischen Brandenburg, das über die Sitzverteilung im Potsdamer Landtag entscheidet, meldet die amtliche Auszählung 99,9 Prozent Ja-Stimmen bei einer Beteiligung von 98,6 Prozent. Nach demselben Muster fallen die Ergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern (99,9 %), Sachsen (99,8 %), Sachsen-Anhalt (99,8 %) und Thüringen (99,1 %) aus. Während in den fünf Ländern der sowjetischen Zone einzig über die vorgezeichnete Liste abgestimmt werden darf, ringen in diesem Jahr sechs westdeutsche Länder in offenem Parteienwettbewerb um ihre Landesparlamente.

Die übrigen Wahlgänge des Jahres:

  • Nordrhein-Westfalen, 18. Juni — CDU 36,9 %, SPD 32,3 %. Karl Arnold (CDU) bleibt Ministerpräsident.
  • Schleswig-Holstein, 9. Juli — SPD 27,5 %, BHE 23,4 %. Die SPD bleibt stärkste Partei, verliert aber die Regierung: Am 5. September löst Walter Bartram (CDU) Bruno Diekmann (SPD) als Ministerpräsident ab.
  • Württemberg-Baden, 19. November — SPD 33,0 %, CDU 26,3 %. Reinhold Maier (FDP/DVP) bleibt Ministerpräsident.
  • Hessen, 19. November — SPD 44,4 %, FDP 31,8 %. Georg-August Zinn (SPD) wird neuer Ministerpräsident.
  • Bayern, 26. November — SPD 28,0 %, CSU 27,4 %. Hans Ehard (CSU) bleibt trotz knappem SPD-Vorsprung Ministerpräsident.
  • Berlin (Abgeordnetenhaus), 3. Dezember — SPD 44,7 %, CDU 24,7 %. Ernst Reuter (SPD) bleibt Regierender Bürgermeister.

Schuman-Plan — der Grundstein für ein geeintes Europa

Der französische Außenminister Robert Schuman
Der französische Außenminister Robert Schuman (Wikimedia Commons, CC BY 4.0)

Im Salon de l'Horloge des Pariser Außenministeriums am Quai d'Orsay verkündet der französische Außenminister Robert Schuman vor der Presse einen Plan, der die gesamte deutsche und französische Kohle- und Stahlproduktion einer gemeinsamen, supranationalen Aufsicht unterstellen soll — offen für den Beitritt weiterer europäischer Länder. Ziel der von Jean Monnet inspirierten Erklärung: einen weiteren Krieg zwischen den Erbfeinden Deutschland und Frankreich „nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich" zu machen, indem gerade jene Ressourcen — Kohle und Stahl —, mit denen einst Kriege geführt wurden, gemeinsam verwaltet werden. Der Bundesrepublik-Kanzler Konrad Adenauer, der von Schuman vorab informiert wird, begrüßt den Plan als Chance zur gleichberechtigten Rückkehr seines Landes in die Staatengemeinschaft. Am 18. April 1951 unterzeichnen Frankreich, die Bundesrepublik, Italien und die Beneluxstaaten in Paris den Gründungsvertrag der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) — der Ausgangspunkt und die Keimzelle der heutigen Europäischen Union. Für die Bundesrepublik im Westen ist der Schuman-Plan ein Signal der Aussöhnung und wirtschaftlichen Öffnung, das im geteilten, sowjetisch orientierten Osten Deutschlands als Projekt des „westlichen Imperialismus" verunglimpft wird und kaum positiven Widerhall findet.

Aus heutiger Sicht

Aus der 1951 gegründeten Montanunion der sechs Gründerstaaten ist heute die Europäische Union mit 27 Mitgliedstaaten hervorgegangen — der 9. Mai, Tag der Schuman-Erklärung, wird seit 1985 als „Europatag" begangen. Was 1950 im geteilten Deutschland nur eine Hälfte des Landes erreicht, gilt heute als gemeinsames europäisches Fundament, dem seit der Wiedervereinigung auch die neuen Bundesländer angehören.

Indien wird Republik — die Verfassung tritt in Kraft

Rajendra Prasad und Jawaharlal Nehru nach der Unterzeichnung der indischen Verfassung, 1950
Rajendra Prasad und Jawaharlal Nehru nach der Unterzeichnung der indischen Verfassung, 1950 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Zweieinhalb Jahre nach der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft im August 1947 vollzieht das mit rund 350 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land der Erde einen weiteren historischen Schritt: Am 26. Januar — bewusst gewählt, weil der Indische Nationalkongress bereits 1930 an diesem Tag die vollständige Unabhängigkeit („Purna Swaraj") gefordert hatte — tritt die von der verfassunggebenden Versammlung unter Federführung des Juristen B. R. Ambedkar ausgearbeitete Verfassung Indiens in Kraft, mit über 390 Artikeln eine der umfangreichsten der Welt. Indien wird damit zur parlamentarischen Republik; Rajendra Prasad übernimmt als erstes Staatsoberhaupt das neu geschaffene Präsidentenamt, während Jawaharlal Nehru als Premierminister im Amt bleibt. Als Novum bleibt das Land trotz des Endes der britischen Krone als Staatsoberhaupt Mitglied des Commonwealth of Nations — ein Kompromiss, der fortan auch anderen Ex-Kolonien den Weg zur Republik bei gleichzeitigem Verbleib im Staatenbund ebnet. Der seither jährlich als „Tag der Republik" begangene 26. Januar markiert den endgültigen Abschluss des Übergangs von der Kolonie zum souveränen Staat und gilt bis heute als einer der beiden zentralen Nationalfeiertage Indiens neben dem Unabhängigkeitstag im August.

Senator McCarthy entfesselt die „Rote Angst"

Senator Joseph McCarthy, Studioporträt
Senator Joseph McCarthy, Studioporträt (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Vor einer Versammlung von Republikanerinnen anlässlich des Lincoln Day im McLure Hotel von Wheeling, West Virginia, behauptet der bis dahin wenig profilierte Senator Joseph McCarthy, eine Liste mit den Namen von 205 Kommunisten zu besitzen, die angeblich mit Wissen von Außenminister Dean Acheson im US-Außenministerium beschäftigt seien. Belege für die Liste legt McCarthy nie vor, selbst die genaue Zahl bleibt umstritten — dennoch schlägt die Rede landesweit hohe Wellen und verschafft dem bis dahin unauffälligen Senator schlagartig nationale Aufmerksamkeit. In den folgenden vier Jahren nutzt McCarthy von seinem Ausschusssitz aus die aufgeheizte Stimmung des beginnenden Koreakriegs und die Furcht vor sowjetischer Spionage — verstärkt durch die kurz zuvor bekannt gewordene Verhaftung des Atomspions Klaus Fuchs —, um mit oft haltlosen Vorwürfen Karrieren von Beamten, Wissenschaftlern und Künstlern zu zerstören. Der Begriff McCarthyismus wird zum Sinnbild für politisch motivierte Verdächtigungen ohne Beweise und für ein Klima der Angst, das die amerikanische Öffentlichkeit bis zur Zensur McCarthys durch den Senat 1954 in Atem hält — ein Kapitel, das die Systemkonkurrenz des Kalten Krieges auch innenpolitisch in den USA eskalieren lässt.

Moskau und Peking besiegeln ihr Bündnis

Wyschinski, Molotow, Stalin und Mao Zedong bei den Moskauer Verhandlungen
Wyschinski, Molotow, Stalin und Mao Zedong bei den Moskauer Verhandlungen (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Zwei Monate nach der Ausrufung der Volksrepublik China reist deren Staats- und Parteichef Mao Zedong erstmals ins Ausland — zu einem wochenlangen, zähen Besuch bei Josef Stalin im Kreml. Nach Verhandlungen, in denen Stalin zunächst nicht bereit ist, die auf der Konferenz von Jalta 1945 gesicherten sowjetischen Sonderrechte in der Mandschurei aufzugeben, unterzeichnen Außenminister Zhou Enlai und sein sowjetischer Amtskollege Andrei Wyschinski am 14. Februar in Moskau den Chinesisch-Sowjetischen Vertrag über Freundschaft, Bündnis und gegenseitigen Beistand. Das Abkommen verpflichtet beide Mächte zum gemeinsamen militärischen Beistand im Falle eines Angriffs Japans oder eines mit Japan verbündeten Staates — unverkennbar mit Blick auf die Vereinigten Staaten formuliert —, während Moskau im Gegenzug seine Sonderrechte in der Mandschurei aufgibt und wirtschaftliche und militärische Unterstützung für den Aufbau Chinas zusagt. Für die kommunistische Weltbewegung markiert der Vertrag den Höhepunkt der Blockbildung: Zwei der größten Staaten der Erde treten als verbündete „Bruderstaaten" auf, was auch die SED-Führung in der jungen DDR als Bestätigung des eigenen weltpolitischen Kurses feiert. Erst ein Jahrzehnt später sollte sich das Bündnis im chinesisch-sowjetischen Zerwürfnis der 1960er Jahre als brüchig erweisen.

Atomspion Klaus Fuchs fliegt auf — die Fährte führt zu den Rosenbergs

Polizeifoto des Atomspions Klaus Fuchs
Polizeifoto des Atomspions Klaus Fuchs (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Scotland Yard verhaftet am 2. Februar den in Deutschland geborenen, seit 1933 in Großbritannien lebenden Physiker Klaus Fuchs, der am britischen Nuklearforschungszentrum Harwell arbeitet, wegen Verstoßes gegen das Staatsgeheimnisgesetz. Entlarvt durch das entzifferte sowjetische Funkprogramm VENONA, gesteht Fuchs, während seiner Mitarbeit am amerikanischen Manhattan-Projekt und später in Harwell über Jahre entscheidende technische Details der Atombombenkonstruktion an sowjetische Kontaktleute weitergegeben zu haben. Am 1. März wird er vor dem Londoner Old Bailey nach nur zweistündiger Verhandlung zu 14 Jahren Haft verurteilt. Fuchs' Aussagen führen die Ermittler zu seinem amerikanischen Kurier Harry Gold und von dort weiter zu dem Ehepaar Julius und Ethel Rosenberg, das im Sommer 1950 in New York verhaftet wird — beschuldigt, als Teil desselben Spionagerings Konstruktionspläne der Atombombe aus dem Waffenlabor Los Alamos an die Sowjetunion vermittelt zu haben. Der Fall erschüttert das Vertrauen des Westens in die eigene atomare Vormachtstellung, befeuert die antikommunistische Stimmung in den USA und liefert Senator Joseph McCarthy zusätzliche Munition für seine Kampagne; er trägt maßgeblich zur Erklärung bei, warum die Sowjetunion bereits 1949 — deutlich früher als von westlichen Experten erwartet — selbst zur Atommacht aufgestiegen war. Die Rosenbergs werden 1951 zum Tode verurteilt und 1953 hingerichtet.

Volksbefreiungsarmee marschiert in Tibet ein

Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee überqueren den Mekong vor der Schlacht von Chamdo
Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee überqueren den Mekong vor der Schlacht von Chamdo (Aufnahme aus dem „Renmin Huabao", 1950/51; Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Rund ein Jahr nach Ausrufung der Volksrepublik überschreiten etwa 40.000 Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee den oberen Jangtse und dringen von mehreren Seiten in das bis dahin faktisch unabhängige Tibet vor. Der nur rund 8.500 Mann starken, schlecht bewaffneten tibetischen Armee mit Hauptquartier in Chamdo, der Hauptstadt der Provinz Kham, gelingt kaum Widerstand: In der vom 6. bis 24. Oktober dauernden Schlacht von Chamdo wird der Großteil der tibetischen Truppen aufgerieben oder gefangen genommen, Chamdo fällt kampflos. Peking begründet den Einmarsch mit der „friedlichen Befreiung" Tibets von einem angeblich rückständigen, feudalen Gesellschaftssystem und beruft sich auf historische Souveränitätsansprüche. Der erst mit 15 Jahren volljährig gewordene 14. Dalai Lama appelliert vergeblich an die Vereinten Nationen um Hilfe, die sich angesichts des zeitgleich eskalierenden Koreakriegs kaum mit dem Fall befassen. Im Mai 1951 unterzeichnet eine tibetische Delegation unter chinesischem Druck das 17-Punkte-Abkommen, das die chinesische Souveränität über Tibet formal anerkennt, dem Land zunächst aber innere Autonomie zusichert — ein Versprechen, das in den folgenden Jahren zunehmend ausgehöhlt wird und 1959 in Aufstand und Flucht des Dalai Lama ins indische Exil mündet. Für die Weltöffentlichkeit ist der Fall Tibets 1950 zunächst nur eine Randnotiz neben dem Krieg in Korea.

Attentatsversuch auf Präsident Truman im Blair House

Trauerzug für den beim Attentat getöteten Wachpolizisten Leslie Coffelt, Washington 1950
Trauerzug für den beim Attentat getöteten Wachpolizisten Leslie Coffelt, Washington 1950 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Während das Weiße Haus grundsaniert wird und Präsident Harry S. Truman vorübergehend im gegenüberliegenden Gästehaus Blair House in Washington residiert, nähern sich am Nachmittag des 1. November die beiden puertoricanischen Nationalisten Oscar Collazo und Griselio Torresola von entgegengesetzten Seiten dem Gebäude, um den Präsidenten zu erschießen. Beide, Mitglieder der Puerto Rican Nationalist Party unter ihrem Anführer Pedro Albizu Campos, wollen mit dem Anschlag auf die bevorstehende Volksabstimmung über den politischen Status der Karibikinsel aufmerksam machen und für deren vollständige Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten werben. Torresola erschießt den Wachpolizisten Leslie Coffelt aus nächster Nähe, wird von dem tödlich getroffenen Beamten aber noch mit dessen letztem Schuss selbst erschossen; Collazo wird nach einem kurzen Schusswechsel, bei dem auch er verwundet wird, festgenommen. Präsident Truman selbst, der im ersten Stock ein Nickerchen hält, bleibt unverletzt und tritt trotz des Angriffs noch am selben Nachmittag zu einer bereits geplanten öffentlichen Zeremonie an. 1952 wird Collazo zum Tode verurteilt, Truman begnadigt ihn jedoch eine Woche vor der geplanten Hinrichtung zu lebenslanger Haft; 1979 kommt er im Zuge einer Begnadigung durch Präsident Carter frei. Der Anschlag bleibt der einzige direkte bewaffnete Angriff auf einen amtierenden US-Präsidenten an dessen Wohnsitz im gesamten 20. Jahrhundert.

Nobelpreis für Chemie an Otto Diels und Kurt Alder

Kurt Alder, Chemiker und Nobelpreisträger 1950
Kurt Alder, Chemiker und Nobelpreisträger 1950 (Aufnahme aus den 1950er Jahren, Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Am 10. Dezember verleiht die Schwedische Akademie in Stockholm den Nobelpreis für Chemie gemeinsam an die deutschen Chemiker Otto Diels (Kiel) und seinen früheren Doktoranden Kurt Alder (Köln) — „für die Entdeckung und Entwicklung der Diensynthese", der nach ihnen benannten Diels-Alder-Reaktion. Die beiden hatten das Verfahren, mit dem sich Sechsringverbindungen gezielt aus einem Dien und einem Dienophil aufbauen lassen, bereits 1928 in Kiel entdeckt und veröffentlicht — es zählt bis heute zu den wichtigsten Werkzeugen der organischen Synthesechemie, von der Kunststoff- bis zur Arzneimittelherstellung. Für das im Krieg zerstörte, international weitgehend geächtete deutsche Wissenschaftssystem ist die Auszeichnung einer der ersten sichtbaren Beweise dafür, dass deutsche Forschung wieder auf höchstem Niveau anerkannt wird — Diels, mittlerweile 70-jährig und gesundheitlich bereits angeschlagen, kann die Reise nach Stockholm nicht mehr selbst antreten.

Volkswagen startet die Serienproduktion des Transporters T1 „Bulli"

Ein VW Transporter T1 „Bulli", Aufnahme von 1953
Ein VW Transporter T1 „Bulli" (Aufnahme von 1953 — Serienstart war bereits 1950; Wikimedia Commons, CC BY 2.0)

Am 8. März läuft im Volkswagenwerk Wolfsburg der erste in Serie gebaute VW Transporter Typ 2, bald „Bulli" genannt, vom Band. Die Idee dazu soll der niederländische VW-Importeur Ben Pon dem Werksleiter Heinrich Nordhoff nach einem Werksbesuch skizziert haben: ein Nutzfahrzeug auf Basis der bewährten Käfer-Technik, mit dem Fahrerhaus über der Vorderachse, um bei kompakter Länge maximale Ladefläche zu gewinnen. Schon am 4. März, wenige Tage vor dem offiziellen Produktionsstart des Transporters, war im selben Werk der 100.000ste VW Käfer seit Kriegsende vom Band gelaufen — ein Symbol für das rasante Tempo des Wiederaufbaus der westdeutschen Automobilindustrie. Als Kastenwagen, Kombi, Pritsche und bald auch als Campingfahrzeug erobert der Bulli in den folgenden Jahrzehnten Handwerk, Handel und Freizeit gleichermaßen und wird zu einer der prägendsten Ikonen des westdeutschen Wirtschaftswunders — in der DDR bleibt ein vergleichbares Nutzfahrzeug noch lange Mangelware.

14 · „Amikäfer"-Kampagne: Die DDR mobilisiert gegen den Kartoffelkäfer

Sammlung von Kartoffelkäfern gegen Prämie, Aufnahme von 1952 Sammlung von Kartoffelkäfern gegen Prämie (Aufnahme von 1952, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Der aus Nordamerika stammende Kartoffelkäfer, der sich seit den 1930er Jahren auch über Mitteleuropa ausbreitet, bedroht 1950 erneut die Kartoffelernte in der DDR — eine empfindliche Gefahr für die noch immer knappe Lebensmittelversorgung. SED-Propaganda und Presse deuten den Schädlingsbefall demonstrativ als gezielten „Schädlingskrieg" der Amerikaner gegen die junge Republik und prägen dafür den Spottnamen „Amikäfer". Landesweit, auch in den landwirtschaftlich geprägten Kreisen der Mark Brandenburg, werden Schulklassen, FDJ-Gruppen und Landbevölkerung zum Käfersammeln gegen Prämie aufgerufen — Sammeldosen, Schautafeln und Zeitungsaufrufe gehören 1950 zum vertrauten Bild auf dem Land. Die propagandistische Zuspitzung übertreibt den tatsächlichen Ursprung des Schädlings maßlos, mobilisiert aber tatsächlich Zehntausende Helfer und bleibt bis weit in die 1950er Jahre fester Bestandteil des DDR-Sommers auf dem Kartoffelfeld.

Susanne Erichsen wird erste „Miss Germany" der Nachkriegszeit

Das Kurhaus Baden-Baden, Austragungsort der Wahl, Aufnahme von März 1950
Das Kurhaus Baden-Baden, Austragungsort der Wahl (Aufnahme von März 1950, Wikimedia Commons, CC BY 4.0)

Im Kurhaus von Baden-Baden wird am 2. September erstmals seit dem Krieg wieder eine „Miss Germany" gekürt: Die 21-jährige gebürtige Berlinerin Susanne Erichsen setzt sich gegen die Konkurrenz durch — eine Geschichte, die kaum widersprüchlicher zum glamourösen Titel stehen könnte. Erichsen hatte nach Kriegsende zwei Jahre lang Zwangsarbeit in einem sowjetischen Lager verbracht, ehe sie nach Westdeutschland zurückkehrte. Die Presse feiert die junge Frau, die weder dem Klischee des „blonden Nazi-Mädels" noch dem der „Trümmerfrau" entspricht, begeistert als „Fräuleinwunder" und macht sie zum Gesicht der jungen bundesdeutschen Modefotografie; später gründet Erichsen eine eigene Modelschule und bringt weitere deutsche Misswahl-Gewinnerinnen hervor. Für die noch junge Bundesrepublik ist die mit viel Presserummel begleitete Wahl ein kleines, unbeschwertes Stück Normalität — im geteilten Osten Deutschlands, wo solche Wettbewerbe als dekadent gelten, findet die Baden-Badener Wahl keinerlei Widerhall.

Aus den Ressorts

AM RANDE NOTIERT

  • Zwischen 21. April und 29. Juni verurteilen Schnellgerichte in Waldheim (Sachsen) in den berüchtigten Waldheimer Prozessen über 3.300 Angeklagte ohne Verteidiger und Öffentlichkeit — 33 von ihnen zum Tode. Internationale Proteste folgen.
  • Die junge DDR steckt 1950 noch in ihren föderalen Kinderschuhen: Das Land Brandenburg besteht als Verwaltungseinheit fort — erst 1952 wird es zugunsten der Bezirke aufgelöst.
  • Am 31. Januar ordnet US-Präsident Harry S. Truman die Entwicklung der Wasserstoffbombe an — ein neues, ungleich zerstörerischeres Kapitel im atomaren Wettrüsten des Kalten Krieges beginnt, das seinen Schatten auch über die geteilte Mark Brandenburg wirft.
  • Auch in Luckenwalde schreitet die Verstaatlichung voran: Traditionsreiche Betriebe wie die von Erich Mendelsohn erbaute Hutfabrik werden zu Volkseigenen Betrieben (VEB) — private Fabrikanten weichen zunehmend der zentralen Planwirtschaft.
  • Die Luckenwalder Fußballer, seit 1933 zwangsweise im „1. Luckenwalder Sportverein" gebündelt, treten von 1950 an als BSG Fortschritt Luckenwalde an — Vorläufer des heutigen FSV 63.
  • Der Regisseur Roberto Rossellini und die Schauspielerin Ingrid Bergman, beide noch mit anderen Partnern verheiratet, bekommen im Februar einen gemeinsamen Sohn — ein internationaler Skandal, der Bergman zeitweise aus Hollywood verbannt.
  • Am 24. Oktober weihen Oberbürgermeister Ernst Reuter und US-General Lucius D. Clay vor rund 500.000 Berlinern die Freiheitsglocke am Rathaus Schöneberg ein — ein Geschenk US-amerikanischer Spender an das eingeschlossene West-Berlin.

WIRTSCHAFT · 1950

Für die DDR ist 1950 das Schlussjahr des Zweijahrplans 1949/50, mit dem die junge Republik ihre Industrieproduktion wieder auf das Niveau von 1936 heben wollte. Nach amtlicher Lesart wird der Plan vorzeitig übererfüllt: Die Förderung von Rohbraunkohle erreicht 108 %, die Brikettproduktion 111 %, die chemische Industrie 108 %, die Weberei 104 %, die Holzverarbeitung 127 % und die Investitionen 126 % der Planvorgabe; der Maschinenbau liegt zur Jahresmitte bereits bei 187 % des Vorkriegsstands von 1947. Auf dem III. Parteitag der SED im Juli in Berlin wird als Nachfolger der erste Fünfjahrplan 1951–1955 verkündet, der die DDR eng an das sowjetisch dominierte RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) bindet. Bezahlt wird weiterhin mit der Deutschen Mark der Deutschen Notenbank (der „Ostmark"); anders als im Westen, wo die letzten Lebensmittelkarten 1950 fallen, bleibt die Kartenrationierung in der DDR bestehen — unrationierte Waren gibt es nur in den staatlichen HO-Läden der Handelsorganisation, dort allerdings zu deutlich höheren Preisen als auf Marke.

STIMMEN DER PRESSE · 1950

Vorläufer des im Februar gegründeten Ministeriums für Staatssicherheit war die „Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft" unter Erich Mielke. Deren Chef persönlich liefert der Kampagne zur Gründung des MfS die propagandistische Vorlage: Sein Bericht an die Regierung vom 26. Januar erscheint zwei Tage später unter reißerischer Überschrift auf der Titelseite des SED-Zentralorgans:

„Gangster und Mörder im Kampf gegen unsere Republik" — Neues Deutschland, 28. Januar 1950

Der Artikel zeichnet ein Bild flächendeckender „Sabotage" und „Wühlarbeit" westlicher Agenten gegen die DDR und bereitet damit argumentativ den Boden für die zwei Wochen später verabschiedete Ministeriumsgründung — ein typisches Beispiel gleichgeschalteter SED-Presse, die Repression als notwendige Gegenwehr gegen äußere Feinde darstellt. Eine unabhängige Gegenstimme aus derselben Zeit ist schwer zu finden: Die westdeutsche Presse nimmt die Gründung der DDR-Geheimpolizei 1950 zunächst kaum wahr; erst rückblickend ordnet die Geschichtsschreibung — etwa das Bundesarchiv in seiner Aufarbeitung der MfS-Geschichte — die Kampagne als gezielten Auftakt zum Aufbau eines Überwachungsapparats sowjetischen Zuschnitts ein.

SPORT · 1950

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wird erstmals nach dem Krieg wieder ausgetragen und endet mit einer der größten Sensationen der Sportgeschichte. Statt eines klassischen K.o.-Endspiels entscheidet die FIFA diesmal über eine Finalrunde im Rundenmodus: Die vier Gruppensieger spielen jeder gegen jeden, die Mannschaft mit den meisten Punkten wird Weltmeister. So wird das letzte Spiel dieser Runde, Brasilien gegen Uruguay am 16. Juli im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro, praktisch zum Endspiel: Dem haushoch favorisierten Gastgeber genügt bereits ein Unentschieden zum Titelgewinn. Vor offiziell 173.820, inoffiziell rund 200.000 Zuschauern geht Brasilien durch Friaça früh in Führung, ehe Juan Alberto Schiaffino nach Vorlage von Alcides Ghiggia ausgleicht und derselbe Ghiggia elf Minuten vor Spielende Torhüter Moacir Barbosa aus spitzem Winkel bezwingt: 2:1 für Uruguay, das damit zum zweiten Mal nach 1930 Weltmeister wird — bis heute als „Maracanaço" ins kollektive Gedächtnis Brasiliens eingebrannt, verbunden mit tagelanger Landestrauer. Der frisch am 21. Januar in Stuttgart neu gegründete DFB ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder in die FIFA aufgenommen und bleibt der Weltmeisterschaft fern; erst die im September vollzogene Wiederaufnahme in den Weltverband öffnet deutschen Mannschaften die Tür zurück ins internationale Turnier — rechtzeitig für die nächste Weltmeisterschaft 1954.

MODE · 1950

Das neue Jahrzehnt steht ganz im Zeichen von Diors New Look: Bereits 1947 in Paris vorgestellt, hat sich die Silhouette aus abfallenden Schultern, betonter Wespentaille und weit schwingendem, wadenlangem Rock inzwischen als prägender Stil des Jahrzehnts durchgesetzt und dominiert 1950 die westliche Modewelt — auch die ersten bundesdeutschen Modehäuser greifen die üppige, stoffreiche Linie auf, so sehr sie manchen angesichts fortdauernder Rationierung noch immer als verschwenderisch gilt. In der DDR, wo die Planwirtschaft und die staatliche Handelsorganisation (HO) gerade erst Fahrt aufnehmen, bleibt elegante Konfektion nach westlichem Vorbild Mangelware und den wenigen, die sie sich leisten können, vorbehalten — praktische, strapazierfähige und oft selbst geschneiderte Kleidung bestimmt weiterhin den Alltag der meisten Menschen in Luckenwalde und dem Land Brandenburg.

KINO & FUNK · 1950

Am 12. Mai feiert im Ost-Berliner Filmtheater am Babylon der DEFA-Film „Der Rat der Götter" von Regisseur Kurt Maetzig Premiere — er zeichnet, gestützt auf Dokumente der Nürnberger Prozesse, den Aufstieg des Chemiekonzerns IG Farben von der Finanzierung der Nationalsozialisten bis zur Beteiligung an Rüstungs- und Giftgasproduktion nach und gilt als einer der ersten deutschen Filme, die sich offen mit der Wirtschaftsverantwortung für NS-Verbrechen auseinandersetzen. Im Westen wird der Film als Angriff auf die dortige, personell oft NS-belastete Industrie verstanden — der „Ausschuss für Ost-West-Filmfragen" verhindert dort seinen regulären Kinoeinsatz. Im Rundfunk konkurrieren beiderseits der Zonengrenze weiterhin die amerikanisch finanzierte RIAS und der Ost-Berliner Berliner Rundfunk um Hörer — auch in Luckenwalde ist der Äther 1950 längst ein eigener Kriegsschauplatz des geteilten Deutschlands.

GESTORBEN · 1950

  • Heinrich Mann (78), deutscher Schriftsteller — 11. März, Santa Monica. Der ältere Bruder Thomas Manns war als Gründungspräsident der neuen Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin vorgesehen und plante die Übersiedlung in die DDR, starb aber wenige Wochen vor der geplanten Abreise.
  • Kurt Weill (50), deutsch-US-amerikanischer Komponist („Die Dreigroschenoper") — 3. April, New York.
  • Vaslav Nijinsky (60), russischer Balletttänzer und Choreograf — 8. April, London.
  • George Bernard Shaw (94), irischer Dramatiker und Literaturnobelpreisträger — 2. November, Ayot St Lawrence.

LICHTBLICKE · Gutes aus dem Jahr 1950

  • Neugründung des Deutschen Fußball-Bundes (21. Januar, Stuttgart). Die westdeutschen Landesverbände beschließen die Neugründung des DFB; im September folgt die Wiederaufnahme in die FIFA — die Rückkehr Deutschlands auf die internationale Sportbühne.
  • Baubeginn des Eisenhüttenkombinats Ost (18. August, Fürstenberg/Oder). In der Mark Brandenburg fällt der symbolische erste Axthieb für eines der größten Stahlwerke der DDR — Grundstein einer neuen Industriestadt und Hoffnungsschimmer auf Arbeit und Aufbau im Osten.

DAS WETTER · 1950 in der Mark

An diesem 13. Juli war es in der Mark ein milder Sommertag: Höchstwert 20,7 °C, in der Nacht 13,5 °C; kein Tropfen Regen fiel, die Sonne zeigte sich rund 6,7 Stunden.

Das Jahr über: Im Mittel 9,1 °C — nahe dem langjährigen Potsdamer Mittel (~8,8 °C). Wärmster Tag 33 °C am 23. August, kältester −16 °C am 30. Dezember. 11 Hitzetage (≥30 °C), 30 Eistage (Dauerfrost); Jahresniederschlag rund 602 mm.

(Messwerte der Säkularstation Potsdam, rund 30 km nördlich von Luckenwalde — die nächstgelegene durchgehend messende Station; Quelle: Meteostat / DWD.)

DIE HITS DES JAHRES · Top 20 1950

Amtliche Musikcharts gab es in Deutschland erst ab 1959. Diese Liste versammelt die 20 populärsten Schlager und Lieder des Jahres — rekonstruiert aus Notenabsatz, Rundfunk und Filmerfolg, keine offizielle Rangfolge.

  1. Capri-Fischer — Rudi Schuricke
  2. Auf Wiederseh'n — Rudi Schuricke
  3. Florentinische Nächte — Rudi Schuricke
  4. La-Le-Lu — Anneliese Rothenberger & Detlev Lais (mit Helmut Zacharias)
  5. Holdrio – liebes Echo — Friedel Hensch & Die Cyprys
  6. Der Herr Skilehrer — Friedel Hensch & Die Cyprys
  7. Wenn das Wasser im Rhein gold'ner Wein wär' — Willy Schneider
  8. Schütt' die Sorgen in ein Gläschen Wein — Willy Schneider
  9. Im Hafen von Adano — René Carol & Lonny Kellner
  10. Das machen nur die Beine von Dolores — Detlev Lais
  11. Eine weiße Hochzeitskutsche — Renée Franke & Detlev Lais
  12. Tabak und Rum — Bruce Low
  13. Hab' Se nich' 'ne Braut für mich — Bully Buhlan
  14. Melodien meiner Heimat — Lale Andersen
  15. Harry-Lime-Theme (Der dritte Mann) — Anton Karas
  16. O mein Papa — Lys Assia
  17. Das Lied vom Pony (Ponylied) — Lys Assia
  18. Ich zähl' mir's an den Knöpfen ab — Rita Paul
  19. C'est si bon — Friedel Hensch, Renée Franke & Die Cyprys
  20. Wenn ich will, stiehlt der Bill für mich Pferde — Renée Franke

Quellen: Schlager-Chroniken (musikhimmel.de · spectre-media.com · was-war-wann.de) — rekonstruierte Popularität, kein amtliches Ranking.

Lokalteil Kiel / Schleswig-Holstein

Landeshaus, Wahl und Wechsel: Bartram löst Diekmann ab

Der Landtag hat in Kiel einen neuen Ministerpräsidenten gewählt: Mit 44 zu 19 Stimmen bestimmte er am Dienstag im Wege des konstruktiven Misstrauensvotums Walter Bartram (CDU) zum Nachfolger von Bruno Diekmann (SPD). Vier Abgeordnete des SSW enthielten sich. Das Kabinett Bartram wird von CDU, FDP, DP und BHE getragen.

Seit dem 3. Mai tagt das Parlament im Landeshaus in Düsternbrook, das 1888 als Marineakademie erbaut worden ist. Gewählt wurde am 9. Juli bei einer Beteiligung von 78,21 Prozent. Die SPD blieb mit 27,48 Prozent und 19 Sitzen stärkste Partei, verlor aber die absolute Mehrheit. Der BHE kam auf 23,39 Prozent und 15 Sitze, die CDU auf 19,75 Prozent und 16 Sitze, die DP auf 9,59 Prozent und 7 Sitze, die FDP auf 7,05 Prozent und 8 Sitze, der SSW auf 5,48 Prozent und 4 Sitze; insgesamt hat der Landtag 69 Sitze. CDU, FDP und DP waren als „Deutscher Wahlblock“ angetreten.

Diekmann blieb zunächst im Amt. Am 7. August scheiterte im neuen Landtag die Wahl des CDU-Kandidaten Paul Pagel. Die SPD geht als größte Fraktion in die Opposition.

Bürger bauen eine Stadt: Die Neue Straße ist eingeweiht

Holstenstraße, Ecke Faulstraße nach der Räumung
Holstenstraße, Ecke Faulstraße nach der Räumung, Aufnahme vom Oktober 1950 (Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 de)

Am Sonnabend ist die Neue Straße eingeweiht worden, die neue Verkehrsader durch die zerstörte Innenstadt. Ihren Namen hatte die Ratsversammlung erst zwei Tage zuvor, am 15. Juni, beschlossen. Gebaut wurde seit April 1949. Der Abschnitt zwischen Ziegelteich und Schevenbrücke hieß bisher Klinke; das Stück zwischen Schevenbrücke und Holstenbrücke wurde auf kriegszerstörtem Gelände ganz neu angelegt. Die Straßenbahn ist in diesem Jahr aus der südlichen Holstenstraße in die Neue Straße verlegt worden.

Die Häuser folgen: Am 13. März feierte der Flügger-Bau als erstes Haus an der Neuen Straße Richtfest, am 28. März das Haus der Firma A. M. Engel am Alten Markt 10. Am 1. April begann der Wiederaufbau des Kaufhauses Karstadt in der Holstenstraße, am 30. Oktober eröffnete das Kaufhaus Weipert am Runden Platz. Schon am 17. Januar waren die Nissenhütten am Stresemannplatz geräumt und abgetragen worden, und am 2. September übernahm die Landeszentralbank ihr neues Gebäude am Rathausplatz.

Oberbürgermeister Andreas Gayk, im Frühjahr wiedergewählt, hat dem Neuaufbau den Leitspruch „Bürger bauen eine Stadt“ gegeben. Wo Trümmergrundstücke nicht gleich bebaut werden können, lässt die Stadt junge Bäume pflanzen.

Die letzte Sprengung: Das Ostufer ist wieder frei

Das Kieler Ostufer ist seit heute freigegeben. Schon am 11. September haben die Briten alle Demontage- und Entmilitarisierungsarbeiten beendet; am 5. Mai hatte die letzte Sprengung stattgefunden.

Im Herbst 1948 hatte die Militärregierung ihren Zerstörungsplan veröffentlicht: Von 264 Gebäuden und Werkhallen sollten 152 fallen. Die Proteste, die Oberbürgermeister Gayk anführte, retteten nur 18 Gebäude und 915 von 3.700 Metern intakter Kaimauer. Am 28. Februar 1949 fiel die erste Sprengung; die Detonationen waren danach täglich ab 15 Uhr zu hören.

Die Howaldtswerke blieben als einzige Werft der Stadt von der Demontage verschont; der Wiederaufbau läuft dort unter Direktor Adolf Westphal. Insgesamt gingen in Kiel durch Krieg, Demontage und Entmilitarisierung 60.000 Arbeitsplätze verloren.

Eine Halle aus dem Hangar: Kiel beschließt den Neubau am Kuhberg

Die Ratsversammlung hat am Donnerstag beschlossen, die zerstörte Nord-Ostsee-Halle nicht wieder aufzubauen, sondern eine neue Halle im früheren Gängeviertel zwischen dem Großen und dem Kleinen Kuhberg zu errichten. Als Gründe nannte sie, der alte Standort sei zu abgelegen, ein Stahlgerüst sei bereits vorhanden und der Neubau komme billiger. Architekt ist Wilhelm Neveling.

Das Gerüst hat eine eigene Vorgeschichte: Es stammt aus einem Hangar des Seefliegerhorsts List auf Sylt und wurde um 1948 für 80.000 Mark gekauft. Nun soll es im Kieler Gängeviertel wieder aufgestellt werden. Stadtbaurat Herbert Jensen hielt den Kritikern entgegen, dass die Halle rund 2,3 Millionen Mark koste, während seit 1945 etwa 150 Millionen Mark in den Wohnungsbau geflossen seien. Gebaut werden soll ab dem Spätherbst.

Aus heutiger Sicht

Das Richtfest folgte am 30. April 1951, der erste Teil der Ostseehalle wurde am 17. Juni 1951 zur Kieler Woche eröffnet, fertig war sie am 1. März 1952.

Fernsehempfänger aus Preetz: Die ersten Geräte sind fertig

Auf Schloss Bredeneek bei Preetz im Kreis Plön sind im Elektroinstitut die ersten Fernsehempfänger für die Versuchssendungen des NWDR fertiggestellt worden. Ein Gerät kostet 3.000 DM. Die Geschäftsleitung hofft, später Empfänger für etwa 1.200 DM anbieten zu können; vorerst scheitert das an den hohen Materialpreisen. Allein die Bildröhre kostet 400 DM, und in einem Gerät sind noch 23 Elektronenröhren nötig.

Gesendet wird bisher nur zur Probe: Auf dem Dach des großen Luftschutzbunkers am Heiligengeistfeld bei der Reeperbahn in Hamburg steht ein kleiner Versuchssender mit beschränkter Reichweite. Feste Sendezeiten und ein bestimmtes Programm gibt es nicht. Der NWDR weist darauf hin, dass sich bei den Versuchen auch Änderungen an den Empfängern als nötig erweisen können. Das könnte weiteres Zuwarten bedeuten.

Im Juni war für die Preetzer Geräte von etwa 2.000 DM die Rede, davon 400 DM für die Braunsche Röhre mit dem 22-Zentimeter-Bildschirm. Bei vereinfachten Geräten und größerer Stückzahl könnte sich der Preis halbieren lassen, hieß es; selbst dann bliebe er für die große Masse der Hörer unerschwinglich.

KURZ NOTIERT · Kiel 1950

  • 19. Januar — Der Ladenschluss am Sonnabend wird in Kiel von 18.30 Uhr auf 14 Uhr vorverlegt.
  • 30. Januar — Das wiederaufgebaute Kraftwerk Ost nimmt den Betrieb auf.
  • 12. März — Die Vicelinkirche wird geweiht, die erste Kieler Kirche nach dem Krieg im Notkirchenprogramm der evangelischen Kirche. Es ist eine Notkirche nach Otto Bartning: acht vorgefertigte Dreigelenk-Holzbinder, Wände aus unverputztem Trümmerstein, 39 Bänke. Die Vorgängerkirche war am 9. April 1945 durch eine Bombe zerstört worden.
  • 17. April — Das Kieler Schwurgericht verurteilt einen früheren SA-Sturmführer wegen Beteiligung an der Pogromnacht 1938 zu 15 Monaten Haft.
  • 18. bis 25. Juni — Die 56. Kieler Woche sieht erstmals einen Bundespräsidenten als Gast: Theodor Heuss besucht die Woche. Am 18. Juni wird die Freilichtbühne an der Krusenkoppel eingeweiht.
  • 16. Juli — Die erste Straßenbahn-Neubaustrecke nach dem Krieg führt in der Wik bis zur Herthastraße, wo auch die erste Wendeschleife entsteht.
  • 24. September — Der Chirurg Wilhelm Anschütz wird an seinem 80. Geburtstag Ehrenbürger der Stadt Kiel.
  • 7. November — Ein norwegisches Motorschiff läuft in der Außenförde beim Feuerschiff Kiel auf eine Mine.

RUND UM DIE FÖRDE · 1950

  • 24. Januar, Meimersdorf — Der Gemeinderat der Gemeinde Meimersdorf beschließt die Straßennamen Dorfstraße, Bustorfer Weg und Kieler Weg.
  • 24. Januar, Heikendorf — Die neue Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein ergeht; für Gemeinden wie Heikendorf bringt sie die Rückkehr zur Bürgermeisterverfassung.

SPORT AN DER FÖRDE · 1950

  • THW Kiel — Die Mannschaft des Turnvereins Hassee-Winterbek unter Spielertrainer Fritz Westheider wird am 2. Juli auf dem Holstein-Platz vor 22.000 Zuschauern Deutscher Feldhandballmeister: 10:9 im Endspiel gegen den SV Polizei Hamburg, nach Siegen über die SG Haßloch und Frisch Auf Göppingen. Es ist der zweite Feldhandball-Titel des THW.
  • Holstein Kiel — Die Störche beenden die Oberliga-Nord-Saison 1949/50 auf Platz elf mit 28:32 Punkten und 51:49 Toren; im Schnitt kommen 10.000 Zuschauer. Zum 50. Vereinsjubiläum (Gründung 7. Oktober 1900) schenkt die Stadt dem Verein das Platzgelände, das bisher ihr gehörte.
  • Holstein-Platz — Am 21. März wird der Grundstein für die Haupttribüne gelegt; am 28. Juni wird die Betontribüne mit einem 2:2 gegen Schalke 04 eingeweiht.
  • Segeln — Zum 1. Januar vereinigen sich die Kieler Wassersportvereinigung und die Kieler Fahrtensegler zur Segler-Vereinigung Kiel e. V.

DAS WETTER · 1950 in Kiel

An diesem 13. Juli war es an der Förde ein sonniger, trockener Julitag: Höchstwert 21,1 °C, Tiefstwert 13,9 °C, Tagesmittel 16,2 °C. Es fiel kein Regen (0,0 mm), die Sonne schien rund 9,6 Stunden.

Das Jahr über: Im Mittel 8,8 °C. Wärmster Tag 29,5 °C am 22. August, kältester Tiefstwert −11,2 °C am 28. Februar. Kein Hitzetag (≥30 °C), 12 Sommertage (≥25 °C), 20 Eistage (Dauerfrost) und 67 Frosttage. Jahresniederschlag 861 mm, Sonnenscheindauer 1740 Stunden.

(Messwerte der DWD-Station Kiel-Kronshagen. Quelle: DWD Climate Data Center.)