DER CHRONIST

Ein Jahr der Verhärtung: Die deutsche Frage wird noch einmal verhandelt und dann begraben, die innerdeutsche Grenze schließt sich, und die Mark Brandenburg verschwindet endgültig von der Landkarte. Zugleich rückt die Systemkonfrontation des Kalten Krieges in eine neue, gefährlichere Dimension: Mit der ersten Wasserstoffbombe im Pazifik und der Wahl des Feldherrn Eisenhower zum amerikanischen Präsidenten verschieben sich die Gewichte der Weltmächte. Auch jenseits Europas gerät die alte Ordnung ins Wanken — in Kairo stürzen Offiziere den ägyptischen König, in Kenia beginnt ein blutiger Kolonialaufstand, und in Havanna putscht sich Fulgencio Batista an die Macht. Selbst das Wetter fordert seinen Tribut: Ein tagelanger Smog erstickt London und kostet tausende Menschenleben. Und in London besteigt, nach dem Tod Georgs VI., mit Elisabeth II. eine junge Königin den Thron eines Empires im Umbruch.

Die Schlagzeilen des Jahres

Stalin bietet ein neutrales, wiedervereinigtes Deutschland an

Josef Stalin, Absender der Stalin-Note von 1952
Josef Stalin, Absender der „Stalin-Note“ von 1952 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Mit einer diplomatischen Note an die drei Westmächte schlägt die Sowjetunion am 10. März ein wiedervereinigtes, neutrales Deutschland vor: eigene nationale Streitkräfte, aber keine Bündniszugehörigkeit, Grenzen gemäß den Potsdamer Beschlüssen sowie demokratische Rechte und Parteienfreiheit bei gleichzeitigem Verbot „faschistischer und militaristischer" Organisationen. Voraussetzung wären freie, gesamtdeutsche Wahlen und der Abzug aller Besatzungstruppen binnen eines Jahres. Die Initiative fällt in eine Zeit, in der die Bundesrepublik unter Kanzler Konrad Adenauer ihre Westintegration entschlossen vorantreibt: Nur wenige Wochen später, am 26. Mai, unterzeichnen Bonn und die drei Westmächte in Bonn den Deutschlandvertrag, einen Tag darauf, am 27. Mai, in Paris den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Die Westmächte und die Bundesregierung lehnen das sowjetische Angebot am 25. März ab; sie bestehen darauf, dass zunächst UN-überwachte freie Wahlen stattfinden müssten, ehe über einen Friedensvertrag verhandelt werden könne — Adenauer bekräftigt die Ablehnung wenig später in einer vielbeachteten Rede in Siegen. Noch im April, Mai und August folgen drei weitere sowjetische Noten mit ähnlichem Tenor, doch am Ton der westlichen Antworten ändert sich nichts. Bis heute ist umstritten, wie ernst die „Stalin-Note" tatsächlich gemeint war: Manche Historiker sehen darin ein reales Angebot zur Wiedervereinigung, andere ein Störmanöver, das die westliche Aufrüstung und die EVG verhindern sollte, ohne dass Moskau bereit gewesen wäre, die SED-Herrschaft in der Sowjetzone tatsächlich zur Disposition zu stellen. Für die Zeitgenossen bleibt sie gleichwohl die letzte offen diskutierte Tür zu einem ungeteilten Deutschland, die sich in diesem Jahr endgültig schließt.

Aus heutiger Sicht

Die Debatte über die „verpasste Chance" der Stalin-Note begleitet die deutsche Geschichtsschreibung bis heute. Nach Öffnung sowjetischer Archive nach 1990 überwiegt in der Forschung die Einschätzung, dass Stalins Angebot vor allem taktischen Zwecken diente — der Verhinderung der westdeutschen Aufrüstung und EVG-Integration —, ohne dass Moskau ernsthaft bereit gewesen wäre, die SED-Herrschaft zur Disposition zu stellen; ganz ausräumen lässt sich die Gegenthese, wonach zumindest eine Verhandlungschance ungenutzt blieb, aber auch siebzig Jahre später nicht.

Die SED verkündet den „planmäßigen Aufbau des Sozialismus"

Walter Ulbricht — die SED verkündet den Aufbau des Sozialismus
Walter Ulbricht — die SED verkündet den „Aufbau des Sozialismus“ (Bundesarchiv / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Auf der 2. Parteikonferenz der SED in der Ost-Berliner Werner-Seelenbinder-Halle ruft Generalsekretär Walter Ulbricht vom 9. bis 12. Juli in einer rund achtstündigen Rede über „Die gegenwärtige Lage und die neuen Aufgaben der SED" den „planmäßigen Aufbau des Sozialismus" in der DDR aus. Angekündigt werden: der Aufbau eigener bewaffneter Kräfte über die bereits bestehende Kasernierte Volkspolizei hinaus, die forcierte Entwicklung von Schwerindustrie und Rüstungsproduktion, die beschleunigte Kollektivierung der Landwirtschaft sowie ein verschärfter „Klassenkampf" gegen Handwerker, Gewerbetreibende, Kirchen und selbständige Bauern, denen man Sabotage und „Kulakentum" unterstellt. Beschlossen wird zugleich die Umgliederung der staatlichen Verwaltung von den fünf Ländern in künftig 14 Bezirke — ein Vorgriff auf das Gesetz vom 23. Juli.

Vorausgegangen war ein Empfang von Partei- und Staatschef Wilhelm Pieck, Ministerpräsident Otto Grotewohl und Ulbricht durch Stalin im Kreml am

  1. April, während eines Moskau-Aufenthalts der SED-Delegation vom 31. März bis 10. April. Stalin hatte der Führung dort unmissverständlich bedeutet, die Westmächte würden West-Deutschland ohnehin nicht preisgeben und eine gesamtdeutsche Lösung sei auf absehbare Zeit ausgeschlossen — die DDR solle sich als „starker Vorposten des Sozialismus" mit eigener Armee, gesicherter Grenze und kollektivierter Landwirtschaft einrichten. Die Beschlüsse von Ost-Berlin fallen damit bereits vor der endgültigen westlichen Antwort auf die Stalin-Note. Der Kurswechsel markiert das Ende aller Ambiguität: Ost und West bauen nun unverhohlen zwei getrennte deutsche Staaten, deren wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung zunehmend auseinanderdriftet — mit Folgen bis hin zur wachsenden Zahl von Menschen, die sich der neuen Ordnung durch Flucht in den Westen entziehen, was sich erst im Volksaufstand vom 17. Juni 1953 entladen wird.
Aus heutiger Sicht

Die begeisterten Fabrikversammlungen und „Millionenfaches Echo", von denen „Neues Deutschland" in jenen Julitagen berichtet, spiegeln die tatsächliche Stimmung nur bedingt: Interne Berichte von Partei- und Sicherheitsorganen sowie die massiv steigenden Flüchtlingszahlen aus der DDR in den Folgemonaten deuten auf erhebliche Verunsicherung und Unmut gerade unter Bauern, Handwerkern und Kirchenmitgliedern hin, die sich als Feindbilder des neuen Kurses wiederfanden — ein Missverhältnis zwischen veröffentlichter und tatsächlich gemessener Meinung, das sich unter der Fassade weniger Monate später im Aufstand vom 17. Juni 1953 entlädt.

Die Länder verschwinden — Luckenwalde wird Teil des Bezirks Potsdam

Die Nikolaikirche in Potsdam, neuem Bezirkssitz
Die Nikolaikirche in Potsdam, neuem Bezirkssitz (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Die Folgen der Parteikonferenz treffen die Heimat unmittelbar: Mit dem „Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe" vom 23. Juli werden die fünf Länder der DDR — Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen — aufgelöst. Auch das Land Brandenburg, das erst 1947 unter sowjetischer Besatzung als Nachfolger der 1815 gebildeten preußischen Provinz Brandenburg neu konstituiert worden war und seine Wurzeln bis auf die im 12. Jahrhundert von Albrecht dem Bären begründete Mark zurückführt, hört nach nur fünf Jahren erneut auf zu existieren. An seine Stelle treten die neu gebildeten Bezirke Potsdam, Frankfurt (Oder) und Cottbus; reichsweit entstehen 14 Bezirke (dazu Ost-Berlin) mit insgesamt rund 217 Kreisen anstelle der bisherigen 132 Landkreise. Am 25. Juli entsteht formell der Bezirk Potsdam mit Sitz an der Havel.

Auch auf Kreisebene wird an diesem Tag neu zugeschnitten: Der bisherige Landkreis Luckenwalde gibt Gemeinden an die neuen Kreise Jüterbog, Luckau und Zossen ab; aus dem verbleibenden Gebiet sowie Teilen des Landkreises Teltow entsteht der neue Kreis Luckenwalde mit Sitz in der Stadt selbst — dem Bezirk Potsdam zugeordnet. Die Neugliederung folgt sowjetischem Vorbild der Gebietsverwaltung und soll Partei- und Staatsmacht enger verzahnen: An der Spitze jedes Bezirks steht künftig ein von der SED kontrollierter Rat des Bezirks, eigene Länderparlamente gibt es nicht mehr. Für zahlreiche Verwaltungsangestellte in den bisherigen Landesministerien in Potsdam, Schwerin, Dresden, Halle und Erfurt bedeutet die Reform den Verlust ihrer Behörden oder die Versetzung in neu geschaffene Bezirksstellen. Der letzte Rest föderaler Selbstverwaltung ist damit getilgt, die Verwaltung fortan straff auf Berlin ausgerichtet. Für Luckenwalde bedeutet das: Nach Jahrhunderten unter kurmärkischer, später preußisch-brandenburgischer Verwaltung weist von nun an Potsdam den Weg — die Mark Brandenburg als politische Einheit ist von der Landkarte verschwunden, ihr Name lebt nur noch als geografische Bezeichnung fort.

Mit dem Landtag verschwindet zugleich das letzte ostdeutsche Landesparlament, das aus einer echten Wahl der Bürger hervorgegangen ist; die neuen Bezirkstage werden zwar formal bestellt, doch allein über die von der Nationalen Front vorgegebene Einheitsliste, ohne Konkurrenz der Parteien. Im Westen dagegen ist das Wahljahr 1952 in vollem Gang: Am 9. März hat der neu gebildete Südweststaat sein erstes Parlament gewählt, im November folgt eine Landtagswahl im französisch verwalteten Saarland.

Die Wahlen im Westen:

  • Baden-Württemberg, 9. März — Bei der Wahl zur verfassunggebenden Landesversammlung des neuen Südweststaats wird die CDU mit 36,0 % stärkste Kraft vor der SPD mit 28,0 %, der FDP/DVP mit 18,0 %, dem BHE mit 6,3 % und der KPD mit 4,4 % (Beteiligung 63,7 %). Die Regierungsbildung überrascht: Am 25. April wählt die Landesversammlung nicht den Vorsitzenden der stärksten Fraktion, sondern Reinhold Maier (FDP/DVP) zum ersten Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, gestützt auf eine Koalition aus FDP/DVP, SPD und BHE unter Ausschluss der CDU.
  • Saarland, 30. November — Im französisch verwalteten Saarland, wo pro-deutsche Parteien wie die 1951 verbotene Demokratische Partei Saar nicht zugelassen sind, gewinnt die CVP 54,7 % vor der SPS mit 32,4 %; von den amtlich gezählten 93,1 % Beteiligung sind 24,5 % ungültige Stimmen — Ausdruck des Protests ausgeschlossener Wähler. CVP und SPS bilden eine Koalitionsregierung.
Aus heutiger Sicht

Die Verwaltungsreform vom Juli 1952 gilt rückblickend als einer der folgenreichsten Einschnitte der frühen DDR- Geschichte: Sie beseitigte nicht nur historisch gewachsene Länderidentitäten wie die brandenburgische, sondern schuf mit den 14 SED-kontrollierten Bezirken auch die Verwaltungsstruktur, in der Partei- und Staatsmacht bis 1990 praktisch deckungsgleich blieben — ohne das Gegengewicht gewählter Länderparlamente, das im Westen die föderale Kontrolle der Zentralgewalt sicherte. Erst mit der Wiedervereinigung 1990 kehrt Brandenburg als Land auf die Landkarte zurück, in seinen Grenzen jedoch nicht mehr identisch mit dem Gebiet von 1952.

Die innerdeutsche Grenze wird abgeriegelt

Sperranlagen an der innerdeutschen Grenze
Sperranlagen an der innerdeutschen Grenze (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Auf Beschluss des Ministerrats vom 26. Mai — dem Tag, an dem in Bonn der Deutschlandvertrag zwischen der Bundesrepublik und den drei Westmächten unterzeichnet wird — beginnt die DDR-Führung mit der hermetischen Abriegelung der innerdeutschen Grenze im Rahmen der Aktion „Grenze". Auf Anordnung von Innenminister Karl Maron, Chef der Deutschen Volkspolizei, wird ein rund fünf Kilometer breiter Streifen entlang der gesamten Grenze zur Bundesrepublik zur Sperrzone erklärt, gegliedert in einen 10-Meter-Kontrollstreifen unmittelbar an der Demarkationslinie, einen 500-Meter-Schutzstreifen und das dahinterliegende, ebenfalls bewachte Sperrgebiet; Wachtürme, Stacheldrahtzäune und Kontrollpunkte entstehen binnen weniger Wochen. Für die Überwachung wird die Deutsche Grenzpolizei personell verstärkt, während das erst im Februar 1950 gegründete Ministerium für Staatssicherheit zunehmend die politische Kontrolle der Grenzbevölkerung übernimmt. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni beginnt darauf die eigentliche Aktion „Ungeziefer": Betroffene Familien werden nachts geweckt und müssen binnen weniger Stunden ihre Höfe und Häuser räumen — mitnehmen dürfen sie nur, was auf einen Lastwagen passt. Von den rund 345.000 Bewohnern des Sperrgebiets werden etwa 11.000 als „politisch unzuverlässig" eingestuft, zwangsausgesiedelt und enteignet, weil man ihnen Kontakte in den Westen oder Fluchthilfe zutraut; mehrere tausend weitere entziehen sich der Aktion durch Flucht in die Bundesrepublik, ehe die Staatsmacht zugreifen kann. In einzelnen Grenzorten kommt es zu Protesten der betroffenen Bevölkerung, die jedoch ohne Wirkung bleiben. Was bis dahin eine durchlässige, von Bauern und Pendlern noch alltäglich überquerte Demarkationslinie war, wird damit endgültig zur bewachten, für die meisten Bewohner unüberwindbaren Grenze — der Vorgriff auf das, was elf Jahre später mit dem Mauerbau in Berlin folgt.

Aus heutiger Sicht

Die „Aktion Ungeziefer" — der Name selbst entmenschlicht die Betroffenen bereits sprachlich — gilt Historikern heute als Blaupause für spätere Zwangsaussiedlungen und letztlich für den Mauerbau von 1961: Dieselbe Logik der lückenlosen Grenzsicherung durch Zwangsumsiedlung „unzuverlässiger" Bewohner, dieselben beteiligten Behörden. Für die rund 11.000 Betroffenen bedeutete sie den abrupten Verlust von Haus, Hof und sozialem Umfeld ohne Rechtsmittel; viele Familien wurden über Jahrzehnte, manche bis heute, nicht rehabilitiert oder entschädigt.

Ein König stirbt, eine Königin besteigt den Thron

Königin Elisabeth II., die 1952 den Thron besteigt
Königin Elisabeth II., die 1952 den Thron besteigt (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In der Frühe des 6. Februar stirbt König Georg VI. von Großbritannien im Schlaf auf seinem Landsitz Sandringham in Norfolk, im Alter von 56 Jahren an den Folgen eines Herzleidens — Spätfolge einer Lungenkrebserkrankung, wegen der er im September 1951 an einer Lunge operiert worden war. Seine Tochter Elisabeth, 25 Jahre alt, befindet sich zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Mann Prinz Philip in Kenia, wo sie im Rahmen einer Commonwealth-Reise ihren erkrankten Vater vertritt; die Nachricht erreicht sie in der Sagana Lodge am Fuß des Mount Kenya. Durch den Tod des Vaters wird sie automatisch, ohne gesonderten Akt, zur Königin — als Elisabeth II. Noch am selben Tag tritt sie die Rückreise nach London an, wo sie Premierminister Winston Churchill und weitere Repräsentanten des Staates am Flughafen empfangen. Die eigentliche Krönungszeremonie in der Westminster Abbey folgt erst 16 Monate später, am 2. Juni 1953, um Zeit für die Staatstrauer und die aufwendigen Vorbereitungen zu lassen. Die Nachricht vom Thronwechsel geht dennoch noch am selben Tag um die Welt und beschließt die Ära Georgs VI., der das Königreich durch den Zweiten Weltkrieg und die entbehrungsreiche Nachkriegszeit geführt hatte.

Batista putscht sich in Kuba an die Macht

Fulgencio Batista bei der Pressekonferenz nach seinem Putsch, Camp Columbia, Havanna
Fulgencio Batista bei der Pressekonferenz nach seinem Putsch in Camp Columbia, Havanna, 10. März 1952 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In den frühen Morgenstunden des 10. März stürzt General Fulgencio Batista mit einem nahezu blutlosen Militärputsch die Regierung von Präsident Carlos Prío Socarrás, nur wenige Wochen vor den für den

  1. Juni angesetzten Präsidentschaftswahlen. Batista, der Kuba bereits von 1933 bis 1944 zunächst als starker Mann hinter mehreren Strohmann-Präsidenten und dann selbst als gewählter Präsident regiert hatte, war nach seiner Wahlniederlage 1944 zunächst nach Florida gegangen, kehrte aber als Senator zurück und trat 1952 erneut zur Präsidentschaft an. Aussichtsreichster Bewerber jener Wahl wäre nach Umfragen jedoch die oppositionelle Partido Ortodoxo gewesen, deren charismatischer Gründer Eduardo Chibás sich 1951 während einer Radiosendung das Leben genommen hatte.

Prío setzt sich ins Exil nach Mexiko ab, Batista suspendiert die Verfassung von 1940, löst den Kongress auf und regiert fortan per Dekret; die Wahlen finden nicht statt. Washington erkennt die neue Regierung rasch an und unterstützt sie in den Folgejahren als verlässlichen Partner im Kalten Krieg. Der Staatsstreich beendet die Aussicht auf eine demokratische Erneuerung Kubas und schafft jenes autoritäre Klima aus Korruption und Repression, gegen das sich in den kommenden Jahren wachsender bewaffneter Widerstand richtet — angeführt unter anderem von einem jungen Anwalt namens Fidel Castro, der noch 1952 juristisch gegen den Verfassungsbruch vorzugehen versucht, ehe er sich der Guerilla zuwendet.

Militärputsch in Ägypten — König Faruk gestürzt

Die Bewegung der Freien Offiziere, die 1952 König Faruk stürzt
Die „Bewegung der Freien Offiziere“ um Nagib und Nasser, die 1952 König Faruk stürzt (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In der Nacht zum 23. Juli übernimmt die geheime Offiziersvereinigung Bewegung der Freien Offiziere unter Führung von General Muhammad Nagib und dem jungen Oberstleutnant Gamal Abdel Nasser in einem nahezu unblutigen Staatsstreich die Kontrolle über Kairo und die wichtigsten Kommandostellen der ägyptischen Armee. Ziel der Verschwörer, denen vor allem der Zorn über Korruption am Königshof, die Demütigung der Niederlage gegen Israel 1948 und die fortdauernde britische Militärpräsenz am Suezkanal gemeinsam ist, ist zunächst nicht die Republik, sondern lediglich der Sturz von König Faruk I.

Am 26. Juli muss der König abdanken und geht an Bord seiner Yacht „Mahroussa" ins Exil nach Italien; formal wird sein sechs Monate alter Sohn Fu'ād II. als Nachfolger eingesetzt, während Nagib und der Offiziersrat faktisch regieren. Die neuen Machthaber verkünden eine Landreform gegen den Großgrundbesitz und versprechen den Rückzug aus der Politik nach demokratischer Neuordnung — ein Versprechen, das nicht eingelöst wird. Erst am 18. Juni 1953 wird die Monarchie endgültig abgeschafft und die Republik ausgerufen; Nagib wird ihr erster Präsident, ehe Nasser ihn 1954 verdrängt und zur prägenden Figur des arabischen Nationalismus der folgenden Jahrzehnte wird. Der Umsturz in Kairo markiert damit den Beginn vom Ende der britischen und französischen Kolonialordnung im Nahen Osten.

Ausnahmezustand in Kenia — Beginn des Mau-Mau-Aufstands

Britische Armee im Einsatz gegen die Mau Mau in Kenia
Britisches Militär im Einsatz gegen die Mau-Mau-Aufständischen in Kenia, 1952 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Angesichts zunehmender Gewalt gegen europäische Siedler und afrikanische Kollaborateure verhängt der britische Gouverneur Sir Evelyn Baring am 20. Oktober über die Kronkolonie Kenia den Ausnahmezustand. Truppen werden aus Ägypten und dem Vereinigten Königreich verlegt, in den Tagen darauf verhaftet die Kolonialverwaltung rund 180 führende Nationalisten, darunter den gemäßigten Politiker Jomo Kenyatta, Vorsitzenden der Kenya African Union, dem trotz fehlender Beweise eine Anstiftung zum Aufstand der Untergrundbewegung Mau Mau vorgeworfen wird.

Die Mau Mau, ein vorwiegend aus der Volksgruppe der Kikuyu gespeister bewaffneter Geheimbund, richten sich gegen die massive Landenteignung durch weiße Siedler im kenianischen Hochland und gegen jene Afrikaner, die mit der Kolonialmacht kooperieren; erste Anschläge hatte es bereits 1951 gegeben. Kenyatta wird 1953 in einem international kritisierten Prozess zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt, obwohl seine Verwicklung in die Mau-Mau-Führung bis heute umstritten ist. Der Ausnahmezustand, der erst im Dezember 1959 aufgehoben wird, mündet in einen achtjährigen, äußerst brutal geführten Kolonialkrieg; Historiker gehen von etwa 14.000 getöteten Afrikanern aus, während auf europäischer Seite unter 100 Siedler und Sicherheitskräfte ums Leben kommen. Der Aufstand wird zu einem der prägenden Vorboten der afrikanischen Dekolonisierung — Kenia selbst erlangt erst 1963 die Unabhängigkeit.

„Ivy Mike" — die erste Wasserstoffbombe explodiert

Der Feuerball der Wasserstoffbombe „Ivy Mike" über dem Enewetak-Atoll
Der Feuerball der ersten Wasserstoffbombe „Ivy Mike" über dem Enewetak-Atoll, 1. November 1952 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Auf dem Korallenatoll Enewetak im Pazifik zünden amerikanische Wissenschaftler unter Leitung des Manhattan-Projekt-Veteranen Edward Teller und des Mathematikers Stanislaw Ulam am 1. November die weltweit erste thermonukleare Sprengladung — den Testsprengsatz „Mike" der Operation „Ivy". Anders als die bisherigen Atombomben, die auf Kernspaltung schwerer Elemente beruhten, nutzt „Mike" nach dem sogenannten Teller-Ulam-Prinzip die Fusion von Wasserstoffisotopen, ausgelöst durch eine konventionelle Spaltbombe als Zünder; das rund 82 Tonnen schwere Gerät ist zu groß und zu unhandlich für einen tatsächlichen Bombenabwurf und dient allein dem Machbarkeitsnachweis.

Die Explosion setzt eine Sprengkraft von rund 10,4 Megatonnen TNT frei — etwa das Siebenhundertfache der Hiroshima-Bombe — und lässt die gesamte Insel Elugelab verschwinden; zurück bleibt ein Meereskrater von fast zwei Kilometern Durchmesser. Der Test, dessen Ergebnisse zunächst strikter Geheimhaltung unterliegen, markiert den Beginn eines neuen, weitaus zerstörerischeren Kapitels im nuklearen Wettrüsten des Kalten Krieges; die Sowjetunion zieht mit einem eigenen Wasserstoffbomben-Design bereits im August 1953 nach. Für die Weltöffentlichkeit wird die schiere Dimension der neuen Waffengattung erst nach und nach erkennbar — ein Menetekel, das die Systemauseinandersetzung dieses Jahres, von der Stalin-Note bis zur Abriegelung der deutsch-deutschen Grenze, in ein noch bedrohlicheres Licht taucht.

Eisenhower zum US-Präsidenten gewählt

Dwight D. Eisenhower im Wahlkampf 1952 in Los Angeles
Dwight D. Eisenhower im Wahlkampf 1952 in Los Angeles (Wikimedia Commons, CC BY 4.0)

Bei der Präsidentschaftswahl am 4. November setzt sich der Republikaner Dwight D. Eisenhower, der ehemalige Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa und NATO-Oberkommandierende, mit 442 gegen 89 Wahlmännerstimmen deutlich gegen den demokratischen Gouverneur von Illinois, Adlai Stevenson, durch; auf ihn entfallen 55,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Es ist der erste republikanische Wahlsieg seit 1928 und beendet damit 20 Jahre demokratischer Präsidentschaft unter Franklin D. Roosevelt und Harry S. Truman.

Eisenhower, der als parteiloser Kriegsheld von beiden großen Parteien umworben worden war, führt einen Wahlkampf, der von der Angst vor kommunistischer Unterwanderung im Zeichen der „Red Scare" und vom festgefahrenen Korea-Krieg geprägt ist; sein Versprechen „I shall go to Korea" — ein persönlicher Besuch zur Erkundung eines Kriegsendes — gilt als einer der Wendepunkte der Kampagne. Als Vizepräsidentschaftskandidat tritt der junge Senator Richard Nixon an seiner Seite an. Die Amtseinführung erfolgt am 20. Januar 1953; für die westdeutsche Außenpolitik unter Adenauer, die im selben Jahr mit Deutschlandvertrag und EVG auf enge Bindung an Washington setzt, ist der Machtwechsel im Weißen Haus von erheblicher Bedeutung, zumal Eisenhower als Architekt der westlichen Verteidigungsintegration in Europa persönlich bekannt ist.

Der Große Smog von London

Nelsonsäule am Trafalgar Square während des Großen Smogs von London
Die Nelsonsäule am Trafalgar Square, kaum sichtbar während des Großen Smogs, Dezember 1952 (Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0)

Über vier Tage, vom 5. bis 9. Dezember, legt sich eine dichte, gelbschwarze Smogglocke über London und erstickt die britische Hauptstadt förmlich: Eine ungewöhnliche Kältewelle lässt die Kohleöfen in Millionen Haushalten sowie in Kraftwerken und Fabriken auf Hochtouren laufen, während eine stabile Hochdruckwetterlage ohne Wind die Rauch- und Schwefeldioxid-Abgase über der Stadt gefangen hält. Die Sichtweite sinkt streckenweise auf wenige Meter, der öffentliche Nahverkehr kommt zum Erliegen, selbst Innenräume wie Kinosäle und Konzerthallen füllen sich mit beißendem Dunst.

Die britische Regierung geht zunächst offiziell von rund 4.000 zusätzlichen Todesfällen aus, vor allem unter Kleinkindern und älteren Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege; spätere Untersuchungen kommen auf deutlich höhere Schätzungen von 10.000 bis 12.000 Toten sowie rund 100.000 weiteren Erkrankten. Das Ereignis löst eine bis dahin beispiellose öffentliche Debatte über Luftverschmutzung aus und gilt als unmittelbarer Auslöser für den britischen Clean Air Act, der 1956 die Verfeuerung von Rauchkohle in Ballungsräumen einschränkt und als Vorbild für spätere Luftreinhaltegesetze in ganz Europa dient — eine Blaupause, an der sich auch die stark kohlebefeuerten Industriereviere des östlichen Deutschlands, einschließlich der Bezirke der neu gegliederten DDR, in den Jahrzehnten danach messen lassen müssen.

Jonas Salk beginnt die ersten Impfungen gegen Kinderlähmung

Jonas Salk, Entwickler des ersten Polio-Impfstoffs
Jonas Salk, Entwickler des ersten Polio-Impfstoffs, bei einem späteren Aufenthalt in Kopenhagen, 1959 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Am 2. Juli verabreicht der amerikanische Virologe Jonas Salk am D. T. Watson Home for Crippled Children bei Pittsburgh 43 Kindern, die zuvor nie an Kinderlähmung erkrankt waren, seinen neu entwickelten Impfstoff gegen alle drei bekannten Poliovirus-Typen — ein aus abgetöteten Viren gewonnenes Präparat, das Immunität aufbauen soll, ohne selbst die Krankheit auszulösen. Bei sämtlichen geimpften Kindern bilden sich in der Folge hohe Antikörperkonzentrationen, ohne dass eine Erkrankung auftritt; frühere Versuche an bereits erkrankten und damit als sicher geltenden Kindern hatten bereits ähnliche Ergebnisse gezeigt. Die Krankheit selbst grassiert 1952 in den USA so heftig wie nie zuvor — mit rund 58.000 gemeldeten Fällen, davon etwa 3.000 Todesfällen und über 21.000 bleibenden Lähmungen, meist bei Kindern — auch in der jungen Bundesrepublik und der DDR sind Kinderlähmung-Epidemien in diesen Jahren eine der gefürchtetsten Sommerkrankheiten. Erst nach umfangreichen Feldversuchen mit rund 1,8 Millionen Kindern wird der Salk-Impfstoff im April 1955 offiziell zugelassen — der Beginn einer Impfkampagne, die Kinderlähmung binnen weniger Jahrzehnte aus weiten Teilen der Welt verdrängt.

Ein amerikanischer Arzt entwickelt den ersten Herzschrittmacher

Paul M. Zoll, Entwickler des ersten klinisch eingesetzten Herzschrittmachers
Paul M. Zoll, Entwickler des ersten klinisch eingesetzten Herzschrittmachers, bei der Verleihung des Lasker-Preises, 1973 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Der Bostoner Kardiologe Paul M. Zoll setzt im November erstmals erfolgreich ein von ihm entwickeltes Gerät zur äußeren elektrischen Reizung des Herzens bei Patienten mit lebensbedrohlichem Herzstillstand infolge kompletten AV-Blocks ein — den ersten klinisch wirksamen Herzschrittmacher der Medizingeschichte. Über auf die Brust aufgesetzte Elektroden gibt das noch kühlschrankgroße, netzbetriebene Gerät elektrische Impulse ab, die das Herz zu regelmäßigen Kontraktionen anregen und so Patienten am Leben halten, deren eigener Erregungsleitungsapparat versagt hat. Zoll veröffentlicht seine Ergebnisse im Dezember im „New England Journal of Medicine" und legt damit den Grundstein für eine gesamte medizinische Disziplin: In den folgenden Jahren verkleinern Ingenieure die Technik zunächst zu tragbaren, ab 1958 dann zu vollständig implantierbaren Geräten, die heute weltweit Millionen Menschen mit Herzrhythmusstörungen ein weitgehend normales Leben ermöglichen.

Boxskandal in Köln — Peter Müller schlägt den Ringrichter nieder

Peter Müller bei einem Interview
Der Kölner Boxer Peter Müller, hier bei einem späteren Interview für einen Dokumentarfilm, 2013 (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Bei einem Mittelgewichtskampf gegen Hans Stretz in der Kölner Sartory-Sälen sorgt der Kölner Publikumsliebling Peter Müller, wegen seiner gedrungenen Statur und seines possierlichen Auftretens „de Aap" genannt, für einen der denkwürdigsten Skandale der deutschen Boxgeschichte: Nachdem ihn Ringrichter Max Pippow aus Hamburg wiederholt wegen unerlaubten Klammerns ermahnt hatte, soll Müller — laut damaliger Presseberichterstattung — dem Unparteiischen mit einem Rechten die Beine weggeschlagen und ihn zu Boden gestreckt haben, woraufhin der Kampf unter tosendem Gelächter und Pfiffen des Kölner Publikums abgebrochen wird. Der Vorfall wird in der Folge zur Anekdote, die weit über Köln hinaus kolportiert und in zahlreichen Rückblicken auf die frühe Nachkriegs-Boxszene erzählt wird; der Deutsche Amateur-Box-Verband verhängt eine Sperre gegen Müller. Der als Original geltende Boxer, der im Rotlichtmilieu von St. Pauli und Köln verkehrt, gilt Kölner Boxfans schon jetzt als possierliche Kultfigur — die Geschichte vom niedergeschlagenen Ringrichter dürfte noch lange die Runde machen.

Aus heutiger Sicht

Der „Kölner Boxskandal" ist ein Lehrbeispiel dafür, wie aus einer strittigen Szene über Jahrzehnte kolportierter Vermischtes-Anekdoten eine feste Legende wird: Spätere Auswertungen des spärlichen Bildmaterials liefern für die dramatischste Version — der Ringrichter werde regelrecht niedergeschlagen — keinen eindeutigen Beleg mehr. Ob Müller tatsächlich zuschlug oder der Sturz Pippows anders zustande kam, lässt sich im Nachhinein nicht mehr zweifelsfrei klären; für den Ruf des „Kölner Aap" als Original der deutschen Nachkriegs-Boxszene spielte das nie eine Rolle.

Aus den Ressorts

AM RANDE NOTIERT

  • In der DDR beginnen im Zuge des „Aufbaus des Sozialismus" die ersten Gründungen Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG) — der Auftakt zur späteren Zwangskollektivierung der Höfe.
  • Mit der Auflösung des Landes Brandenburg endet auch amtlich eine über 500-jährige Verwaltungstradition der Mark — künftig entscheidet Potsdam, was einst von Landtag und Landesregierung in gemeinsamer brandenburgischer Zuständigkeit geregelt wurde.
  • Mit Inkrafttreten des EGKS-Vertrags am 23. Juli nimmt die Montanunion-Hohe Behörde unter Jean Monnet in Luxemburg ihre Arbeit auf — die erste supranationale Behörde Europas und Keimzelle der späteren EU.
  • Im neuen Bezirk Potsdam werden Luckenwaldes Tuch- und Metallbetriebe zunehmend in Volkseigene Betriebe (VEB) umgewandelt — ein Vorgriff auf die Verstaatlichungswelle, die den „Aufbau des Sozialismus" in der Provinz trägt.
  • Am 3. Mai wird am Luckenwalder Kreiskrankenhaus die neue Poliklinik feierlich übergeben — ein sichtbarer Ausbau der Gesundheitsversorgung im jungen Bezirk Potsdam.
  • Am 24. Juni erscheint in Hamburg erstmals die „Bild"-Zeitung — vier Seiten, großformatige Fotos, zunächst kostenlos verteilt, danach 10 Pfennig das Heft; Auflage der ersten Ausgabe: 455.000 Exemplare.
  • Beim Schönheitswettbewerb im Kurhaus von Baden-Baden wird am 10. Mai die 21-jährige Nürnbergerin Renate Hoy zur „Miss Germany 1952" gekürt.

WIRTSCHAFT · 1952

Die beiden deutschen Volkswirtschaften driften 1952 sichtbar auseinander. Im Westen gewinnt das später so genannte „Wirtschaftswunder" an Fahrt: Die Arbeitsproduktivität wächst gegenüber dem Vorjahr um 7,4 Prozent, die Arbeitslosigkeit sinkt von ihrem Nachkriegshoch von rund 10 Prozent (1950) spürbar weiter ab, während Industrieproduktion und Exporte anziehen. In der DDR verordnet die SED-Führung im Zuge des „Aufbaus des Sozialismus" den forcierten Ausbau der Schwerindustrie, den auf dem Fünfjahrplan 1951–1955 basierenden Vorrang für Kohle, Stahl und Rüstung sowie ab 1952 eine verschärfte „Kontrolle durch die Mark" der Staatsbank über die Finanzpläne der volkseigenen Betriebe. Die offizielle Parität von einer Ost-Mark zu einer D-Mark bleibt dabei reine Fiktion: Auf dem Schwarzmarkt und an den Wechselstuben West-Berlins wird die Ost-Mark seit Jahren nur zu einem Bruchteil ihres Nennwerts gehandelt — zeitweise werden für eine D-Mark vier bis sieben Ost-Mark verlangt. Als Reaktion auf Hamsterkäufe und Warenspekulation ordnet der Magistrat von Ost-Berlin im November an, dass künftig auch für zahlreiche bislang frei erhältliche Waren Lebensmittelkarten vorzulegen sind.

Der Preisspiegel:

  • Mischbrot, 1 kg — DDR (Bezirk Potsdam), auf Bezugschein: rund 0,45 Mark, im freien Handel bis 0,62 Mark
  • Butter, 250 g — DDR, auf Fettmarke: rund 5,00 Mark; im freien HO-Verkauf nahezu das Doppelte
  • Kaffee, 125 g — DDR, HO-Verkauf: 8,75 Mark — für die meisten Haushalte ein kaum erschwingliches Luxusgut
  • Butter, 1 kg — Bundesrepublik (Wuppertal/Kiel): 6,43 DM
  • Milch, 1 Liter — Bundesrepublik: 0,83 DM
  • Kartoffeln, 1 kg — Bundesrepublik: 0,37 DM
  • Kaffee, 1 kg — Bundesrepublik: 37,50 DM

STIMMEN DER PRESSE · 1952

Gewaltige Demonstration der Kampfentschlossenheit und Siegesgewißheit — daß das Bewußtsein der Arbeiterklasse und der Mehrheit der Werktätigen sich jetzt so weit entwickelt hat, daß der Aufbau des Sozialismus zur grundlegenden Aufgabe geworden ist. — Neues Deutschland, 13. Juli 1952

Mit einem nie gekannten Enthusiasmus begrüßen die Werktätigen der Deutschen Demokratischen Republik den Beschluß der II. Parteikonferenz, mit dem Aufbau des Sozialismus in der Deutschen Demokratischen Republik zu beginnen. — Neues Deutschland, 15. Juli 1952

Anmerkung: „Neues Deutschland" ist Zentralorgan der SED; eine unabhängige westliche Stimme mit vergleichbar wörtlich belegtem Zitat zur Parteikonferenz war trotz Recherche in mehreren Archiven nicht aufzufinden — an dieser Stelle daher ausschließlich die Partei-Presse, kenntlich gemacht als das, was sie ist.

SPORT · 1952

Bei den Sommerspielen in Helsinki vom 19. Juli bis 3. August ist die Bundesrepublik erstmals seit dem Krieg wieder olympisch dabei — nach dem Ausschluss von 1948 reist eine 205-köpfige Mannschaft nach Finnland; die Rückkehr in die Weltgemeinschaft des Sports ist bereits unter den Lichtblicken dieser Ausgabe vermerkt. Für zusätzliches Aufsehen sorgen das Olympia-Debüt der Sowjetunion, die erstmals überhaupt an Sommerspielen teilnimmt, sowie der Tscheche Emil Zátopek, der mit einem einzigartigen Dreifachsieg über 5.000 m, 10.000 m und — bei seinem allerersten Start über diese Distanz — den Marathon Sportgeschichte schreibt. Am Tag seines 5.000-Meter-Sieges gewinnt auch seine Frau Dana Zátopková Gold im Speerwurf. Der US-Amerikaner Bob Mathias verteidigt seinen Zehnkampf-Olympiasieg von 1948 erfolgreich. Insgesamt gehen 69 Nationen an den Start. Die DDR bleibt vom gemeinsamen Auftritt noch ausgeschlossen — ein gesamtdeutsches Team, unter dem Bundesrepublik und DDR gemeinsam antreten, ist frühestens für die Spiele 1956 in Melbourne denkbar.

MODE · 1952

Die Silhouette der frühen Fünfziger bleibt der von Christian Dior seit 1947 vorgegebenen „New Look"-Linie treu: schmale, tailliert geschnürte Taille, betonte Hüfte und weit schwingender Rock bestimmen die Mode der „guten Gesellschaft"; Handschuhe und Hut gehören weiterhin zum Ausgehlook. Im Pariser Modehaus wechseln die Kollektionslinien von Saison zu Saison, doch am Grundprinzip der femininen, aufwendig verarbeiteten Silhouette ändert sich wenig.

In der DDR, die sich gerade organisatorisch neu ordnet — Auflösung der Länder, Bildung der Bezirke —, setzt die staatliche Konfektion dagegen auf schlichte, funktionale Schnitte: Stoffe sind knapp, Maßarbeit die Ausnahme. Am 6. Dezember gründet der Ministerrat das Institut für Bekleidungskultur, Vorläufer des späteren Deutschen Modeinstituts, das dem Ministerium für Leichtindustrie untersteht und künftig verbindliche Schnittmuster und Kollektionslinien für die volkseigene Bekleidungsindustrie entwickeln soll — ein Versuch, der Mangelwirtschaft ein eigenes ästhetisches Programm entgegenzusetzen. Von Pariser Eleganz ist im Alltag zwischen Luckenwalde, dessen traditionsreiche Tuchbetriebe zunehmend in Volkseigentum überführt werden, und Potsdam gleichwohl wenig zu spüren.

KINO & FERNSEHEN · 1952

Das Kino bleibt 1952 diesseits und jenseits der deutsch-deutschen Grenze das prägende Massenmedium — das Radio dominiert daneben weiterhin den Alltag, während sich am Jahresende ein neues Medium erstmals ankündigt. In den westdeutschen Lichtspielhäusern dominiert der Heimatfilm mit seiner Flucht in heile Landschaften und traditionelle Werte; mit „Die Schuld des Dr. Homma" zeichnet der neu gestiftete Deutsche Filmpreis in diesem Jahr Paul Verhoevens Regiearbeit als besten deutschen Film aus. Für Aufsehen sorgt am 29. August die deutsche Kinopremiere von „Casablanca" — allerdings in einer so stark gekürzten und umgeschnittenen Fassung, dass sämtliche Anspielungen auf den Nationalsozialismus und Teile der ursprünglichen Handlung entfernt sind. In den DEFA-Studios in Babelsberg, nun im neuen Bezirk Potsdam gelegen, entstehen unterdessen mehrere Ehe- und Aufbaufilme im Geist des sozialistischen Realismus.

Am Jahresende hält ein neues Medium erstmals in beiden deutschen Staaten Einzug: In der DDR strahlt der Deutsche Fernsehfunk am 21. Dezember aus dem Studio Berlin-Adlershof erstmals eine Ausgabe der Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera" im Versuchsbetrieb aus. Vier Tage später, am 25. Dezember, nimmt der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) in Hamburg-Lokstedt den regelmäßigen westdeutschen Fernsehbetrieb auf — täglich ab 20 Uhr, zunächst für rund drei Stunden in Schwarzweiß; die „Tagesschau" als feste tägliche Nachrichtensendung folgt einen Tag später und ist bereits unter den Lichtblicken dieser Ausgabe vermerkt. Die Zahl der angemeldeten Fernsehgeräte ist zum Jahresende auf beiden Seiten der Grenze noch verschwindend gering — das Radio, in der DDR ebenso wie in der Bundesrepublik, bleibt vorerst das Leitmedium der Familien.

GESTORBEN · 1952

  • Alexander Behm (71), Physiker, Erfinder des Echolots — 22. Januar, Kiel.
  • Maria Montessori (81), italienische Ärztin und Reformpädagogin — 6. Mai, Noordwijk (Niederlande).
  • Eva Perón (33), argentinische First Lady, „Evita" — 26. Juli, Buenos Aires.
  • Waldemar Bonsels (72), Schriftsteller, Schöpfer der „Biene Maja" — 31. Juli, Ambach am Starnberger See.
  • Kurt Schumacher (56), SPD-Vorsitzender und Oppositionsführer im Bundestag — 20. August, Bonn.

LICHTBLICKE · Gutes aus dem Jahr 1952

  • Luxemburger Abkommen mit Israel (10. September). Bundeskanzler Adenauer und Israels Außenminister Moshe Sharett unterzeichnen ein Wiedergutmachungsabkommen über 3,5 Milliarden D-Mark — ein historischer Akt deutsch-israelischer Aussöhnung.
  • Erste „Tagesschau" (26. Dezember, Hamburg). Die ARD strahlt ihre Nachrichtensendung erstmals aus — der Beginn der bis heute wichtigsten deutschen Nachrichtensendung.
  • Rückkehr zu Olympischen Sommerspielen (Juli/August, Helsinki). Nach dem Ausschluss von 1948 nimmt die Bundesrepublik mit 205 Athletinnen und Athleten wieder teil — die sportliche Wiederaufnahme in die Weltgemeinschaft.
  • Nobelpreis für Streptomycin (Verkündung 23. Oktober, Verleihung 10. Dezember, Stockholm). Der US-Mikrobiologe Selman Waksman erhält den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung des Streptomycins — des ersten wirksamen Antibiotikums gegen Tuberkulose, das weltweit Millionen Leben rettet.
  • Mercedes-Benz siegt in Le Mans (14./15. Juni). Mit einem Doppelsieg des neuen 300 SL (Hermann Lang/Fritz Rieß vor Theo Helfrich/Helmut Niedermayr) kehrt die deutsche Automobilindustrie nach 22 Jahren Pause siegreich auf die internationale Rennstrecke zurück.
  • DEFA-Film „Roman einer jungen Ehe" startet (18. Januar, Berlin). Kurt Maetzigs in den Babelsberger DEFA-Studios im neuen Bezirk Potsdam entstandenes Ehedrama über ein durch die deutsche Teilung auseinandergerissenes Paar wird zu einem der meistbeachteten DEFA-Filme des Jahres — ein Aufmerksamkeitserfolg für die Filmstadt vor den Toren Potsdams.

DAS WETTER · 1952 in der Mark

An diesem 13. Juli war es in der Mark ein warmer Sommertag: Höchstwert 24,1 °C, in der Nacht 11,6 °C; kein Tropfen Regen fiel, die Sonne zeigte sich rund 14,7 Stunden.

Das Jahr über: Im Mittel 8,2 °C — rund 0,6 Grad unter dem langjährigen Potsdamer Mittel (~8,8 °C). Wärmster Tag 35 °C am 2. Juli, kältester −10 °C am 2. Dezember. 6 Hitzetage (≥30 °C), 20 Eistage (Dauerfrost); Jahresniederschlag rund 547 mm.

Ein sonnenreicher, aber im Mittel eher kühler Sommer.

(Messwerte der Säkularstation Potsdam, rund 30 km nördlich von Luckenwalde — die nächstgelegene durchgehend messende Station; Quelle: Meteostat / DWD.)

DIE HITS DES JAHRES · Top 20 1952

Amtliche Musikcharts gab es in Deutschland erst ab 1959. Diese Liste versammelt die 20 populärsten Schlager und Lieder des Jahres — rekonstruiert aus Notenabsatz, Rundfunk und Filmerfolg, keine offizielle Rangfolge.

  1. Addio, Donna Grazia — Vico Torriani
  2. Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein — René Carol
  3. Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere — Peter Alexander & Leila Negra
  4. Die weiße Hochzeitskutsche — Renée Franke & Detlev Lais
  5. Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise — Hans Albers
  6. Das ist nichts für kleine Mädchen — Rita Paul
  7. Schütt' die Sorgen in ein Gläschen Wein — Willy Schneider
  8. Die Fischerin vom Bodensee — Friedel Hensch und die Cyprys
  9. Das machen nur die Beine von Dolores — Gerhard Wendland
  10. Übers Jahr, wenn die Kornblumen blühen — Friedel Hensch und die Cyprys
  11. Der alte Seemann kann nachts nicht schlafen — Liselotte Malkowsky
  12. Ich hab' mich so an dich gewöhnt — Bully Buhlan
  13. Tante Hedwig — Heinz Erhardt
  14. Der Südwind, der weht — Lonny Kellner, Maria Mucke, Lucie Schulz & Klaus Gross
  15. Es wird ja alles wieder gut — Horst Winter
  16. Ich zähl's mir an den Knöpfen ab — Rita Paul
  17. Liebe ist ja nur ein Märchen — Detlev Lais
  18. Bei mir zu Haus — Heinz Woezel
  19. Domino — Vico Torriani
  20. Mademoiselle de Paris — Lale Andersen

Quellen: Schlager-Chroniken (musikhimmel.de · spectre-media.com · was-war-wann.de) — rekonstruierte Popularität, kein amtliches Ranking.

Lokalteil Kiel / Schleswig-Holstein

Die Ostseehalle ist fertig ausgebaut

Die Ostseehalle im Kuhbergviertel hat ihren Endausbau erreicht: Mit dem 1. März ist die Halle fertiggestellt und bietet jetzt 9000 Sitzplätze.

Die Ratsversammlung beschloss den Bau 1950, am 10. November 1950 begannen die Arbeiten nach den Plänen des Architekten Wilhelm Neveling. Das Richtfest folgte am 30. April 1951. Zur Kieler Woche, am 17. Juni 1951, wurde der erste Bauabschnitt in Anwesenheit der Landesregierung und des Vizekanzlers Franz Blücher eingeweiht, am 2. September 1951 war der zweite Bauabschnitt mit 5000 Sitzplätzen so weit.

Für die Konstruktion der Halle wurde das Stahlgerüst einer Flugzeughalle des Seefliegerhorstes List auf Sylt wiederverwendet; die städtische Kieler Material-Beschaffungs GmbH hatte es um 1948 für 80 000 Mark gekauft und abbauen lassen.

Emil Nolde erhält den ersten Kieler Kulturpreis

Die Stadt Kiel hat in diesem Jahr einen Kulturpreis gestiftet, und der erste Preisträger ist der Maler Emil Nolde. Die Verleihung am 23. Juni fiel in die 58. Kieler Woche, die vom 22. bis zum 29. Juni dauerte. Der Preis soll künftig anlässlich der Kieler Woche vergeben werden.

Für Nolde ist es nicht die einzige Ehrung des Jahres: 1952 wurde er auch in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen.

Aus heutiger Sicht

Der Preis wurde seit 1952 fast jedes Jahr vergeben, nur 1957, 1978, 1993, 1995, 1997 und 1999 blieb er aus. 2001 wurde er zum Kultur- und Wissenschaftspreis der Stadt Kiel, der fortan im jährlichen Wechsel für Kultur und Wissenschaft vergeben wurde.

Das Bellevue wird Jugendherberge

Die Jugendherberge Bellevue am Düsternbrooker Weg 178
Das Haus am Düsternbrooker Weg 178, Aufnahme vom August 1963 (Friedrich Magnussen, Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 de)

Die britische Besatzungsmacht hat das Hotel Bellevue am Düsternbrooker Weg am 1. April aufgegeben. Sie zieht sich auf eine Kontrollfunktion zurück und verringert ihren Personalbestand in Kiel erheblich. Das Haus hatte die NAAFI, die britische Einrichtung für Truppenbetreuung, als Club für gehobene Ansprüche betrieben; im November 1945 kam der „W.O.'s and Sergeants' Club“ für Unteroffiziere hinzu, und ein kleiner Fährbetrieb verband es mit den britischen Kasernen in Holtenau.

Das Hotel stammt von 1869; seit 1905 gehört es der Stadt Kiel, die es vergrößerte und auf 63 Logierzimmer brachte. Im Zweiten Weltkrieg wohnten hier 400 angehende Marineärzte, die Gaststätte wurde zerstört. Nun dient das Haus als Jugendherberge der Stadt Kiel.

Während der Kieler Woche hat Bundespräsident Theodor Heuss die erste Kieler Jugendherberge der Nachkriegszeit am Düsternbrooker Weg 178 eröffnet.

Aus heutiger Sicht

Das Gebäude brannte am 21. November 1963 aus und wurde 1964 abgerissen. Zu den olympischen Segelwettbewerben 1972 entstand an seiner Stelle das Hotel Maritim-Bellevue.

Aus dem Olympiaheim wird das Haus Weltclub

Das Haus Weltclub am Hindenburgufer
Das Haus Weltclub am Hindenburgufer 76–77, Aufnahme von 1952 (Gerhardt Fabritz, Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0)

Am Hindenburgufer ist am 27. Juni das Haus Weltclub eröffnet worden, Studentenwohnheim und Gästehaus des Instituts für Weltwirtschaft. Den Grundstein hatte man am 2. Februar gelegt.

Das Gebäude hat eine Vorgeschichte: 1936 entstand es als Olympiaheim, als Teil des Olympischen Dorfes der Segelwettbewerbe. Im Zweiten Weltkrieg wurde es teilweise zerstört. Die Kieler Architekten Otto Schnittger und Ernst Stoffers haben es nun in veränderter Form wiederaufgebaut.

Institutsdirektor ist seit 1948 Fritz Baade; den Betrieb führt Edith Baade als Prokuratorin.

KURZ NOTIERT · Kiel 1952

  • 8. Januar — Bei Karstadt in der Holstenstraße beginnt der Wiederaufbau des zweiten und dritten Stockwerks.

  • 11. Februar — Grundsteinlegung für den Neubau der Gelehrtenschule an der Feldstraße.

  • 12. Februar — Die „Passat“, bei den Howaldtswerken zum Segelschulschiff umgebaut und mit einem 900-PS-Dieselmotor von Krupp versehen, geht unter Kapitän Hermann Heuer mit 54 Kadetten von Brake aus nach Südamerika in See.

  • 5. März — Im Schloßhof in der Holtenauer Straße eröffnet die erste Milchbar; am 10. April folgt dort das Metro-Kino mit 1004 Plätzen, dem größten Kino Kiels.

  • 2. Mai — Die neu gebaute Werftstraße in Gaarden wird für den Verkehr freigegeben.

  • 9. Juli — Der Ortsverband Kiel des Technischen Hilfswerks wird gegründet.

  • 18. November — Richtfest für das neue Sendegebäude der Küstenfunkstelle Kiel Radio.

RUND UM DIE FÖRDE · 1952

  • 8. März, Bornhöved — Auf der drei Kilometer langen staatseigenen Zweigstrecke von Bornhöved nach Trappenkamp, dem früheren Marine-Sperrwaffenarsenal, in dem nun Vertriebene siedeln, endet der Personenverkehr; die Kleinbahn Kiel–Segeberg bedient die Strecke weiter im Güterverkehr.
  • 25. April, Lütjenburg — Die Stadtflagge wird genehmigt: blauer Grund mit schmalem Silberstreifen oben und unten, dazu die silberne Burg aus dem Stadtwappen.

SPORT AN DER FÖRDE · 1952

  • Holstein Kiel — In der Oberliga Nord 1951/52 belegt Holstein Platz 5 von 16: 30 Spiele, 15 Siege, 4 Unentschieden, 11 Niederlagen, 65:54 Tore, 34:26 Punkte. Meister wird der Hamburger SV mit 45:15 Punkten.
  • Holstein Kiel — Präsident Hermann T. Langness, seit 1949 im Amt, gibt sein Amt 1952 ab.
  • THW Kiel — Die Handballer werden bei der Hallenhandball-Endrunde am 23. und 24. Februar in der Dortmunder Westfalenhalle Vierte; im Halbfinale unterliegen sie der SV Polizei Hamburg mit 4:12, das Spiel um Platz drei verlieren sie 8:11 gegen den RSV Mülheim. Die Feldhandball-Endrunde verpassen die Zebras, die 1948 und 1950 Deutscher Meister geworden waren.
  • Leichtathletik — Dorothea Kress von Holstein Kiel gewinnt bei den Deutschen Meisterschaften Bronze im Kugelstoßen und startet bei den Olympischen Spielen in Helsinki, wo sie am 26. Juli den 11. Platz belegt.

DAS WETTER · 1952 in Kiel

An diesem 13. Juli war es an der Förde ein kühler Julitag: Höchstwert 18,4 °C, Tiefstwert 11,9 °C, Tagesmittel 15,1 °C. Es fielen 1,4 mm Regen, die Sonne schien rund 1,4 Stunden.

Das Jahr über: Im Mittel 8,0 °C. Wärmster Tag 32,5 °C am 2. Juli, kältester Tiefstwert −8,5 °C am 2. Dezember. 1 Hitzetag (≥30 °C), 6 Sommertage (≥25 °C), 11 Eistage (Dauerfrost) und 86 Frosttage. Jahresniederschlag 760 mm, Sonnenscheindauer 1602 Stunden.

(Messwerte der DWD-Station Kiel-Kronshagen. Quelle: DWD Climate Data Center.)