DER CHRONIST

Ein Jahr der Erschütterungen: Ein Schuss in Berlin entzündet den Widerstand einer ganzen Generation, ein Krieg im Nahen Osten verschiebt in sechs Tagen die Landkarte einer Weltregion, und ein Feuer auf einer Startrampe in Florida reißt drei amerikanische Astronauten aus dem Leben. In Griechenland stürzen Obristen die Demokratie, in Nigeria bricht ein Bürgerkrieg aus, dessen humanitäres Ausmaß sich erst in den Folgejahren zeigen wird, und in amerikanischen Großstädten brennen im „langen, heißen Sommer" ganze Straßenzüge nieder. Zugleich feiert die Welt in Montreal ihre Zukunftsgläubigkeit, schaltet in Berlin das Farbfernsehen ein und erlebt in Kapstadt einen medizinischen Durchbruch, der die Grenzen des Machbaren verschiebt. Auch das Ruhrgebiet spürt, dass der Wiederaufbau der Nachkriegsjahre kein Naturgesetz war: Mit der Zeche Graf Schwerin schließt in Castrop-Rauxel ein Jahrhundertwerk des Bergbaus für immer.

Die Schlagzeilen des Jahres

Student Benno Ohnesorg stirbt bei Demonstration gegen Schah-Besuch

Gedenktafel für den 1967 getöteten Studenten Benno Ohnesorg in Berlin
Gedenktafel für den 1967 getöteten Studenten Benno Ohnesorg in Berlin (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Vom 27. Mai bis zum 4. Juni bereist der persische Schah Mohammad Reza Pahlavi mit seiner Frau Farah die Bundesrepublik — Stationen sind unter anderem Bonn, Köln, Aachen, Jülich, Rothenburg, München, Kiel und Hamburg, ehe der Tross am 2. Juni West-Berlin erreicht. Begleitet wird der Besuch von rund 150 iranischen Staatsangehörigen, die der Geheimdienst SAVAK eigens eingeflogen hat: Als „Jubelperser" posieren sie mit Fähnchen und Schah-Porträts als begeisterte Anhänger, tragen unter den Mänteln jedoch Knüppel, Totschläger und Eisenstangen verborgen und gehen damit — von der Berliner Polizei weitgehend geduldet — gegen friedliche Gegendemonstranten vor. Am Abend besuchen der Schah, Bundespräsident Heinrich Lübke und der Regierende Bürgermeister Heinrich Albertz eine Aufführung der „Zauberflöte" in der Deutschen Oper; vor dem Haus eskaliert die Lage. Der 26-jährige Student Benno Ohnesorg, der an seiner allerersten Demonstration teilnimmt, wird im Hinterhof der Krummen Straße 66 von dem Zivilpolizisten Karl-Heinz Kurras aus nächster Nähe in den Hinterkopf geschossen. Der unbewaffnete Ohnesorg stirbt noch im Rettungswagen. Am 8. Juni überführt ein Trauerzug von rund 15.000 Begleitern seinen Sarg von der Freien Universität zum Grenzübergang Dreilinden; die DDR öffnet für die gut 200 schwarz beflaggten Fahrzeuge ausnahmsweise ungehindert die Kontrollstelle Drewitz, sodass die Kolonne über die Transitautobahn direkt in Ohnesorgs Heimatstadt Hannover weiterfahren kann, wo ihn am 9. Juni rund 10.000 Studierende zu Grabe tragen. Kurras wird am 27. November freigesprochen — ein Urteil, das die Empörung nur vertieft; auch ein Revisionsprozess endet Jahre später mit Freispruch. Erst 2009 fördern die Stasi-Unterlagen- Forscher Helmut Müller-Enbergs und Cornelia Jabs zutage, dass Kurras unter dem Decknamen „Otto Bohl" jahrelang als inoffizieller Mitarbeiter der Stasi und sogar als SED-Mitglied geführt wurde — ein direkter Auftrag des DDR-Geheimdienstes zum Schuss gilt Historikern jedoch als ausgeschlossen. Der Tod des Studenten wird zum Fanal der westdeutschen Studentenbewegung und der Außerparlamentarischen Opposition (APO). Auch im Ruhrgebiet, nur wenige Kilometer von Castrop-Rauxel entfernt, schlägt die Nachricht ein: An der jungen Ruhr-Universität Bochum versammeln sich rund 1.500 Studenten zu einer vom AStA organisierten Kundgebung, am 8. Juni folgt eine Trauerfeier für Ohnesorg in der Mensa. Die Ruhr Nachrichten, die auch in Castrop-Rauxel gelesen werden, berichten in jenen Tagen ausführlich: Die Proteste im Revier bleiben 1967 noch friedlich, doch die Unruhe ist gesät.

Sechstagekrieg verschiebt die Landkarte des Nahen Ostens

Karte des Sechstagekriegs von 1967
Karte des Sechstagekriegs von 1967 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Vorausgegangen war eine Zuspitzung, die sich seit Mitte Mai überschlug: Am 17. Mai verlangt Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser den Abzug der seit 1957 zur Friedenssicherung stationierten UN-Truppe UNEF vom Sinai, UN-Generalsekretär U Thant gibt dem Drängen nach. Am 22. Mai lässt Nasser die Straße von Tiran für israelische Schiffe sperren — für Israel de facto die Abriegelung vom Roten Meer und seiner Ölzufuhr — und lässt rund 100.000 Soldaten sowie etwa 1.000 Panzer am Sinai aufmarschieren, flankiert von Beistandspakten mit Jordanien und Syrien. In Israel übernimmt der zuvor zögernde Moshe Dayan das Verteidigungsministerium, Ministerpräsident Levi Eshkol ordnet unter dem Druck von Generalstabschef Yitzhak Rabin die Mobilmachung an. Mit der „Operation Fokus", einem Präventivschlag der israelischen Luftwaffe gegen ägyptische Flugplätze, beginnt am frühen Morgen des 5. Juni der Sechstagekrieg zwischen Israel und seinen Nachbarn Ägypten, Jordanien und Syrien — binnen weniger Stunden wird der Großteil der ägyptischen Luftwaffe am Boden zerstört. Binnen weniger Tage erobert Israel den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland samt Ostjerusalem und — nach einem erst am 9. Juni von Dayan erteilten Angriffsbefehl — die Golanhöhen. Israel beklagt rund 800 gefallene Soldaten und 19 verlorene Flugzeuge, die Verluste auf ägyptischer, jordanischer und syrischer Seite liegen um ein Vielfaches höher. Am 10. Juni schweigen die Waffen; am 22. November verabschiedet der UN-Sicherheitsrat die Resolution 242, die erstmals die Formel „Land für Frieden" festschreibt — zurück bleibt eine Neuordnung des Nahen Ostens, deren Folgen den Konflikt bis heute prägen.

Aus heutiger Sicht

Die westdeutsche Presse feiert Israels Sieg in jenen Junitagen auffällig emotional und greift dabei wiederholt zu Wehrmachts-Vokabular — von „Rommel und seinem Schüler Dajan" bis zum „Blitzsieg". Historiker deuten das Muster später als Schuldabwehr: Die Identifikation mit den Überlebenden verwischt die Täter-Opfer-Grenze, während die eigene NS-Vergangenheit unverarbeitet bleibt — veröffentlichte Begeisterung neben verdrängter Erinnerung.

Willy Brandt schaltet das Farbfernsehen ein

Ein Farbfernseher von 1967 — Brandt schaltet das Farbfernsehen ein
Ein Farbfernseher von 1967 — Brandt schaltet das Farbfernsehen ein (Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5)

Grundlage des neuen Bildes ist das PAL-Verfahren (Phase Alternating Line), das der Telefunken-Ingenieur Walter Bruch in den frühen 1960er Jahren im Hannoveraner Grundlagenlabor entwickelt und am 3. Januar 1963 erstmals der Europäischen Rundfunkunion in Genf vorgestellt hatte — ein deutscher Gegenentwurf zum französischen Konkurrenzsystem SECAM, der sich in weiten Teilen Westeuropas durchsetzen wird. Auf der 25. Großen Deutschen Rundfunk- und Fernsehausstellung in West-Berlin drückt Vizekanzler und Außenminister Willy Brandt am 25. August symbolisch einen roten Knopf und startet damit offiziell das Farbfernsehen in der Bundesrepublik — hinter den Kulissen hatten Techniker das Bild allerdings bereits Sekunden zuvor auf Farbe umgeschaltet, sodass Brandts Knopfdruck genaugenommen nur noch symbolischen Charakter besitzt. Landesweit sind zu diesem Zeitpunkt gerade einmal rund 6.000 Farbgeräte angemeldet, während 14 Millionen Fernsehteilnehmer vorerst weiter schwarzweiß sehen — ein Farbgerät kostet mit rund 2.000 Mark noch ein kleines Vermögen, mehr als ein durchschnittlicher Monatslohn. Als erste Sendung in Farbe läuft am Abend „Der goldene Schuß" mit Vico Torriani im ZDF. Der große Farbboom lässt noch Jahre auf sich warten — die Massenverbreitung in den Wohnzimmern der Republik, auch im Ruhrgebiet, setzt erst in den 1970er Jahren ein —, doch der Anfang ist gemacht.

Aus heutiger Sicht

Der rote Knopf, den Brandt an jenem Tag drückte, war reine Inszenierung — ein nervöser Techniker hatte das Signal schon Sekunden zuvor auf Farbe umgeschaltet. Für die 14 Millionen Zuschauer mit Schwarzweiß-Gerät änderte sich an diesem historischen Tag ohnehin nichts: Ihr Bild blieb grau, ein treffendes Bild für die Kluft zwischen Fortschritts-Inszenierung und tatsächlicher Verbreitung.

Landtagswahl Niedersachsen: Große Koalition hält, NPD erstmals im Landtag

Wahlplakate von SPD, NPD und FDP nebeneinander am Oslo-Kai in Kiel
Wahlplakate von SPD, NPD und FDP nebeneinander am Oslo-Kai in Kiel zur Landtagswahl Schleswig-Holstein (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 DE)

Am 4. Juni wählt Niedersachsen einen neuen Landtag, und das mit rund 4,76 Millionen Wahlberechtigten größte Land unter den Wahlterminen dieses Jahres bestätigt den Bonner Kurs im Kleinen: Die seit 1965 amtierende Koalition aus SPD und CDU unter Ministerpräsident Georg Diederichs bleibt im Amt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 75,8 Prozent. Die SPD verteidigt mit 43,1 Prozent knapp Platz eins vor der CDU mit 41,8 Prozent, die FDP kommt auf 6,9 Prozent. Erstmals zieht mit 7,0 Prozent auch die rechtsgerichtete NPD in den Landtag in Hannover ein und stellt künftig zehn Abgeordnete — ebenso viele wie die Liberalen.

Niedersachsen steht damit nicht allein: Im Laufe des Jahres 1967 zieht die NPD, nach ersten Achtungserfolgen 1966 in Hessen und Bayern, im April auch in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein und im Oktober in Bremen in den jeweiligen Landtag ein. In Bonn regiert seit Dezember 1966 die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD unter Kanzler Kurt Georg Kiesinger, die der Opposition im Bundestag nur noch die kleine FDP-Fraktion lässt. Beobachter sehen in den NPD-Erfolgen wie in den Studentenprotesten dieses Jahres zwei Seiten derselben Unruhe: Rechts wie links formiert sich außerhalb der etablierten Bahnen neuer Widerspruch gegen ein Bonn, in dem Regierung und Opposition kaum noch zu unterscheiden sind.

Die übrigen Wahlgänge des Jahres:

  • Berlin, 12. März — SPD 56,9 %, CDU 32,9 %, FDP 7,1 %. Die Sozialdemokraten verteidigen die absolute Mehrheit; nach dem Rücktritt von Heinrich Albertz im Zuge der Unruhen um den Tod Benno Ohnesorgs wählt das Abgeordnetenhaus am 19. Oktober Klaus Schütz zum neuen Regierenden Bürgermeister.
  • Rheinland-Pfalz, 23. April — CDU 46,7 %, SPD 36,8 %, NPD 6,9 %. Ministerpräsident Peter Altmeier (CDU) setzt die Koalition mit der FDP fort.
  • Schleswig-Holstein, 23. April — CDU 46,0 %, SPD 39,4 %, NPD 5,8 %. Ministerpräsident Helmut Lemke (CDU) bleibt im Amt; die NPD zieht mit vier Sitzen erstmals in den Kieler Landtag ein.
  • Volkskammerwahl (DDR), 2. Juli — Einheitsliste der Nationalen Front, amtlich 99,93 % Ja-Stimmen bei einer amtlich gemeldeten Beteiligung von 98,82 %. Eine Alternative zur Einheitsliste steht nicht zur Wahl.
  • Bremen, 1. Oktober — SPD 46,0 %, CDU 29,5 %, NPD 8,8 %. Die SPD verliert die absolute Mehrheit, regiert aber unter dem neuen Bürgermeister Hans Koschnick mit der FDP weiter.
Aus heutiger Sicht

Meinungsforscher hatten der NPD im Winter vor der Niedersachsen-Wahl bis zu 15 Prozent vorausgesagt, am Ende wurden es 7 — Kommentatoren zogen dennoch vorschnelle Parallelen zur Weimarer Republik. Real wächst die Partei 1967 dennoch, von 18.000 auf 38.000 Mitglieder, ein Aufstieg, der erst 1969 mit dem knappen Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde im Bundestag ein Ende findet.

Erste Herztransplantation der Welt in Kapstadt

Christiaan Barnard, der 1967 die erste Herztransplantation vornimmt
Christiaan Barnard, der 1967 die erste Herztransplantation vornimmt (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 nl)

Im Groote-Schuur-Krankenhaus von Kapstadt verpflanzt der südafrikanische Chirurg Christiaan Barnard in den frühen Morgenstunden des 3. Dezember, unterstützt von seinem Bruder Marius Barnard und einem rund 30-köpfigen OP-Team, dem 54-jährigen Lebensmittelhändler Louis Washkansky — der an Zuckerkrankheit und einem als unheilbar geltenden Herzleiden litt — das Herz der bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzten 25-jährigen Denise Darvall. Die junge Frau war zusammen mit ihrer Mutter Myrtle Ann Darvall auf der Main Road im Kapstädter Stadtteil Observatory beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst worden; die Mutter starb noch am Unfallort, Denise erlitt einen tödlichen Schädelbruch. Auf Drängen von Marius Barnard injiziert das Team ihr Kaliumchlorid, um das Herz für die Entnahme vollständig zum Stillstand zu bringen — ein Vorgehen, das später zu einer bis heute andauernden medizinethischen Debatte über den Zeitpunkt des Hirntods führt. Es ist die erste Herztransplantation von Mensch zu Mensch der Medizingeschichte. Washkansky erwacht nach der Operation bei vollem Bewusstsein und kann sich mit seiner Frau unterhalten, stirbt aber 18 Tage später an einer durch die notwendige Immunsuppression begünstigten Lungenentzündung. Trotz des tragischen Ausgangs gilt der Eingriff als Beginn einer neuen Ära der Transplantationsmedizin: Bereits Barnards zweiter Patient, der Zahnarzt Philip Blaiberg, operiert im Januar 1968, übersteht die Transplantation um rund anderthalb Jahre.

Kohlekrise erreicht Castrop-Rauxel: Zeche Graf Schwerin schließt für immer

Die Schachtanlage der Zeche Graf Schwerin in Castrop-Rauxel
Die Schachtanlage der Zeche Graf Schwerin in Castrop-Rauxel (Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Die Kohlekrise trifft 1967 auch Castrop-Rauxel mit voller Wucht. Ausgelöst wurde sie durch den Siegeszug billigen Erdöls aus arabischen und südamerikanischen Förderländern sowie des Erdgases, gegen die die heimische Steinkohle — zu rund 80 Prozent aus dem Ruhrgebiet gefördert — zunehmend nicht mehr konkurrieren kann; die erste Rezession der jungen Bundesrepublik 1966/67 verschärft den Absatzeinbruch zusätzlich. Die Zeche Graf Schwerin, deren Gewerkschaft 1872 gegründet worden war und deren Schacht 1 zwischen 1872 und 1875 mit einem markanten Malakow-Förderturm abgeteuft wurde, hatte seit 1878 durchgehend Kohle gefördert. 1919 übernahm die Bergbau-AG Lothringen die Mehrheit an der Gewerkschaft; 1960 wurden die Aufbereitungsanlagen auf Graf Schwerin 1/2 und 3/4 stillgelegt und die Förderkohle fortan über Tage zur Schwesterzeche Lothringen in Bochum-Gerthe transportiert. Seit 1961 firmierten beide Anlagen als Verbundbergwerk Lothringen/Graf Schwerin — seit dem 19. Jahrhundert einer der großen Arbeitgeber der Stadt Castrop-Rauxel —, das 1967 endgültig die Förderung einstellt; nur die zugehörige Kokerei bleibt unter der späteren Ruhrkohle AG noch bis 1975 in Betrieb. Die Schließung reiht sich ein in das große Zechensterben im Ruhrgebiet: Allein zwischen 1958 und 1964 hatten bereits mehr als 27 Zechen für immer geschlossen, über 53.000 Arbeitsplätze gingen verloren. Am 21. Oktober demonstrieren im benachbarten Dortmund-Huckarde über 15.000 Bergleute gegen die geplante Stilllegung der Zechen Hansa und Pluto — auch NRW-Ministerpräsident Heinz Kühn nimmt teil. Als politische Antwort auf das Sterben ganzer Zechenstandorte bündeln sich die noch verbliebenen großen Bergbaugesellschaften, die zusammen 80 Prozent der Ruhrförderung bestreiten, im Folgejahr — am 27. November 1968 — zur Ruhrkohle AG; doch für Castrop-Rauxel bedeutet der Strukturwandel schon 1967: Der Bergbau, jahrzehntelang Rückgrat der Stadt, hat seine Zukunft hinter sich.

Aus heutiger Sicht

Stabilitätsgesetz und „Konzertierte Aktion" von 1967 werden als kurze konjunkturelle Delle verkauft, die sich mit Konjunkturprogrammen rasch überwinden lasse — für die Gesamtwirtschaft trifft das ab 1968 auch zu, für den Ruhrbergbau nicht. Das Zechensterben von 1967/68 ist erst der Anfang eines vier Jahrzehnte währenden, unumkehrbaren Strukturwandels.

Feuertod der Apollo-1-Besatzung auf der Startrampe

Die verkohlte Kommandokapsel von Apollo 1 nach dem Brand
Die verkohlte Kommandokapsel von Apollo 1 nach dem Brand (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Beim ersten großen Rückschlag des amerikanischen Mondprogramms kommen am 27. Januar 1967 auf dem Startkomplex 34 der Cape Canaveral Air Force Station in Florida die drei Astronauten Virgil „Gus" Grissom, Edward White und Roger Chaffee ums Leben. Bei einem Bodentest, dem sogenannten „Plugs-Out-Test", sitzen sie bereits seit dem frühen Nachmittag angeschnallt in der Kommandokapsel von Apollo 1, die — wie damals üblich — mit reinem Sauerstoff unter Überdruck gefüllt ist. Gegen 18:31 Uhr Ortszeit meldet vermutlich Chaffee Feuer im Cockpit; binnen Sekunden breitet sich der Brand explosionsartig aus, ausgelöst wahrscheinlich durch einen Kurzschluss in schadhaften, teflonisolierten Kabeln. Die nach innen öffnende Luke lässt sich gegen den rapide steigenden Kapseldruck nicht mehr öffnen; das Bodenpersonal kämpft sich erst nach mehreren Minuten durch dichten Rauch zur Kapsel vor — da sind die drei Männer bereits erstickt. Die NASA setzt das gesamte bemannte Programm für rund 21 Monate aus und lässt Kapsel, Luken und Raumanzüge grundlegend überarbeiten: eine nach außen öffnende Schnellöffnungsluke, schwer entflammbare Materialien statt des zuvor verwendeten Nylons und ein Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch am Boden ersetzen die zuvor tödlich unterschätzten Risiken. Erst im Oktober 1968 startet mit Apollo 7 wieder eine bemannte Mission — der Weg zur Mondlandung 1969 führt über den Schock jener Januarnacht von Cape Canaveral.

Militärputsch der Obristen in Griechenland

Pressefoto von Oberst Georgios Papadopoulos, dem Anführer der griechischen Militärjunta, 1967
Pressefoto von Oberst Georgios Papadopoulos, dem Anführer der griechischen Militärjunta, 1967 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

In der Nacht zum 21. April 1967 übernimmt in Griechenland eine kleine Gruppe rechtsgerichteter Offiziere um Oberst Georgios Papadopoulos und Generalleutnant Stylianos Pattakos die Macht in Athen — unter Ausnutzung eines eigentlich für den Verteidigungsfall vorgesehenen NATO-Notfallplans, des sogenannten „Prometheus-Plans". Panzer besetzen strategische Punkte der Hauptstadt, Rundfunkstationen und Ministerien werden eingenommen, während die Bevölkerung erst am folgenden Morgen per Radioansage von der Machtübernahme erfährt. Binnen weniger Tage sind mehrere Tausend Oppositionelle, Politiker und Intellektuelle verhaftet und teils auf die Gefängnisinsel Gyaros deportiert. König Konstantin II. verweigert zunächst die Unterschrift unter die Aufhebung der Bürgerrechte, beugt sich aber nach Verhandlungen mit den Putschisten und vereidigt eine von den Militärs gelenkte Regierung unter Konstantinos Kollias. Die neuen Machthaber setzen große Teile der Verfassung außer Kraft, verhängen Zensur und Ausnahmezustand und errichten ein Foltersystem gegen politische Gegner. Ein Gegenputschversuch des Königs im Dezember 1967 scheitert; Konstantin flieht ins Exil nach Rom, während die Militärdiktatur der „Obristen" bis 1974 andauert — ein sieben Jahre währender autoritärer Rückschritt mitten in Westeuropa und im NATO-Bündnis, das Griechenland damit angehört.

Nigerianischer Bürgerkrieg beginnt: Biafra hatte im Mai die Unabhängigkeit erklärt

General Yakubu Gowon, der die nigerianischen Regierungstruppen gegen Biafra befehligte
General Yakubu Gowon, der die nigerianischen Regierungstruppen gegen Biafra befehligte (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Nach jahrelangen Spannungen zwischen dem mehrheitlich christlichen Volk der Igbo im Südosten Nigerias und der von Muslimen dominierten Zentralregierung ruft Militärgouverneur Chukwuemeka Odumegwu Ojukwu am 30. Mai 1967 die Unabhängigkeit der ölreichen Ostregion als Republik Biafra aus. Vorausgegangen waren Pogrome, bei denen im Vorjahr Zehntausende Igbo im Norden des Landes ermordet oder zur Flucht in ihre Heimatregion gezwungen worden waren, sowie eine kurz zuvor verfügte Neuordnung der Bundesstaaten, die die ergiebigen Erdölvorkommen des Nigerdeltas bewusst außerhalb der Kontrolle Biafras beließ. In den frühen Morgenstunden des 6. Juli 1967 überschreiten Truppen der nigerianischen Zentralregierung unter General Yakubu Gowon die Grenze zu Biafra — der Beginn eines Bürgerkriegs, der mehr als zweieinhalb Jahre dauern und, verschärft durch eine von nigerianischer Seite verhängte Hungerblockade, nach Schätzungen bis zu zwei Millionen Menschenleben fordern wird, die meisten davon Hungertote unter der Zivilbevölkerung Biafras. Bilder verhungernder Kinder gehen ab 1968 um die Welt und lösen eine der ersten großen internationalen humanitären Hilfskampagnen der Nachkriegszeit aus — auch in der Bundesrepublik sammeln Kirchen und private Initiativen Spenden für Biafra. 1967 aber steht noch der militärische Auftakt: ein Konflikt, dessen humanitäre Dimension sich erst in den beiden Folgejahren voll entfalten wird.

„Long, Hot Summer": Schwere Rassenunruhen in Newark und Detroit

Polizisten vor dem Algiers-Motel-Anbau in Detroit, Juli 1967
Polizisten vor dem Algiers-Motel-Anbau in Detroit, wo während der Unruhen drei Jugendliche erschossen wurden, Juli 1967 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Im „langen, heißen Sommer" 1967 erschüttern landesweit über 150 Rassenunruhen amerikanische Städte — am schwersten trifft es Newark und Detroit. In Newark, New Jersey, eskaliert am Abend des 12. Juli die Festnahme des schwarzen Taxifahrers John Smith durch zwei weiße Polizisten zu tagelangen Ausschreitungen, nachdem sich das Gerücht verbreitet, der Mann sei in Polizeigewahrsam zu Tode gekommen; bis zum 17. Juli werden mindestens 26 Menschen getötet, Hunderte verletzt und rund 1.400 Personen festgenommen, während die von Gouverneur Richard J. Hughes entsandte Nationalgarde die Stadt mit Panzern besetzt. Nur elf Tage später, am 23. Juli, räumt die Polizei in Detroit, Michigan, eine unlizenzierte Kneipe („Blind Pig") an der Kreuzung Clairmount Avenue/12th Street, in der 82 Afroamerikaner die Heimkehr von Vietnam-Veteranen feiern — die harte Razzia entlädt sich in fünf Tagen der schwersten Unruhen der US-Geschichte seit Jahrzehnten: 43 Tote, 1.189 Verletzte, rund 7.000 Festnahmen. Gouverneur George Romney mobilisiert die Nationalgarde, Präsident Lyndon B. Johnson entsendet zusätzlich rund 4.700 Fallschirmjäger der 82. US-Luftlandedivision. Als Reaktion setzt Johnson noch im Sommer die Kerner-Kommission ein, die 1968 „weiße Diskriminierung und weiße Gleichgültigkeit" als eigentliche Ursachen benennt und vor einer Spaltung der USA „in zwei Gesellschaften, eine schwarze und eine weiße" warnt.

Weltausstellung Expo 67 in Montreal eröffnet

Die geodätische Kuppel des US-Pavillons auf der Expo 67 in Montreal, 1967
Die geodätische Kuppel des US-Pavillons auf der Expo 67 in Montreal, 1967 (Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0)

Am 27. April 1967 eröffnet in Montreal vor über 7.000 geladenen Gästen und einem weltweiten Fernsehpublikum von schätzungsweise 700 Millionen Menschen die Weltausstellung Expo 67 — die zentrale Feier zum hundertjährigen Bestehen des kanadischen Bundesstaates. Unter dem an Antoine de Saint-Exupérys Buch „Terre des hommes" angelehnten Motto „Der Mensch und seine Welt" verwandelt sich die im Sankt-Lorenz-Strom aufgeschüttete Île Notre-Dame samt der erweiterten Île Sainte-Hélène in ein Schaufenster der Zukunft: Die geodätische Kuppel des amerikanischen Pavillons nach einem Entwurf von Richard Buckminster Fuller — die spätere „Biosphère" — wird zum Wahrzeichen der Schau, ebenso der von Moshe Safdie entworfene modulare Wohnkomplex „Habitat 67" aus Hunderten übereinandergestapelten Betonwürfeln. Der sowjetische Pavillon zieht mit rund 13 Millionen Besuchen mehr Publikum an als jeder andere, während der westdeutsche Pavillon mit seiner von Frei Otto mitentworfenen, spektakulären Zeltdachkonstruktion die neue Leichtigkeit bundesdeutscher Architektur demonstriert — nur 22 Jahre nach Kriegsende ein bewusst gesetztes Zeichen der Weltoffenheit. Bis zum Ende der Ausstellung am 29. Oktober zählen die Veranstalter über 50 Millionen Besuche und übertreffen damit alle Erwartungen; für Kanada wird die Expo 67 zum bis heute nachwirkenden Symbol nationalen Selbstbewusstseins.

FC Bayern gewinnt seinen ersten europäischen Titel

Empfang der FC-Bayern-Mannschaft nach dem Europapokalsieg in der Bayerischen Landesvertretung Bonn
Empfang der FC-Bayern-Mannschaft nach dem Europapokalsieg in der Bayerischen Landesvertretung Bonn, 9. August 1967 (Bundesarchiv B 145 Bild-F025341-0001, Foto Detlef Gräfingholt, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 DE)

Im Finale um den Europapokal der Pokalsieger bezwingt der FC Bayern München am 31. Mai in Nürnberg die schottischen Glasgow Rangers nach Verlängerung mit 1:0 — das Siegtor erzielt Franz Roth. Es ist der erste internationale Titel in der Vereinsgeschichte des FC Bayern überhaupt. Am 9. August empfängt Staatsminister Franz Heubl die Meistermannschaft in der Bayerischen Landesvertretung in Bonn — ein Empfang, der dem jungen Titel auch auf Bundesebene Gewicht verleiht.

Chemie-Nobelpreis für Manfred Eigen

Manfred Eigen
Manfred Eigen (Aufnahme von 1996, Göttingen) — kein zeitgenössisches Foto von 1967 verfügbar (Wikimedia Commons, Foto GFHund, CC BY 3.0)

Der Chemie-Nobelpreis 1967 geht zu gleichen Teilen an den Göttinger Manfred Eigen sowie an die Briten Ronald Norrish und George Porter „für die Erforschung extrem schneller chemischer Reaktionen". Eigen, seit 1964 Direktor am Max-Planck-Institut für physikalische Chemie in Göttingen, hatte mit der von ihm entwickelten Relaxationskinetik ein Verfahren geschaffen, mit dem sich erstmals Reaktionsgeschwindigkeiten im Mikro- und Nanosekundenbereich messen lassen — Reaktionen also, die zuvor als zu schnell für jede Messung galten. Die Auszeichnung wird am 10. Dezember in Stockholm verliehen.

Der Brandstifter-Prozess: Fritz Teufel und Rainer Langhans vor Gericht

Fritz Teufel im Gerichtssaal
Fritz Teufel im Gespräch mit seiner Anwältin Dorothea Ridder im Gerichtssaal, 7. Juli 1967 (Wikimedia Commons, Foto Ludwig Binder / Stiftung Haus der Geschichte, CC BY-SA 2.0)

Vor dem Kriminalgericht Berlin-Moabit beginnt am 6. Juli im Saal 500 der Prozess gegen Fritz Teufel und Rainer Langhans von der Kommune 1. Angeklagt sind beide wegen Anstiftung zur Brandstiftung — Anlass ist ein satirisches Flugblatt der Kommune, das als Reaktion auf den Vietnamkrieg zu (fiktiven) Brandanschlägen auf Kaufhäuser aufgerufen hatte. Teufel sitzt zum Prozessauftakt bereits seit dem 2. Juni in Untersuchungshaft — ihm war vorgeworfen worden, bei den Demonstrationen gegen den Schah-Besuch einen Stein geworfen zu haben. Der als „Brandstifter-Prozess" bekannt gewordene Fall endet mit einem Freispruch für beide Angeklagten: Das Gericht sieht das Flugblatt als satirische Kunstform an, nicht als ernstgemeinten Aufruf zur Straftat.

Loriot betritt das Fernsehen: Erstausstrahlung „Cartoon"

Vicco von Bülow, bekannt als Loriot
Vicco von Bülow, bekannt als Loriot (Aufnahme von 1971) — kein Foto vom Sendestart 1967 verfügbar (Wikimedia Commons, Foto Pacific11/Flickr, CC BY 2.0)

Am 5. Februar moderiert Vicco von Bülow, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot, erstmals eine eigene Fernsehsendung: das Cartoon-Magazin „Cartoon" im Bayerischen Rundfunk. Die Sendung stellt Karikaturisten und Zeichentrickfilme vor, garniert mit Loriots eigenen Parodien und seinen inzwischen unverwechselbaren Knollennasen-Figuren. Auch das später legendäre Loriot-Sofa hat hier seinen ersten Auftritt — 1967, im Schwarz-Weiß-Fernsehen, freilich noch grau statt rot.

Aus den Ressorts

AM RANDE NOTIERT

  • Am 9. Oktober wird der Guerillaführer Che Guevara nach seiner Gefangennahme ohne Prozess in Bolivien erschossen — er wird 39 Jahre alt.
  • Am 18. März läuft der Öltanker „Torrey Canyon" vor der Küste Cornwalls auf Grund; die auslaufende Ölpest gilt als eine der schwersten Umweltkatastrophen Großbritanniens und führt später zur internationalen MARPOL-Konvention gegen Schiffsverschmutzung.
  • Von Oktober 1967 bis März 1968 tagt im Saal 300 des Wuppertaler Polizeipräsidiums der spektakuläre „Bialystok-Prozess" gegen 14 frühere Polizeibeamte, die an der Ermordung mehrerer Tausend Juden im besetzten Polen beteiligt waren.
  • Am 8. August gründen Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur und Thailand in Bangkok den Staatenbund ASEAN — ein außenpolitischer Neuanfang für Südostasien mitten im Schatten des Vietnamkriegs.
  • Am 14. Juni tritt das Stabilitätsgesetz in Kraft: Wirtschaftsminister Karl Schiller bündelt darin die Instrumente der „Globalsteuerung" gegen die erste Rezession der jungen Bundesrepublik — eine Antwort auch auf die Krise in den Kohlerevieren.
  • Auch die Castrop-Rauxeler Zeche Erin wechselt 1967 den Besitzer: Der Eschweiler Bergwerks-Verein übernimmt das Bergwerk und ordnet ihm Restfelder der bereits stillgelegten Zechen Lothringen und Graf Schwerin zu — ein weiteres Kapitel im Konzentrationsprozess des Ruhrbergbaus.
  • Nach 107 Jahren Betrieb wird am 31. Oktober im benachbarten Herne die Zeche Shamrock stillgelegt — ein weiterer Fall der Kohlekrise, die das ganze Revier erfasst hat.
  • Die englische Fotomodell-Ikone Twiggy bringt am 16. Februar mit „Twiggy Dresses" ihre eigene Modelinie auf den Markt — Vorbote des Minirock-Trends, der 1967 auch in deutschen Schaufenstern Einzug hält.
  • Herstellerübergreifend einigen sich deutsche Verkehrsbetriebe 1967 auf den „Standard-Bus" — künftig sollen Linienbusse verschiedener Fabrikate nach einheitlicher Norm gebaut werden.

WIRTSCHAFT · 1967

Das Bruttosozialprodukt sinkt 1967 erstmals seit Kriegsende — um 0,2 % —, die erste Rezession der jungen Bundesrepublik. Die Arbeitslosenquote steigt von 0,7 % im Vorjahr auf 2,1 %, im Februar werden bundesweit 674.000 Arbeitslose gezählt. Am 10. Mai verabschiedet der Bundestag das Stabilitätsgesetz, mit dem die Regierung der Krise mit gezielter Konjunktursteuerung begegnen will. Am schärfsten trifft es die Kohlereviere: In Wanne-Eickel sinkt die Zahl der Bergleute von über 14.000 (1957) auf nur noch 4.600, und im Oktober kündigt die Gelsenkirchener Bergwerks-AG die Schließung zweier weiterer Zechen bis Herbst 1968 an.

Der Preisspiegel:

  • Brot (1 kg) — 1,21 DM
  • Bier (0,5 l) — 0,63 DM
  • Kaffee (1 kg) — 16,40 DM
  • Butter (1 kg) — 7,81 DM (Preisstand 1966)
  • Eier (1 Stück) — 0,23 DM (Preisstand 1966)
  • Milch (1 l) — 0,34 DM (Preisstand 1966)

STIMMEN DER PRESSE · 1967

Zum Sechstagekrieg im Nahen Osten meldet sich die westdeutsche Presse auffällig emotional zu Wort:

„Die Welt begann, sich zu erinnern. Deutschland brauchte es nicht. Wir kennen die Gräber in Europa, über die in 25 Jahren kein Gras gewachsen ist. Durch Deutschland ging in jenen Tagen der Bedrohung und des Kriegsbeginns ein Erstarren. […] Wer bis dahin noch glauben mochte, Auschwitz und der Staat der Juden seien zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun hätten, erfuhr jetzt seinen Irrtum in einer unausweichlichen Erschütterung des Gewissens." — Die Welt, 6. Juni 1967

„Wenn die deutsche Öffentlichkeit wieder versagen sollte, würden die zurückliegenden Verbrechen und ihre Folgen abermals auf sie zurückfallen." — Stuttgarter Zeitung, 1. Juni 1967

SPORT · 1967

Ein Jahr ohne Weltmeisterschaft oder Olympia — der sportliche Höhepunkt, FC Bayerns erster internationaler Titelgewinn im Europapokal der Pokalsieger, ist bereits vermeldet. In der vierten Saison der jungen Bundesliga überrascht ausgerechnet Eintracht Braunschweig die Fußballwelt: Mit einer der stärksten Abwehrreihen der Liga — nur 27 Gegentore in 34 Spielen — sichert sich der Aufsteiger unter Trainer Helmuth Johannsen völlig unerwartet die Meisterschaft vor dem Titelverteidiger 1860 München und Borussia Dortmund, das im Vorjahr den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hatte. Im DFB-Pokalfinale am 10. Juni im Stuttgarter Neckarstadion setzt sich der FC Bayern zudem mit 4:0 gegen den Hamburger SV durch und sichert sich damit den zweiten Pokalsieg in Folge. International schreibt am 25. Mai der schottische Club Celtic Glasgow Geschichte: Im Estádio Nacional bei Lissabon bezwingen die später „Lisbon Lions" genannten Schotten Inter Mailand mit 2:1 und sind damit der erste Verein von den Britischen Inseln, der den Europapokal der Landesmeister gewinnt. Ansonsten bleibt es ein eher ruhiges Sportjahr, während international weiterhin der Name Pelé die Fußballwelt in seinen Bann zieht.

MODE · 1967

Die Hippie-Bewegung erreicht 1967 auch die Mode: Batikmuster, Blumenprints und ethnisch inspirierte Stoffe prägen den „Summer of Love", der vom Stadtteil Haight-Ashbury in San Francisco aus die Jugendkultur der westlichen Welt erfasst — rund 100.000 junge Menschen strömen im Sommer dorthin. Befeuert wird die Bewegung vom Monterey International Pop Festival (16.–18. Juni), bei dem vor rund 200.000 Besuchern unter anderem Jimi Hendrix, Janis Joplin und Otis Redding ihre Durchbrüche feiern. Auch aus der Popmusik selbst kommen modische Impulse: Die Beatles erscheinen im Juni auf dem Cover ihres Albums „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" in knallbunten, an Militäruniformen des Ersten Weltkriegs angelehnten Zeremonienjacken mit Epauletten und Tressenbesatz — ein Look, der binnen Monaten von Eric Clapton bis Jimi Hendrix Nachahmer findet. Lange, offene Haare, Fransenjacken und bunte Perlenketten werden zum Erkennungszeichen einer Generation, die sich optisch von ihren Eltern absetzt — ein Stil, der auch die junge Studentenszene im Ruhrgebiet allmählich erreicht.

KINO & FERNSEHEN · 1967

An den deutschen Kinokassen dominiert 1967 der Agentenfilm: Vorn liegt „James Bond 007 – Man lebt nur zweimal" mit rund 9 Millionen Zuschauern. Zum Kassenschlager wird aber auch ein Film ganz anderer Art: „Helga – Vom Werden des menschlichen Lebens", ein von der Bundesregierung mitfinanzierter Aufklärungsfilm über Schwangerschaft und Geburt (Start 22. September, Regie Erich F. Bender), zeigt als erster deutscher Film eine echte Geburt und zieht dennoch rund 5 Millionen Zuschauer in die Säle. Am 18. Oktober startet zudem Walt Disneys „Das Dschungelbuch" in den deutschen Kinos. Im Fernsehen bleibt der 25. August das Ereignis des Jahres: Zum Sendestart des Farbfernsehens waren bundesweit erst rund 6.000 Farbfernseher registriert, für die übrigen knapp 14 Millionen Zuschauer blieb das Bild vorerst grau. Im Bayerischen Rundfunk feiert derweil, wie berichtet, Loriots „Cartoon" Premiere.

GESTORBEN · 1967

  • Konrad Adenauer (91), erster Bundeskanzler der Bundesrepublik — 19. April, Rhöndorf bei Bad Honnef.
  • Clemens Wilmenrod (60), Deutschlands erster Fernsehkoch, Erfinder des „Toast Hawaii" — 12. April, München.
  • Richard Kuhn (66), Chemiker, Nobelpreisträger 1938 — 1. August, Heidelberg.
  • Vivien Leigh (53), britische Schauspielerin — 7./8. Juli, London.
  • Brian Epstein (32), Manager der Beatles — 27. August, London.
  • Che Guevara (39), Guerillaführer, in Bolivien exekutiert — 9. Oktober, La Higuera.

LICHTBLICKE · Gutes aus dem Jahr 1967

  • Erstes Rockkonzert im Ruhrgebiet (31. März). Die Rolling Stones treten in der Dortmunder Westfalenhalle auf — nur eine kurze Fahrt von Castrop-Rauxel entfernt feiert das Revier damit den Auftakt der großen Rockkonzerte in deutschen Hallen.
  • Erster schwarzer Richter am US-Supreme-Court (2. Oktober). Thurgood Marshall, langjähriger Bürgerrechtsanwalt und Wegbereiter des Urteils gegen die Rassentrennung an Schulen, wird als erster Afroamerikaner in das oberste Gericht der USA vereidigt.
  • Kernkraftwerk Gundremmingen geht in Betrieb (12. April). Das erste kommerziell betriebene Kernkraftwerk der Bundesrepublik nimmt seinen Dienst auf — mit 250 Megawatt Leistung damals das stärkste Siedewasserkraftwerk seiner Bauart weltweit.
  • Europäisches Raumflugkontrollzentrum ESOC eröffnet in Darmstadt (8. September). Bundesforschungsminister Gerhard Stoltenberg nimmt die neue Einrichtung ihrer Bestimmung: der Überwachung und Steuerung europäischer Satelliten.

DAS WETTER · 1967 in Castrop-Rauxel

An diesem 13. Juli war es im Ruhrgebiet ein heißer Hochsommertag: Höchstwert 31,0 °C, in der Nacht 18,6 °C, im Mittel 25,2 °C; kein Tropfen Regen fiel — es blieb der wärmste Tag des ganzen Jahres.

Das Jahr über: Im Mittel 10,1 °C. Wärmster Tag 31,0 °C am 13. Juli, kältester −7,5 °C am 9. Januar. 3 Hitzetage (≥ 30 °C), 10 Eistage (Dauerfrost); Jahresniederschlag rund 950 mm.

(Messwerte der Station Essen, rund 30 km westlich von Castrop-Rauxel — nächstgelegene durchgehend messende Station im Ruhrgebiet; Sonnenscheindauer nicht durchgehend erfasst. Quelle: Meteostat / DWD.)

DIE HITS DES JAHRES · Top 20 1967

Die 20 erfolgreichsten Titel des Jahres in Deutschland nach den Single-Jahrescharts (amtliche Charts ab 1959).

  1. Lara's Theme (Somewhere My Love) — Maurice Jarre
  2. Puppet on a String — Sandie Shaw
  3. Lass die Sonne wieder scheinen — Ronny
  4. Frag nur dein Herz — Roy Black
  5. Meine Liebe zu dir — Roy Black
  6. Dear Mrs. Applebee — David Garrick
  7. I Was Kaiser Bill's Batman — Whistling Jack Smith
  8. Spanisch war die Nacht — Peter Alexander
  9. Somethin' Stupid — Nancy & Frank Sinatra
  10. Green, Green Grass of Home — Tom Jones
  11. I'm a Believer — The Monkees
  12. Jackson — Nancy Sinatra & Lee Hazlewood
  13. Let's Spend the Night Together — The Rolling Stones
  14. Ha! Ha! Said the Clown — Manfred Mann
  15. Okay! — Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich
  16. Memories of Heidelberg — Peggy March
  17. San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair) — Scott McKenzie
  18. Immer wieder geht die Sonne auf — Udo Jürgens
  19. Una festa sui prati — Adriano Celentano
  20. Dein Herz, das muss aus Gold sein — Anna-Lena

Quelle: Single-Jahrescharts Deutschland (chartsurfer.de / offizielle Charts).

Lokalteil Kiel / Schleswig-Holstein

73. Kieler Woche: Fackelzug, Modellschiffe und ein Kamel auf der Krusenkoppel

Fackelzug auf dem Rathausplatz zur Eröffnung der Kieler Woche am 18. Juni 1967
Fackelzug auf dem Rathausplatz zur Eröffnung der 73. Kieler Woche, 18. Juni 1967 (Friedrich Magnussen, Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 DE)

Vom 18. bis 25. Juni steht Kiel im Zeichen der 73. Kieler Woche. Eröffnet wird sie am Sonntag, dem 18. Juni, mit einem Fackelzug auf dem Rathausplatz. Am 18. und 19. Juni sind auf dem Kleinen Kiel Modellschiffe zu sehen.

Der Holstenbummel gehört auch in diesem Jahr dazu: Am 19. Juni spielt eine Blaskapelle vor einem Modehaus in der Innenstadt. Am 21. Juni legt das Fahrgastschiff TOM KYLE vom Bahnhofskai zur Regattabegleitfahrt ab.

Für die offizielle Seite sorgt am 22. Juni der Diplomatenempfang im Hotel Kieler Kaufmann. Ministerpräsident Helmut Lemke spricht dort mit ausländischen Diplomaten; auch Bundesvertriebenenminister Kai-Uwe von Hassel ist unter den Gästen.

Zum Abschluss lockt am 25. Juni das Volksfest auf der Krusenkoppel. Den ungewöhnlichsten Programmpunkt liefert der gastierende Zirkus Renz: Er führt dort ein Kamel vor.

Abschied von der Straßenbahnlinie 1: Der Theodor-Heuss-Ring braucht Platz

Abschied der Straßenbahnlinie 1 am Betriebshof Gaarden, 31. Januar 1967
Abschied der Straßenbahnlinie 1 am Betriebshof Gaarden, Aufnahme vom 31. Januar 1967 (Friedrich Magnussen, Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 DE)

Zum 1. Februar wird die Straßenbahnlinie 1 auf Busbetrieb umgestellt. Am Betriebshof Gaarden nimmt die Linie am Vortag, dem 31. Januar, Abschied von ihren Wagen. Der Grund liegt im Straßenbau: Der vierspurige Theodor-Heuss-Ring soll entstehen, und dafür müssen die Schienen weichen.

Der Umbau bleibt nicht bei der Linie 1. Im April werden auch die Schienen der Linie 3 zwischen Eichhof und Hassee in der Ringstraße ausgebaut; an der Kreuzung Königsweg liegt das Gleis offen. Im September zeigt der Blick auf den Waldwiesenkreisel an der Hamburger Chaussee, wie weit die neue Trasse gediehen ist.

Am 10. November wird der vierspurige Theodor-Heuss-Ring eröffnet.

Aus heutiger Sicht

Die Linie 1 war der Anfang vom Ende. Am 4. Mai 1985 wurde die Linie 4 auf Busse umgestellt; der letzte DÜWAG-Wagen rollte um 20.20 Uhr ins Depot Gaarden. Danach fuhr in Kiel keine Straßenbahn mehr.

„Onkel Ludwig“ vom Alten Markt ist tot

Ludwig Gödecke, Schiffbauer, am 6. Januar 1886 in Kiel geboren, stirbt am 7. März im Alter von 81 Jahren in Pinneberg beim Sohn. Zwei Wochen zuvor, am 21. Februar, war er in seiner Wohnung in der Küterstraße überfallen und schwer verletzt worden. Beerdigt wird er auf dem Friedhof Eichhof.

Die Kieler kannten ihn als „Onkel Ludwig“. In den zwanziger Jahren betrieb er die Fahrradstation am Rathaus. Nach 1945 fand er keine Arbeit mehr und machte sich selbst eine: Von 1946 bis 1967, einundzwanzig Jahre lang, wachte er ehrenamtlich über die Parkplätze am Alten Markt. Er galt als eigenwillig, aber hilfsbereit.

Dass die Stadt ihn nicht vergisst, zeigt sich zum Jahresende. Ende Dezember wird eine Bronzetafel enthüllt, die an ihn erinnert. Bezahlt haben sie 72 Kieler Bürger aus Spenden; den Entwurf lieferte der Bildhauer Waldemar Gerwin-Cranz.

Aus heutiger Sicht

1999 brachte die Niederdeutsche Bühne Kiel das Stück „Onkel Ludwig“ von Hermann Bruhn auf die Bühne.

Kiel besiegelt die Partnerschaften mit Coventry und Vaasa

Am 10. September besiegelt Kiel zwei Städtepartnerschaften auf einmal: mit Coventry in England und mit Vaasa in Finnland.

Mit Coventry verbindet Kiel schon länger eine Freundschaft, als die Urkunde vermuten lässt. Am 2. April 1947 trat in Kiel die Gesellschaft der Freunde Coventrys zu ihrer Gründungsversammlung zusammen; den Anstoß hatte Oberbürgermeister Andreas Gayk gegeben. Nach zwanzig Jahren wird aus der Freundschaft die förmliche Verschwisterung.

Der Blick nach Norden zeigt sich auch im Stadtplan. Am 18. November benennt die Ratsversammlung den Osloring und die Stavangerstraße, am 30. November folgt die Drontheimstraße.

Leuchtturm Kiel löst das Feuerschiff ab

Staatssekretär Börner, Minister Knudsen und Baudirektor Gebbers bei der Inbetriebnahme des Leuchtturms Kiel
Zur Inbetriebnahme am 5. Juli 1967: in der ersten Reihe von rechts Baudirektor Hans Gebbers, Staatssekretär Holger Börner und Landesminister Knud Knudsen (Friedrich Magnussen / Stadtarchiv Kiel, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de)

Vier Seemeilen vor der Küste ist am 5. Juli der Leuchtturm Kiel in Betrieb gegangen. Er dient als Leitfeuer für die Zufahrt zur Kieler Förde und zugleich als Lotsenstation; an dieser Stelle diente bisher das Feuerschiff „Kiel“ als Lotsenstation. Gebaut wurde seit 1964, und zwar in einer neuen Bauweise: Drei Schwimmkästen aus Stahlbeton entstanden auf einer Baustelle in Mönkeberg und wurden über den vorbereiteten Untergrund geschleppt, zentimetergenau versenkt und mit Sand gefüllt. Auf dieses L-förmige Fundament setzte ein Schwimmkran den vorgefertigten Aluminiumturm, rund 53 Tonnen schwer. Die Spitze der Plattform weist nach Nordosten, von wo der höchste Seegang zu erwarten ist; Anlegeplätze gibt es auf allen Seiten, damit die Lotsenboote bei jedem Wind geschützt festmachen können.

Der Strom kommt über ein 6-kV-Seekabel, das beim Leuchtturm Bülk bei Strande am Landnetz hängt; für einen Ausfall steht im Turm eine Notstromversorgung bereit. Der Bau hat rund 9,5 Millionen DM gekostet. Zur Inbetriebnahme wurde die Flagge gehisst; am selben Tag verließ das Feuerschiff „Kiel“ seine Position vor der Außenförde. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Holger Börner, und Landeswirtschafts- und Verkehrsminister Knud Knudsen waren mit Baudirektor Hans Gebbers vom Wasser- und Schifffahrtsamt zur Stelle; Börner ließ sich durch den Turm führen.

Aus heutiger Sicht

Das abgelöste Feuerschiff wurde in den 1980er Jahren zur Bark umgebaut und 1988 als „Alexander von Humboldt“ getauft. Seine alte Laterne wurde vor dem Kieler Schifffahrtsmuseum aufgestellt.

KURZ NOTIERT · Kiel 1967

  • 27. Februar — Die Howaldtswerke übergeben den Motortanker „Helga Essberger“ (Bau-Nr. 1189) an die Partenreederei M.S. Helga Essberger in Hamburg.
  • 27. April — Die Fähre aus Göteborg läuft erstmals Kiel an; die Stena Line eröffnet in diesem Jahr ihre Kiel-Linie.
  • 3. Mai — Das Kabinett Lemke II tritt sein Amt an: Hartwig Schlegelberger (CDU) wird stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, Hans-Hellmuth Qualen (FDP) übernimmt die Finanzen. Der Landtag tritt am 16. Mai erstmals zusammen.
  • 18. September — Das Marinearsenal Kiel nimmt das Druckdock C in Dienst; darin werden U-Boote auf Dichtigkeit und Festigkeit geprüft.
  • 7./8. Oktober — Bei der landesweiten Zivilschutzübung „Orkan 67“ werden in Kiel Behelfsbrücken am Bootshafen geschlagen und Verletzte am Arbeitsamt am Wilhelmplatz geborgen. Zum Glück nur geübt.
  • 27. Oktober — Theodor Steltzer, von den Briten 1945 als Oberpräsident von Schleswig-Holstein eingesetzt, stirbt in München.
  • 11. November — Bei der Polizeisportschau in der Ostseehalle springen Bereitschaftspolizisten aus Eutin über sechs Pferde; deutsche Trampolinturner werden geehrt.
  • 24. November — Die zehnmillionste Wohnung der Bundesrepublik wird übergeben, und zwar in Mettenhof: Bornholmer Weg 9.

RUND UM DIE FÖRDE · 1967

  • 16. April, Preetz — Dr. Gregor Steffen, bisher Pastor in Hamburg-Eilbek, tritt sein Amt als Propst der Propstei Plön mit Amtssitz in Preetz an.
  • 2. Juli, Laboe — Eine japanische Delegation enthüllt im Innenhof des Marine-Ehrenmals zwei Bronzetafeln auf einem Findling zwischen Ginkgobäumen, die die „Deutschland“ aus Japan mitgebracht hat; Konteradmiral a. D. Ernst Lucht, Präsident des Deutschen Marinebundes, spricht.

SPORT AN DER FÖRDE · 1967

  • Holstein Kiel — Holstein beendet die Saison 1966/67 der Regionalliga Nord, der zweithöchsten Spielklasse, als Dritter: 19 Siege, 7 Unentschieden, 6 Niederlagen, 68:32 Tore, 45:19 Punkte. Meister wird Arminia Hannover mit 47:17 Punkten, Zweiter Göttingen 05 mit ebenfalls 45:19. Die Aufstiegsrunde zur Bundesliga wird knapp verpasst; Aufsteiger werden Borussia Neunkirchen und Alemannia Aachen. Im Schnitt sehen 6.600 Zuschauer die Heimspiele.
  • THW Kiel — Die Handballer steigen im März in die Handball-Bundesliga (Staffel Nord) auf.
  • Segeln — Am 18. März fällt die Entscheidung, die Wettkampfstätten für die Olympischen Spiele 1972 in Schilksee zu bauen. Kiel hatte schon 1936 olympisches Segeln ausgerichtet.
  • Sportpressefest — In der Ostseehalle gibt es am 21. Januar eine Tanzformation aus Harburg und einen Männerlauf.

DAS WETTER · 1967 in Kiel

An diesem 13. Juli war es an der Förde ein milder Sommertag: Höchstwert 20,4 °C, in der Nacht 13,6 °C, im Mittel 17,1 °C; es fiel kein Regen, und die Sonne schien 12,1 Stunden.

Das Jahr über: Im Mittel 9,3 °C. Der wärmste Tag war der 28. Juli mit 27,6 °C; der kälteste Tiefstwert lag am 11. Dezember bei −11,5 °C. Es gab keinen Hitzetag (≥30 °C), sieben Sommertage (≥25 °C), sechs Eistage (Dauerfrost) und 43 Frosttage. Der Jahresniederschlag betrug 890 mm, die Sonne schien 1.632 Stunden.

(Messwerte der DWD-Station Kiel-Kronshagen. Quelle: DWD Climate Data Center.)